Interesse an Over-the-Air-Updates wächst
Autos lassen sich mittlerweile wie Smartphones aus der Ferne mit neuer Software bespielen. Autofahrer finden das gut. Die Notwendigkeit zur Prüfung bleibt bestehen.
Bei vielen vernetzten Automodellen wie dem Leapmotor C10 sind Over-the-Air-Updates eine wiederkehrende Routine
Leapmotor
Das Interesse deutscher Autobesitzer an drahtlosen Software-Aktualisierungen für ihr Fahrzeug wächst. In einer Umfrage von Dekra und dem Marktforschungsinstitut Ipsos äußerten 56 Prozent der Befragten grundsätzliches Interesse an sogenannten Over-the-Air-Updates. Bei einer vergleichbaren Befragung vor vier Jahren waren es 47 Prozent.
Als wichtigste Vorteile nennen die Befragten den möglichen Verzicht auf einen Werkstattbesuch sowie die Möglichkeit, das Fahrzeug unkompliziert auf dem neuesten Softwarestand zu halten. Über Over-the-Air-Updates lassen sich heute bei geeigneten Fahrzeugen beispielsweise Softwarefehler beheben oder neue Funktionen freischalten, ohne dass das Auto dafür in die Werkstatt muss.
Software muss ebenfalls geprüft werden
„Damit entspricht das Fahrzeug, das im Rahmen der Homologation auf Herz und Nieren geprüft wurde und anschließend eine Typgenehmigung bekommen hat, nach dem Update möglicherweise in wichtigen Punkten nicht mehr dem typgenehmigten Stand,“ erläutert Dekra-Geschäftsführer Jann Fehlauer.
Aus seiner Sicht sei es deshalb erforderlich, dass eine neue Software-Version und ihre Auswirkungen auf das Fahrzeug genauso sorgfältig und unabhängig geprüft werden, wie die Fahrzeug-Software im Rahmen des ursprünglichen Typgenehmigungsverfahrens – und zwar, bevor das Update ausgerollt wird.
„Später müsste dann im einzelnen Fahrzeug geprüft werden können, ob der Softwarestand diesem genehmigten ‚Zustand nach Update‘ entspricht. Alles andere halten wir mit Blick auf die Verkehrssicherheit für unverantwortlich,“ so Fehlauer.