Robotaxi-Expansion

Waymo präsentiert neue Plattform fürs autonome Fahren

Waymo stellt die sechste Generation seines „Waymo Drivers“ vor und bereitet damit die nächste Phase seines Robotaxi Ausbaus vor. Das System wurde umfassend überarbeitet und positioniert Waymo im zunehmend härteren Wettbewerb mit Tesla.

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Die sechste Generation läuft unter anderem auf der Zeekr-Plattform Ojai.

Waymo bereitet vollständig autonome Fahrten mit seinem „Waymo Driver“ der sechsten Generation vor und setzt damit einen zentralen Schritt in seiner Expansionsstrategie. Das neue System soll zuverlässiger, kosteneffizienter und einfacher skalierbar sein – ein entscheidender Punkt, da das Unternehmen seinen Robotaxi‑Dienst in weiteren Städten ausrollen möchte. Waymo betreibt bereits kommerzielle Fahrdienste in Phoenix, San Francisco und Los Angeles und nutzt seine real gefahrenen autonomen Meilen als Basis für die Weiterentwicklung des Systems.

Fortschritt nach 200 Millionen autonomen Meilen

Der Driver der sechsten Generation basiert auf fast 200 Millionen autonom gefahrenen Meilen in dicht besiedelten Stadtzentren und auf Autobahnen. Dieser reale Erfahrungsschatz fließt in die Wahrnehmungs‑ und Entscheidungsmodelle ein, die auf komplexe und seltene Verkehrssituationen vorbereitet werden sollen.

Die Plattform integriert Kameras, Radar, Lidar und akustische Sensoren in einer eng verschränkten Sensorarchitektur, die speziell darauf ausgelegt ist, auch in unerwarteten Szenarien sicher zu reagieren. Waymo positioniert diese multimodale Herangehensweise bewusst im Gegensatz zu Tesla, dessen FSD‑System rein kamerabasiert arbeitet.

Neue Kameras, verbesserte Lidar- und Radar-Systeme

Im Zentrum des Updates steht eine neue Kamerageneration mit 17‑Megapixel‑Sensoren, die mehr Bilddetails bei gleichzeitig höheren Kontrastumfängen liefern. Die Kameras sollen auch bei Gegenlicht, Dunkelheit und wechselnden Lichtverhältnissen zuverlässiger arbeiten. Durch integrierte Reinigungsmechanismen sollen Regen, Schnee und Schmutz die Wahrnehmung weniger beeinträchtigen, heißt es aus Mountain View. Parallel dazu verlagert Waymo mehr Rechenarbeit in eigene Chip‑Architekturen, wodurch trotz geringerer Kameraanzahl eine höhere Leistungsfähigkeit erzielt werden soll.

Waymo hat zudem sein Lidar-System überarbeitet. Die neue Generation arbeitet mit verbesserten optischen Designs und günstigeren Komponenten, die in der Breite des Markts mittlerweile verfügbar seien, heißt es. Ziel sei eine höhere Reichweite und geringere Verzerrungen, etwa bei stark reflektierenden Verkehrsschildern. Kurzdistanz-Lidare lieferten präzise Abstandsangaben im Zentimeterbereich, die insbesondere in urbanen Szenarien relevant seien, so der Tech-Konzern. Das Imaging-Radar soll dichte Bewegungsprofile auch unter schwierigen Wetterbedingungen erzeugen und werde durch neue ML‑Modelle für die Sensorfusion unterstützt.

Plattformstrategie: Ein „Driver“ für verschiedene Fahrzeugtypen

Waymo entwickelt seinen Autonomie-Stack als fahrzeugunabhängige Plattform. Der „6th‑generation Driver“ soll auf unterschiedliche Modelle übertragbar sein, darunter der „Waymo Ojai“ auf Zeekr-Basis und der Hyundai Ioniq 5. In der Produktionsanlage in Phoenix plant das Unternehmen, erstmals Komponenten in fünfstelliger Stückzahl pro Jahr zu fertigen. Das Ziel ist es, Robotaxi‑Flotten wirtschaftlich betreiben und regionale Rollouts schneller skalieren zu können. OEMs könnten Fahrzeuge künftig „Driver‑ready“ auslegen und so eigene Plattformen für autonome Mobilitätsdienste vorbereiten, verspricht Waymo.

Wettbewerbsdruck durch Tesla

Die Einführung der neuen Generation erfolgt in einem zunehmend intensiven Wettbewerb. Tesla treibt mit seinem FSD‑System einen stark KI‑zentrierten Ansatz voran und setzt auf große neuronale Modelle, die ausschließlich kamerabasiert arbeiten. Tesla kündigt seit Monaten den Start eines eigenen Robotaxi‑Netzes an, hat jedoch bislang keine dauerhaft fahrerlosen Einsätze im öffentlichen Straßenverkehr vorzuweisen.

Waymo hebt im Gegensatz dazu die real gefahrenen autonomen Meilen und die multimodale Sensorik als Schlüssel zu belastbarer Sicherheit hervor. Beide Unternehmen verfolgen damit zwei stark unterschiedliche technische Philosophien, die den künftigen Markt für autonome Mobilität prägen dürften.

Waymo wird den neuen Waymo-Driver zunächst intern erproben und Fahrten für Mitarbeiter und Gäste anbieten. Erst danach soll der Dienst sukzessive für die Öffentlichkeit geöffnet werden.