Prozessanalyse im Fahrzeugbau

Wo liegen Ursachen für Takt-, Sequenz- und Ramp-up-Probleme?

Takt-, Sequenz- und Ramp-up-Probleme entstehen oft im Zusammenspiel mehrerer Prozesse. Die PSI-Prozessanalyse macht Zusammenhänge sichtbar und zeigt, wo Verbesserungen ansetzen sollten.

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Mitarbeiter mit Tablet in einer Fabrik neben einer Montagelinie für Fahrzeugteile.
Wo liegen die Ursachen für Produktionsstörungen? Die PSI-Prozessanalyse ermittelt, wie unterschiedliche Einflussfaktoren zusammenwirken und wo dabei Störungen entstehen.

Ob veränderte Fahrzeugreihenfolgen, Materialengpässe oder Verzögerungen im Ramp-up: In der Automotive-Produktion entstehen Störungen häufig im Zusammenspiel mehrerer Prozesse. Die PSI-Prozessanalyse betrachtet daher Einflussfaktoren wie Fahrzeugreihenfolge, Materialversorgung, Kapazitäten, Daten und Schnittstellen gemeinsam und grenzt ein, an welcher Stelle Verbesserungen ansetzen sollten.

MIXED-PLATFORM PRODUCTION & VARIANTENVIELFALT

Typische Fragestellungen:

Wo entstehen Taktverluste bei wechselnden Fahrzeugvarianten?

Welche Auswirkungen haben Sequenzänderungen auf Bandbelegung, Materialflüsse, Lieferabrufe und JIS-/JIT-Versorgung?

Wo führen unterschiedliche Materialbedarfe zu Engpässen?

Welche Fahrzeugreihenfolge berücksichtigt Kapazitäten und Restriktionen am besten?

Wo sollten Hersteller bei Planabweichungen und Störungen ansetzen?

Gerade unter Handlungsdruck liegt es nahe, einzelne Softwarefunktionen zu ergänzen, Abläufe stärker zu automatisieren oder neue Systeme einzusetzen. Doch bevor Hersteller darüber  entscheiden, sollten sie wissen, wo die Ursachen einer Abweichung liegen. Andernfalls besteht das Risiko, nur an einem sichtbaren Symptom anzusetzen.

Das gilt besonders dort, wo sich verschiedene Prozesse wechselseitig bedingen. Verändert sich beispielsweise die Fahrzeugreihenfolge, müssen Bandbelegung und Teilebereitstellung folgen – ebenso die darauf abgestimmten JIS- und JIT-Prozesse. Beim Modellwechsel oder Hochlauf einer neuen Plattform kommen mit Werkzeug-, Material- und Ressourcenverfügbarkeit weitere Einflussgrößen hinzu. Bleibt etwa die Ausbringung hinter der Planung zurück, lässt sich die Ursache daher häufig nicht auf einen einzelnen Faktor zurückführen.

Welche Fragen klären Hersteller mit einer Prozessanalyse?

  • Zusammenhänge: Wie greifen Sequenzierung, Bandbelegung, Materialversorgung, Logistik und Fertigung ineinander?

  • Ursachen: Wo entstehen Taktverluste, Versorgungsprobleme oder Abweichungen im Ramp-up?

  • Verbesserungshebel: Welche Veränderungen versprechen den größten Nutzen für den Produktionsprozess?

  • Umsetzung: Wie lassen sich Maßnahmen sinnvoll priorisieren und aufeinander abstimmen?

Mitarbeiter in Warnweste arbeitet an einer Maschine in einer Fabrikhalle.
Auf Basis der ermittelten Ursachen hilft die PSI-Prozessanalyse, geeignete Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten, ihre Wirkung zu bewerten und die Umsetzung zu priorisieren.

Wie lassen sich Verbesserungsmaßnahmen fundiert bewerten?

Um mögliche Maßnahmen zu prüfen, verbindet die Prozessanalyse das entwickelte Prozessbild je nach Fragestellung mit unterschiedlichen Methoden. Daten aus ERP-, MES- und weiteren IT-Systemen helfen, Annahmen zu überprüfen und wiederkehrende Muster zu erkennen. Simulationen und Szenarioanalysen zeigen beispielsweise, wie sich veränderte Fahrzeugreihenfolgen, Bandbelegungen oder Ressourcenverteilungen auf den Produktionsablauf auswirken.

SHOPFLOOR-RESILIENZ BEI MODELLWECHSELN UND RAMP-UP

Typische Ansatzpunkte der Prozessanalyse:

√         Schwachstellen erkennen – bei Werkzeug-, Material- und Ressourcenverfügbarkeit

√         Engpässe eingrenzen – entlang des Hochlaufs und seiner Abhängigkeiten

√         Szenarien simulieren – Auswirkungen auf Reihenfolgen, Kapazitäten und Ressourcen bewerten

√         Maßnahmen priorisieren – von gezielten Anpassungen bis hin zu einer Business Roadmap

Wann ist der Einsatz von KI sinnvoll?

Auch der mögliche Einsatz von KI wird auf dieser Grundlage anhand von Prozessproblem, Datenlage und Zielsetzung eingeordnet. So lassen sich beispielsweise mithilfe von KI Szenarien simulieren, um unterschiedliche Produktionsbedingungen vorab zu bewerten. Zeigt die Analyse etwa komplexe Zielkonflikte in der Reihenfolgeplanung, kann KI dazu beitragen, unterschiedliche Anforderungen gegeneinander abzuwägen und geeignete Sequenzen zu ermitteln. Welche Technologie sinnvoll ist, ergibt sich damit jeweils aus der konkreten Aufgabenstellung – und nicht umgekehrt.

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