Die griechische Mittelmeerinsel Astypalea mit einer Darstellung verschiedenster Formen umweltfreundlicher Mobilität.

Auf Astypalea sollen 1.500 Verbrenner durch rund 1.000 E-Autos ersetzt werden. (Bild: Volkswagen)

Im November 2020 präsentierten der Volkswagen-Konzern und der Staat Griechenland ihre Pläne, ein Mobilitätssystem auf der Mittelmeerinsel Astypalea aufzubauen. Das Verkehrssystem soll bis 2026 schrittweise auf E-Fahrzeuge sowie regenerative Energien umgestellt und die Insel in der südlichen Ägäis zu einer Modellinsel für klimaneutrale Mobilität werden. Rund eineinhalb Jahre später starteten im Beisein des griechischen Premierministers Kyriakos Mitsotakis und Volkswagen-Chef Herbert Diess der Ridesharing-Dienst Astybus sowie das Vehicle Sharing astyGO. Beide Mobilitätsdienste arbeiten ausschließlich mit vollelektrischen Fahrzeugen.

Die neuen Services ersetzen fortan ganzjährig die traditionelle Buslinie, die bislang einen stark eingeschränkten Nahverkehr angeboten hatte. Beim Asytbus kommen – nach dem Marktstart im Herbst 2022 – fünf Fahrzeuge des ID. Buzz zum Einsatz. Bis dahin wird der Dienst mit dem ID.4 betrieben. Über astyGO können zudem E-Autos von Volkswagen, E-Scooter von Seat Mo und E-Bikes von Ducati ausgeliehen werden. Die Buchung erfolgt per Smartphone über die App des Anbieters.

Astypalea stellt auf regenerative Energien um

„Es ist schön zu sehen, wie das Projekt wächst und die Menschen bereit sind, ihr Verhalten zu ändern. Es zeigt, dass eine schnelle Transformation hin zu grüner Mobilität und Energie machbar ist, wenn Unternehmen und Regierungen Hand in Hand arbeiten“, kommentiert Herbert Diess. Kürzlich hatte der erste Privatkunde seinen VW ID.3 entgegengenommen. Insgesamt sollen auf der 100 Quadratkilometer großen Insel rund 1.500 Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren durch rund 1.000 Elektrofahrzeuge ersetzt werden – darunter auch Nutz- und Behördenfahrzeuge.

So wurden im Vorjahr bereits Polizei, Flughafen und Behörden auf E-Fahrzeuge umgestellt. Der erste E-Krankenwagen Griechenlands und das erste E-Taxi kamen jüngst hinzu. Damit die E-Autos auch mit Strom versorgt werden, will Volkswagen auf der gesamten Insel Wallboxen von Elli installieren. Bis dato wurde der Strombedarf allerdings mit Dieselgeneratoren gedeckt- Auch dies soll sich schrittweise ändern. Eine Solaranlage wurde vor kurzem in Betrieb genommen. Bis 2023 soll zudem ein großer Solarpark mit einer Kapazität von drei Megawatt entstehen. Damit wären 100 Prozent des Energiebedarfs für die E-Mobilität und mehr als 50 Prozent des allgemeinen Energiebedarfs gedeckt. Bis 2026 soll letztere Zahl auf rund 80 Prozent anwachsen.

Wie bewerten die Bewohner Astypaleas das VW-Projekt?

Das Interesse der Inselbewohner war im Sommer 2021 bereits hoch, wie eine Umfrage der griechischen Universität der Ägäis und der schottischen Universität Strathclyde zeigt. Mehr als 65 Prozent konnten sich damals den Wechsel auf ein E-Auto vorstellen, falls es entsprechende Kaufprämien gebe. Als Hemmnisse wurden dennoch die hohen Kosten sowie fehlende Lademöglichkeiten genannt.

Fast 50 Prozent der 221 Befragten zogen gar in Erwägung, ihr eigene Fahrzeug aufzugeben und vollständig auf die neuen Mobilitätsdienste umzusteigen. Das Projekt hat zunächst eine Laufzeit von sechs Jahren und ist Bestandteil der goTOzero-Strategie von Volkswagen. Es soll als Blaupause für die Dekarbonisierung der Mobilität dienen.

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