Cloud- und KI-Technologie
Knorr-Bremse treibt KI-Transformation mit AWS voran
Der Bremsenspezialist setzt künftig auf Cloud- und KI-Technologie von Amazon Web Services, um Entwicklungsprozesse zu beschleunigen und neue datenbasierte Geschäftsmodelle zu erschließen. Erste Pilotanwendungen in der Softwareentwicklung zeigen laut Unternehmen deutliche Effizienzgewinne.
Erst im Juli 2025 hatte der Automobilzulieferer in Indien ein neues KI-Zentrum eingeweiht, an dem KI-Agenten für effizientere Prozesse und digitale Innovationen entwickelt werden sollen.
Knorr-Bremse/AWS/Collage
Knorr-Bremse forciert seine KI-Transformation gemeinsam mit Amazon Web Services und will sich damit als Vorreiter für künstliche Intelligenz in der produzierenden Industrie positionieren. Der Bremsenspezialist verbindet nach eigenen Angaben mehr als 120 Jahre industrielle Hightech-Erfahrung mit Cloud- und KI-Technologien von AWS. Für Marc Llistosella, CEO der Knorr-Bremse AG, markiert die Partnerschaft einen strategischen Meilenstein. „Mit AWS an Bord erreichen wir den nächsten Meilenstein, um in der produzierenden Industrie Vorreiter bei Künstlicher Intelligenz zu werden“, sagt Llistosella. Für einen Markt- und Technologieführer sei die KI-Expertise von AWS ein entscheidender Hebel. Die AWS-Infrastruktur bringe Geschäfts- und Betriebsabläufe „auf ein neues Level“, mache sie effizienter und setze neue Maßstäbe für den KI-Einsatz in produzierenden Unternehmen.
Auch Chief Digital Officer Sathees Navaratnam unterstreicht die strukturelle Tragweite der Initiative. „AWS schafft die optimale Basis für Innovation und Performancesteigerung“, so Navaratnam. Als ersten Schritt entwickle man die Organisationsstruktur weiter, um bereichsübergreifende Innovation mit zunehmend autonomen Abläufen zu ermöglichen. Moderne KI-Modelle und die entsprechende Infrastruktur sollten konzernweit helfen, Potenziale intelligenter Systeme systematisch zu heben.
Drei Handlungsfelder der KI-Transformation bei Knorr-Bremse
Im Zentrum der Zusammenarbeit stehen drei Handlungsfelder. Erstens etabliert Knorr-Bremse ein KI-Betriebsmodell, das die Entwicklung, den Betrieb und die Skalierung neuer Produkte deutlich beschleunigen soll. KI-Agenten kommen in Lieferkette, Engineering und Produktion zum Einsatz und sollen dort die Produktivität steigern. Zweitens arbeitet das Unternehmen an autonomen industriellen Lösungen, um datenbasierte Services aufzubauen und neue Geschäftsmodelle über Datenmonetarisierung zu erschließen. Drittens investiert der Konzern in eine KI-affine Organisationskultur und qualifiziert rund 4.000 Mitarbeitende im Umgang mit entsprechenden Technologien. Schulungsplattformen und KI-Tools sollen Innovation und Agilität in allen Bereichen fördern.
Ein erstes Pilotprojekt in Indien zeigt nach Unternehmensangaben bereits konkrete Effekte. Dort unterstützen KI-Agenten die Softwareentwicklung für Bremssteuerungen durch automatisierte Qualitätsprüfungen. Erwartet würden Produktivitätssteigerungen von bis zu 30 Prozent. Für die Schnittstelle zwischen Automobilindustrie und IT signalisiert die Initiative, dass sich auch klassische Zulieferer zunehmend als datengetriebene Technologieunternehmen verstehen und Cloud-Partnerschaften strategisch nutzen, um Entwicklungsprozesse und industrielle Wertschöpfung neu auszurichten.