Ein Audi E-Tron im Brüsseler Werk.

Die Lieferkette in der Automobilproduktion ist komplex. Nachhaltigkeitsstandards konnten bislang nur bedingt überprüft werden. Bild: Audi

| von Fabian Pertschy

Die Marken Porsche, Audi und Volkswagen setzen künftig auf künstliche Intelligenz, um Nachhaltigkeitsrisiken wie Umweltverschmutzung, Menschenrechtsverstöße und Korruption zu erkennen. Dadurch sollen nicht nur bei direkten Geschäftspartnern, sondern auch in den tieferen Stufen der Lieferkette mögliche Verstöße offenbart werden.

Die Basis für das Monitoring bildet ein intelligenter Algorithmus des österreichischen Startups Prewave. Mit ihm können lieferantenbezogene Nachrichten aus öffentlich zugänglichen Medien und sozialen Netzwerken in mehr als 50 Sprachen und aus über 150 Ländern identifiziert und ausgewertet werden. Bei Anzeichen von Nachhaltigkeitsrisiken werden die Marken benachrichtigt, so dass die Beschaffung den Sachverhalt prüfen und Gegenmaßnahmen einleiten kann.

KI-Analyse von 4.000 Lieferanten

„Mit Prewave steuern wir zielgerichtet Risiken auch in den tieferen Lieferketten. Damit können wir uns direkt an die Partner wenden und Verbesserungen bei der Nachhaltigkeit einfordern. Im Eskalationsfall, bei Nichterfüllung der vereinbarten Maßnahmen, kann dies bis zu einer Beendigung der Geschäftsbeziehung führen“, erklärt Markus Wagner, Leiter Beschaffung Strategie und Nachhaltigkeit der Porsche AG.

Die KI wird somit zum proaktiven Frühwarnsystem für Verstöße gegen die Nachhaltigkeitsanforderungen des Volkswagen-Konzerns. Sie ergänzt herkömmliche reaktive Beschwerdekanäle wie Postfächer oder Ombudsleute. Seit Beginn des Pilotprojekts im Oktober 2020 analysieren die Marken mehr als 5.000 Schlagworte und haben über 4.000 Lieferanten im Blick.

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