Sajjad Khan muss weichen

Porsche löst Vorstandsressort für Car-IT wieder auf

Porsche reduziert seinen Vorstand von acht auf sieben Ressorts. Die Car-IT wird ab Juli in Forschung und Entwicklung integriert. Der bisherige Ressortleiter Sajjad Khan soll dem Sportwagenbauer künftig über ein „Software-Partnerschaftsmodell“ verbunden bleiben.

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Ein Manager sitzt auf dem Fahrersitz eines Porsche und bedient den großen digitalen Touchscreen im Cockpit. Durch die Fenster ist eine nächtliche Stadtlandschaft zu sehen.
Sajjad Khan muss im Rahmen der Neustrukturierung den Fahrersitz des Car-IT-Ressorts räumen. Porsche will den Manager weiterhin einbinden, jedoch bleibt bisher unklar, wie genau seine neue Rolle aussehen soll.

Porsche strafft seine Vorstandsstruktur und ordnet die Verantwortung für Car-IT neu zu. Das bisher eigenständige Ressort wird aufgelöst und zum 1. Juli 2026 in den Bereich Forschung und Entwicklung integriert. Damit reduziert der Sportwagenhersteller die Zahl seiner Vorstandsressorts von acht auf sieben. Das Unternehmen begründet den Schritt mit der laufenden strategischen Neuausrichtung in einer herausfordernden Transformationsphase.

Das erweiterte Entwicklungsressort wird weiterhin von Michael Steiner geführt. Steiner ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Vorstand für Forschung und Entwicklung bei Porsche. Der bisherige Car-IT-Vorstand Sajjad Khan führt sein Ressort noch bis zum 19. Juni fort. Anschließend soll er Porsche im Rahmen eines Software-Partnerschaftsmodells verbunden bleiben und seine Expertise in die weitere Entwicklung der Car-IT einbringen.

„Porsche befindet sich in einer herausfordernden Phase der Transformation. Wir müssen das Unternehmen neu ausrichten und passen die Strukturen unter der Führung von Dr. Michael Leiters konsequent der neuen Zeit an – auch im Vorstand“, erläutert Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche. Porsche bedankt sich bei Khan, der mit diesem Schritt Verantwortung für das Unternehmen übernehme. Man werde auch künftig von seiner fachlichen Expertise und seiner Kenntnis der Unternehmensstrukturen profitieren.

Digital Experience soll weiter ausgebaut werden

Unter Khan hatte Porsche nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren die Driver Experience, Konnektivität und Infotainment seiner Modellpalette weiterentwickelt. Mit dem elektrischen Cayenne habe zudem die neue Designsprache Porsche Digital Interaction Einzug gehalten. Sie soll künftig auf weitere Modellreihen übertragen werden. Auch eigene Versionen für den chinesischen Markt sind vorgesehen, die am Forschungs- und Entwicklungsstandort in Shanghai entstehen sollen. 

„Ich bin stolz darauf, was wir als Team in den vergangenen zweieinhalb Jahren bewegt haben. In einem sich permanent wandelnden Marktumfeld ist es aber zwingend notwendig, Strukturen und Prozesse fortlaufend zu überprüfen und anzupassen", kommentiert Khan selbst. Nur so könne Porsche die nötige Geschwindigkeit erreichen, um mit dem Tempo der Transformation Schritt zu halten. Die Kombination aus Engineering-Kompetenz und agiler, ergebnisorientierter Softwareentwicklung bilde aus seiner Sicht eine Grundlage für die künftige Entwicklung von Softwarekomponenten.

Über das Karriereportal LinkedIn schrieb Khan über seine mögliche Zukunft, dass er nun am  Anfang von etwas stehe, „über das er schon viele Jahre nachgedacht hat“. Was genau das sein wird und was hinter dem etwas nebulösen Software-Partnerschaftsmodell steckt, wolle er zu einem späteren Zeitpunkt mitteilen. „Ich bin wirklich gespannt auf ‚diese Zukunft‘“, schrieb Khan.