Interne Lösung aus dem VW-Konzern

Matthias Müller ist neuer CIO bei Bentley

Matthias Müller wechselt innerhalb des VW-Konzerns als CIO zu Bentley. Der frühere IT-Chef von Audi Hungaria und Cloudmanager kommt in einer Phase, in der Bentley Elektrifizierung, Standortumbau in Crewe und IT-Synergien im Konzern enger verzahnen muss.

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Matthias Müller übernimmt die Rolle des IT-Chefs bei Bentley Motors. Das geht aus einem Beitrag hervor, den der Manager kürzlich selbst auf LinkedIn veröffentlicht hat. Demnach wechselt Müller innerhalb des Volkswagen-Konzerns zur britischen Luxusmarke nach Crewe. Zuvor war er bei Audi als Platform Owner Global Cloud Infrastructure innerhalb des Volkswagen-Konzerns tätig und verantwortete dort unter anderem Themen rund um die konzernweite Cloud-Plattform „One.Cloud“.  Müller übernimmt die Funktion von Kirsty Mason, die seit 2022 für Bentley tätig war.

Mit dem Wechsel rückt Müller in eine Schlüsselposition bei Bentley. Die Marke steht vor einer anspruchsvollen Transformationsphase, in der Elektrifizierung, Digitalisierung und die Modernisierung der Produktionsinfrastruktur stärker ineinandergreifen.  Der OEM treibt derzeit seine Strategie „Beyond100+" voran. Sie sieht vor, die Marke bis 2035 vollständig elektrisch auszurichten. Zugleich will Bentley über das kommende Jahrzehnt hinweg jährlich ein neues Plug-in-Hybrid- oder Elektro-Modell einführen. Das erste vollelektrische Modell soll 2026 vorgestellt werden und als neues Luxus-SUV positioniert sein.

Die Aufgabe des CIO dürfte damit deutlich über den klassischen IT-Betrieb hinausgehen. Bentley investiert in Crewe in neue Produktionsstrukturen für batterieelektrische Fahrzeuge und richtet seine Prozesse auf eine zunehmend software- und datengetriebene Fahrzeugentwicklung aus. Zugleich bleibt die Marke im Spannungsfeld aus Luxusfertigung, Individualisierung und Konzernstandardisierung. Für die IT bedeutet das, lokale Besonderheiten der Manufaktur mit skalierbaren Plattformen aus dem Volkswagen-Konzern zu verbinden.

Bentley setzt auf Erfahrung aus der Volkswagen-IT

Müller bringt dafür langjährige Erfahrung aus dem Konzern mit. Vor seiner neuen Rolle bei Bentley war er seit September 2024 bei Audi für die globale Cloud-Infrastruktur des Volkswagen-Konzerns tätig. Davor war er vier Jahre lang CIO von Audi Hungaria in Győr. Zwischen 2019 und 2020 leitete er bei Audi die IT-Plattformen. Zuvor verantwortete er mehrere Jahre Webtechnologien und Services sowie das Kompetenzfeld Cloud Computing. Damit deckt sein Profil zentrale Bereiche ab, die für Bentley in der aktuellen Phase relevant sind: Plattformarchitekturen, Cloud-Infrastruktur, internationale Werks-IT und die Verbindung von Konzernlösungen mit markenspezifischen Anforderungen.

Bentley befindet sich wirtschaftlich weiterhin in einer vergleichsweise robusten Lage, muss die Transformation jedoch aus eigener Kraft finanzieren. Gleichzeitig verwies Bentley auf erhebliche Investitionen in den Standort Crewe und die künftige Elektrofahrzeugproduktion. Für Müller ist der Wechsel nach Crewe damit auch ein Schritt in ein Umfeld, in dem IT zunehmend zur Voraussetzung für die strategische Neuausrichtung der Marke wird. 

Seine Erfahrung mit konzernweiten Cloud-Strukturen könnte Bentley helfen, digitale Plattformen, Produktions-IT und Geschäftsprozesse enger an die Ziele der Beyond100+-Strategie anzubinden. Seine Vorgängerrolle an der Schnittstelle zwischen Audi, Volkswagen Group Infrastructure und One.Cloud legt nahe, dass Bentley künftig noch stärker auf Konzernarchitekturen zurückgreifen dürfte, ohne die Eigenständigkeit der britischen Luxusmarke aufzugeben.