Komplette Übernahme bis 2029
KPIT steigt bei Cybersecurity-Spezialisten Cymotive ein
KPIT beteiligt sich am israelischen Cybersecurity-Spezialisten Cymotive und plant die vollständige Übernahme bis 2029. Das Unternehmen wurde vor gut zehn Jahren zusammen mit Volkswagens Softwaretochter Cariad gegründet.
Je stärker sich Fahrzeuge über Software definieren, desto größer die Gefahr von Cyberattacken. KPIT will sich mit der geplanten Übernahme von Cymotive darauf vorbereiten.
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Der indische Softwareanbieter KPIT Technologies baut sein
Engagement im Bereich Automotive-Cybersecurity aus und steigt beim israelischen
Spezialisten Cymotive ein. Zunächst investiert KPIT zehn Millionen US-Dollar.
Die Mittel werden bei Erreichen definierter Meilensteine in Eigenkapital
umgewandelt, wodurch eine Mehrheitsbeteiligung entsteht.
Langfristig plant das Unternehmen die vollständige
Übernahme. Diese soll in zwei Tranchen erfolgen und ist an Umsatz- und
Ergebnisziele von Cymotive geknüpft. Der Gesamtpreis könnte sich laut
Unternehmen auf 60 bis 120 Millionen US-Dollar belaufen. Der Abschluss der
Transaktion ist bis Mitte 2029 vorgesehen.
Cymotive wurde im Jahr 2016 zusammen mit Volkswagens
Softwaretochter Cariad gegründet und hat neben einem Sitz in Tel Aviv auch
Büros in Wolfsburg.
Cybersecurity als Schlüsseltechnologie
Mit dem Schritt reagiert KPIT auf die wachsende Bedeutung
von Cybersecurity im Zuge softwaredefinierter Fahrzeuge. Sicherheitsfunktionen
gelten zunehmend als Grundvoraussetzung für Zulassung, Betrieb und
Kundenvertrauen.
Kishor Patil, CEO von KPIT, betont: „Cybersecurity ist heute
grundlegend dafür, wie Fahrzeuge entwickelt, gebaut und letztlich genutzt
werden. Unsere Investition in Cymotive passt direkt zu unserer langfristigen
Strategie.“
Ergänzung des Portfolios
Cymotive, das eng mit den Marken des Volkswagen-Konzerns
zusammenarbeitet, deckt die gesamte Sicherheitskette ab – von Architektur über
Bedrohungsanalysen bis hin zu Monitoring und Homologation.
Die Lösungen sollen künftig in KPITs Portfolio integriert
werden, insbesondere in Kombination mit der eigenen Plattform „Beacon“. Ziel
ist ein durchgängiger Ansatz, bei dem Sicherheitsfunktionen über den gesamten
Fahrzeuglebenszyklus hinweg in Softwareplattformen eingebettet werden.
Neue Erlösmodelle möglich
Neben klassischen Engineering-Dienstleistungen könnte die
Übernahme auch neue Einnahmequellen erschließen. KPIT verweist auf zusätzliche
Produkt- und Lizenzumsätze, die sich aus der Integration von
Cybersecurity-Lösungen ergeben.
Cariad-Finanzvorstand Andre Stoffels sieht in der
Partnerschaft Vorteile für die Branche: „Das hilft, die Entwicklung praxisnaher
Cybersecurity-Lösungen zu beschleunigen, die Automobilhersteller heute
benötigen.“
Cymotive bleibt eigenständig
Cymotive soll auch nach dem Einstieg mit bestehendem
Management und Kundenstamm weiterarbeiten. Gleichzeitig erhält das Unternehmen
Zugang zu KPITs globaler Lieferstruktur und OEM-Beziehungen.
Cymotive-Chairman Yuval Diskin sagt: „Gemeinsam können wir
unsere Lösungen global skalieren und den steigenden Anforderungen an
Cybersicherheit in der Mobilität gerecht werden.“