Autohandel

Vor allem Autohändler, die auf digitale Angebote setzen, kommen derzeit vergleichsweise gut durch die Krise. (Bild: Adobe Stock / HBS)

Insgesamt 42 Prozent der deutschen Autohändler zeigen sich in einer Umfrage von mobile.de mit dem Geschäftsjahr 2021 zufrieden. Neben höheren Preisen und einem Ausbau des Servicegeschäfts geben rund 47 Prozent an, vermehrt in die Digitalisierung investiert zu haben. Mit Erfolg: Digital investitionsfreudige Betriebe konnten ihre Umsatzziele häufiger übertreffen als ihre Konkurrenten.

Rund 11,5 Prozent der Händler konnten ihre Umsatzziele 2021 überbieten, 31 Prozent erreichten zumindest die angestrebten Werte. Um ihre Wettbewerbssituation zu verbessern, haben 57 Prozent der Befragten ihren Service weiter ausgebaut, 47 Prozent eigene Digitalangebote. „Die Corona-Pandemie und die zeitweiligen Schließungen der Autohäuser haben viele Autohändler umdenken lassen und den Handel zunehmend digitaler gemacht“, erklärt Martin Fräder, Head of Sales bei mobile.de.

Lange Lieferzeiten sind das Hauptproblem

Als größte Herausforderung des vergangenen Jahres sahen 31 Prozent der deutschen Händlerbetriebe die langen Lieferzeiten aufgrund der verzögerten Produktion bei den Herstellern. Außerdem betrachten 26,7 Prozent den Erhalt eines wettbewerbsfähigen Bestands an Fahrzeugen sowie 17 Prozent die weiteren Entwicklungen der Coronakrise als potenziell herausfordernd für das kommende Jahr.

Höhere Preise für bessere Wettbewerbssituation

Zwei von drei Händlern konnten im vergangenen Jahr höhere Preise für Gebrauchtwagen erzielen. Im Jahr 2019 betrug der entsprechende Wert nur rund 20 Prozent. Für das Jahr 2022 rechnet rund jeder fünfte Händlerbetrieb mit einer positiven Entwicklung, etwa ein Viertel erwartet zumindest gleichbleibende Umsätze. Mehr als jeder dritte Befragte (35,7 Prozent) glaubt zudem, dass der Absatz für Gebrauchtwagen in 2022 steigen wird. Weitere 45,4 Prozent gehen davon aus, dass sich insbesondere auch die Gebrauchtwagenrendite verbessern werde.

Marktumfeld bleibt schwierig

In der EU ist die Zahl der Neuzulassungen derweil 2021 gesunken, wie der Branchenverband ACEA aktuell mitteilt. Insgesamt gingen die Werte um 2,4 Prozent auf rund 9,7 Millionen Autos zurück. Bereits 2020 hatte die Pandemie der Branche einen Rekord-Einbruch eingebrockt, 2019 lag der Absatz stolze 3,3 Millionen Fahrzeuge über den Zahlen des vergangenen Jahres. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte habe der Halbleitermangel dem Absatz der Autoindustrie stark zugesetzt, so der Branchenverband. Volkswagen musste im Gesamtjahr ein Absatzminus von 3,5 Prozent hinnehmen, bei Daimler sanken die Auslieferungen sogar um 12,6 Prozent. Alleine BMW konnte sich unter den deutschen Herstellern mit einem Plus von 0,3 Prozent dem Branchentrend widersetzen.

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