Von der vernetzten Fertigung bis zur Cloud-basierten Fahrzeugentwicklung: IT-Dienstleistungen sind längst zum Rückgrat der Automobilindustrie geworden. Wir zeigen, mit welchen digitalen Lösungen Hersteller Effizienz steigern, Risiken minimieren und Innovationen beschleunigen.
Softwarekompetenz wird in der Autoindustrie immer wichtiger.(Bild: Canva)
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BMW standardisiert digitales Engineering mit Codebeamer von PTC
Die BMW Group hat die ALM-Lösung Codebeamer von PTC als neue unternehmensweite Plattform für das Anforderungsmanagement eingeführt. Damit ersetzt der Autobauer eine bislang fragmentierte Landschaft aus zahlreichen veralteten Systemen durch ein einheitliches Datenmodell. Ziel ist es, die Produktentwicklung über Mechanik, Elektrik und Software hinweg konsistenter, transparenter und effizienter zu gestalten.
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Nach Angaben der Unternehmen schafft Codebeamer die Grundlage für durchgängige Prozesse, bessere Nachverfolgbarkeit und mehr digitale Kontinuität in der Entwicklung. Zudem soll die Plattform die Zusammenarbeit mit Lieferanten vereinfachen und die integrierte Mechatronik-Entwicklung bei BMW skalierbar machen. Auch KI-gestützte Engineering-Workflows sollen auf dieser Basis künftig leichter umgesetzt werden.
PTC sieht in dem Schritt ein Beispiel dafür, wie Automobilhersteller ihre Engineering-Landschaften für steigende Produktkomplexität und softwaregetriebene Entwicklungsprozesse neu aufstellen. Für BMW soll die Standardisierung vor allem bedeuten: weniger Systembrüche, mehr einheitliche Daten und somit eine robustere digitale Basis für die nächste Generation der Fahrzeugentwicklung.
Beckhoff verleiht der Automatisierung durch natürliche Sprache Schub
Die Experten für PC-basierte Steuerungstechnik von Beckhoff werden
auf der diesjährigen Hannover Messe (20. bis 24. April 2026) thematisieren, wie
Large Language Models (LLMs) über standardisierte Schnittstellen direkten
Einfluss auf reale Bewegungsabläufe nehmen. Die Integration von Physical AI
markiert dem Unternehmen zufolge einen Paradigmenwechsel in der
Fertigungsindustrie: Eine direkte Kopplung von KI-Modellen mit
deterministischer Steuerungstechnik ermögliche es Maschinen, nicht mehr nur
statische Befehle abzuarbeiten, sondern kontextbezogen und autonom auf komplexe
Anforderungen zu reagieren, so das Unternehmen. Die Experten kündigen an, dazu in Hannover das Potenzial in
Form einer kompakten Demozelle vorzustellen.
Das Exponat wird das Planarmotorantriebssystem XPlanar
mit dem KI-Tool TwinCAT CoAgent und einem Audio-Interface für Sprachbefehle kombinieren. Damit
soll eine Physical-AI-Anwendung erlebbar werden, bei der sich die schwebenden
Mover über natürliche Sprache steuern lassen und auf Kommando die nächste
Bewegungssequenz einleiten – eine laut Beckhoff spielerische Demonstration
davon, wie einfach und intuitiv die Zusammenarbeit zwischen Mensch und
Maschine künftig werden wird. Beckhoff wird dieses Szenario auf eine voll
integrierte Industrieanwendung skalieren. „Wir bringen die KI aus den
Chat-Fenstern direkt in die Maschine und ermöglichen Sprachmodellen durch neue
Standards wie MCP den Zugriff auf die reale Steuerungswelt“, ordnet Hans
Beckhoff, geschäftsführender Inhaber von Beckhoff, die aktuelle Entwicklung ein.
Im Interview: Alexander Podlich, Micromata
Künstliche Intelligenz steht bei vielen Automobilisten ganz oben auf der Agenda. Im Interview erklärt Micromata-Geschäftsführer Alexander Podlich, wo KI wirklich Wirkung entfaltet, welche Rolle der Mensch künftig noch spielt und welche Use Cases für die Autoindustrie besonders lohnenswert sind.
Viele Unternehmen in der Autoindustrie stehen bei KI noch
zwischen Experimentierphase und produktivem Einsatz. Woran entscheidet sich aus
Ihrer Sicht, ob KI im Unternehmen wirklich Wirkung entfaltet – oder ein
weiteres Technologie-Thema bleibt?
Ob KI im Unternehmen wirklich Wirkung entfaltet, entscheidet
sich aus meiner Sicht weniger daran, ob man „auch einen Chatbot“ hat, sondern
daran, ob KI operativ auf Unternehmensdaten und internes Wissen zugreifen kann:
Sicher, compliant und in den Arbeitsalltag integriert. Ein Chatbot ist ein
guter Einstieg, aber der echte Mehrwert entsteht dort, wo KI Wissen,
Entscheidungen und Prozesse verbessert. Genau daran hängt es oft: Datenzugang,
Berechtigungen, Governance, Datenschutz und zunehmend auch Fragen der digitalen
Souveränität. Diese notwendigen Vorarbeiten sind technologisch und
organisatorisch anspruchsvoll und zeigen, dass KI kein „Tool-Thema“, sondern
ein fundamentales, strategisch-integratives Thema ist. Wenn Unternehmen diese
Grundlagen jedoch schaffen und KI integrativ nutzen, entstehen spürbare Effekte
für die Wertschöpfung: bessere Qualitätssicherung, höhere Effizienz und
Skalierung von Wissen und Entscheidungen.
Sie betonen den „Human in the Loop“ und verstehen KI als
Co-Pilot statt als Ersatz. Wie verändert sich dadurch konkret die Rolle von
Fach- und Führungskräften?
KI wird in nahezu jeder Disziplin zum persönlichen
Assistenten und perspektivisch zu einem ganzen Set an KI-Agenten, die
repetitive Aufgaben übernehmen, Teilaufgaben vorbereiten oder auch ganz
übernehmen. Dadurch verändert sich Arbeit grundlegend: Menschen arbeiten
weniger „im Maschinenraum“, sondern zunehmend im Leitstand ihres KI-Stacks,
sowohl als Fachkraft als auch als Führungskraft. Konkret verschiebt sich der
Schwerpunkt von „selber machen“ hin zu Ziele klären, Kontext geben, Ergebnisse
bewerten, Qualität absichern und Verantwortung übernehmen. Diese Verantwortung
bleibt weiterhin beim Menschen, denn Arbeit wird häufig anspruchsvoller, nicht
simpler: komplexere Entscheidungen, mehr Varianten, höhere Taktung, größere
Notwendigkeit zur Einordnung. Der zentrale Faktor ist die eigene Haltung: ob
ich mich als Mensch und Organisation darauf einlasse, mutig experimentiere und
neue Arbeitsweisen zulasse. Dadurch rückt der menschliche Austausch stärker in
den Mittelpunkt: Sparring, Best Practices und auch Failures offen teilen und
sich gegenseitig im Change begleiten. Das ist die Aufgabe von uns allen.
Viele Unternehmen erwarten von KI kurzfristig Effizienz-
und Kosteneffekte. In welchen Bereichen der automobilen Wertschöpfung sehen Sie
heute die realistischsten und schnell wirksamen Einsatzfelder?
Schnelle Effekte sieht man vor allem dort, wo Wissensarbeit
und Informationsflüsse dominieren: Deep-Search und Recherche, zügige Erstellung
von Texten und Auswertungen sowie spürbar effizienteres Kommunikations- und
E-Mail-Handling. Diese Quick Wins sind oft in Wochen erreichbar. Nachhaltige
Wertschöpfung entsteht aber erst dann, wenn KI integriert in Systemen und
Prozessen wirken kann. In der Automobilindustrie sehen wir da viele
konkrete Hebel: Bots unterstützen den Kundensupport ja bereits im 1st-, 2nd-
und 3rd-Level-Support. In Sales und Aftersales spielt KI für die
Datenaufbereitung, Vermarktung und im Handel eine immer wichtigere Rolle. Ein
besonders spannender Einsatzbereich aber ist natürlich die Produktion, wo
smarte Fertigungsprozesse zunehmend auch von KI bereichert werden. Einem
unserer großen Automotive-Kunden haben wir zum Beispiel dabei geholfen, den
Energieverbrauch in Fertigungsanlagen signifikant zu senken, indem wir mithilfe
von KI und Data Science bisher unerkannte Anomalien in den Verbräuchen sichtbar
gemacht haben. Weitere Einsatzgebiete von KI sind etwa die vorausschauende
Wartung oder die Analyse von Produktionsengpässen. Angesichts der aktuellen
Herausforderungen im globalen Handel sind das alles wirksame Maßnahmen, um die
deutsche Industrie, insbesondere auch die Automotive-Branche, zukunftsfähig zu
machen.
Elektrobit und Mobileye bringen das autonome Fahren voran
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Elektrobit und Mobileye geben Zusammenarbeit bei Lösungen für autonome Fahrzeuge bekanntElektrobit und Mobileye
Der Automotive-Software-Anbieter und Spezialist für SDV-Ökosysteme Elektrobit und der Mobilitätsexperte Mobileye geben ihre Zusammenarbeit bei Lösungen für autonome Fahrzeuge bekannt. Konkret bedeutet dies, dass die Open-Source-Betriebssystemlösung EB
corbos Linux for Safety Applications Teil des Selbstfahrsystems Mobileye
Drive wird. Das
skalierbare, autonome End-to-End-Selbstfahrsystem nach Level 4 soll dabei die
Grundlage für globale OEMs und Robotaxi-Hersteller bilden. Durch die Integration von
Elektrobits zertifizierter Lösung stellt das System Automotive-Funktionen und
Feld-Updates bereit. EB
corbos Linux for Safety Applications ermöglicht Automobilherstellern und
-lieferanten die Nutzung von Linux in sicherheitsrelevanten
HPC-Funktionsdomänen (High-Performance Computing), wie Anwendungen für
Fahrerassistenzsysteme und autonome Fahrzeuge. Das skalierbare Selbstfahrsystem Mobileye
Drive ist für die Integration in verschiedene Fahrzeugtypen konzipiert und ermöglicht den vollautonomen Betrieb ohne menschlichen Eingriff unter
bestimmten Fahrbedingungen und -umgebungen.
Automobilhersteller,
Tier-1-Zulieferer und Technologieunternehmen würden zunehmend zusammenarbeiten, um
das autonome Fahren voranzutreiben, sagt Maria Anhalt, CEO von Elektrobit und betont: „Die
Zusammenarbeit mit Mobileye und die Öffnung der Kooperation bei EB corbos Linux
for Safety Applications zeigt unser Bekenntnis zu praktischen, sicheren und
skalierbaren Innovationen.“ Johann
„JJ“ Jungwirth, Executive Vice President Autonomous Vehicles bei Mobileye, sieht in der Zusammenarbeit mit dem Softwareunternehmen Elektrobit einen Schlüsselfaktor, um die Serienfertigung von Fahrzeugen mit dem Selbstfahrsystem
Mobileye Drive zu beschleunigen. Er konkretisiert: „Unsere
Kunden planen die Bereitstellung einer großen Anzahl von autonomen Fahrzeugen
in den kommenden Jahren. Damit werden Systemstabilität und -zuverlässigkeit
noch wichtiger.“
Contact Software wird Core Member im KI-Innovationspark IPAI
Contact wird Core Member im KI-Innovationspark IPAIContact Software
Der im Aufbau befindliche Innovationspark Künstliche Intelligenz (IPAI) im baden-württembergischen Heilbronn soll zum größten Ökosystem für Künstliche Intelligenz (KI) in Europa heranwachsen. Dort sollen neben Unternehmen und der Wissensschaft auch Start-ups und unterschiedliche Akteure und Talente an KI-basierten Softwareprodukten und -lösungen arbeiten. Wie der Anbieter von offener Standardsoftware Contact Software nun mitteilt, ist er neues Mitglied dieser KI-Innovationsplattform. Das Softwareunternehmen stellt mit "Contact Fourier AI" eigenem Bekunden zufolge eine ganzheitliche Architektur bereit, die KI in
jeder Phase des Produktlebenszyklus verankert.
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Aus Sicht von Udo Göbel, Chief Artificial Intelligence Officer im Unternehmen, entwickelt sich mit IPAI ein europäisches Zentrum für KI, an dem man aktiv daran mitarbeiten, neue Impulse setzen und auch aufnehmen will. Durch die Mitgliedschaft soll Contact Software nicht nur zur Gestaltung
ethischer und nachhaltiger KI-Standards beitragen, sondern auch vom
intensiven Austausch mit dem Netzwerk, Best-Practice-Ansätzen und
maßgeschneiderten Education-Formaten profitieren. Dies unterstütze den Softwareanbieter
maßgeblich dabei, die Anforderungen von Unternehmen aus verschiedenen
Industrien frühzeitig zu verstehen und zielgerichtet in seine KI-Lösungen
einzuarbeiten.
Forterro und blp setzen auf KI-basierte Automatisierung
von Dokumenten
Wie der Softwareanbieter Forterro und der in der Schweiz angesiedelte Spin-off der ETH Zürich, blp, ankündigen, erweitern sie das Portfolio mit KI-gestützter Automatisierung von ERP-Prozessen für ein- und ausgehende Dokumente. Dank KI-Einsatzes werden Dokumente nicht mehr digitalisiert, sondern echt automatisiert, heißt es bei Forterro. Dokumente sollen nicht mehr nur digital erfasst und an Mitarbeiter weitergeleitet werden, sie werden dank KI auch inhaltlich verstanden und mit den richtigen ERP-Daten validiert. Somit wird der ERP-Prozess automatisiert verarbeitet – dies vollständig ohne manuelles Eingreifen, so das Unternehmen weiter. „Durch die Partnerschaft mit blp sind mittelständische Unternehmen in der Lage ihre dokumentbasierten ERP-Prozesse bis zu 85 Prozent voll zu automatisieren, also jegliche menschliche Interaktion zu eliminieren", sagt Marcus Pannier, LoB Präsident bei Forterro. Out of the Box seien Automationsgrade zwischen 60 und 70 Prozent realisierbar.
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Im Interview: Bernd Gilgen, Ferchau Automotive
Die digitale Transformation und die umfassenden Umwälzungen in der Automobilindustrie machen auch vor Engineering-Spezialisten nicht Halt. Im Kurzinterview erklärt Bernd Gilgen von Ferchau Automotive, wie Engineering-Dienstleister den Fachkräftemangel meistern und welche Chancen neue Technologien eröffnen.
Herr Gilgen, mit der AI Core Group treiben Sie das Thema
KI intern voran. Was war der Auslöser für diese Initiative – und wie verändert
sie die Zusammenarbeit im Unternehmen?
Wir haben früh erkannt, dass Künstliche Intelligenz kein
Zukunftsthema, sondern ein strategischer Innovationstreiber ist. Mit der AI
Core Group haben wir bereits vor drei Jahren eine interne Plattform geschaffen,
um KI-Kompetenzen systematisch auszubauen. Initiiert von Philipp Nolte und
Daniel Obrenovic, vernetzt die Gruppe heute Fachbereiche wie Maschinenbau,
Elektrotechnik und Softwareentwicklung standortübergreifend. Schulungen und
Pilotprojekte fördern eine neue Form interdisziplinärer Zusammenarbeit – mit
dem Ziel, KI gezielt in Kundenprojekten zur Anwendung zu bringen.
Wie verändert KI die Anforderungen an
Engineering-Dienstleister?
KI erweitert den klassischen Engineering-Begriff. Neben
Hardware- und Softwareentwicklung rücken Datenmanagement und
Algorithmenkompetenz in den Mittelpunkt. Projekte erfordern zunehmend die
Verbindung verschiedener Disziplinen: Wer Maschinenbau, Elektrotechnik,
Regelungstechnik und Softwareentwicklung integriert, kann komplexe KI-Systeme
umsetzen. Gleichzeitig verändert sich der Kundenbedarf. Viele Unternehmen
stehen beim Thema KI noch am Anfang. Wir übernehmen daher zunehmend eine
vermittelnde und erklärende Rolle: Wir zeigen, wie sich KI praktisch einsetzen
lässt – etwa mit Projekten wie dem „Hexapod“-Demonstrator, der die Prinzipien
von Reinforcement Learning aufzeigen kann, oder
Predictive-Maintenance-Lösungen. Entscheidend ist, dass KI nicht als theoretisches
Konzept verstanden wird, sondern als Werkzeug, das datenbasiert Effizienz und
Qualität messbar steigert.
Wenn Sie einen Blick in die Zukunft wagen: Welche
KI-Trends werden Ihrer Meinung nach die Automobilbranche nachhaltig verändern –
und welche bleiben eher Vision?
Nachhaltig prägen die Branche vor allem Datenmanagement,
Predictive Analytics und Edge AI. Unternehmen beginnen, ihre Datenbestände
strategisch zu nutzen. KI macht daraus verwertbares Wissen, ermöglicht
präventive Wartung und Echtzeitentscheidungen im Fahrzeug. Ebenso wichtig sind
Human-in-the-Loop-Systeme, bei denen KI den Menschen gezielt unterstützt,
anstatt ihn zu ersetzen. Großes Potenzial sehe ich auch in der Smart
Production: KI-gestützte Bildverarbeitung, Robotiksteuerung und digitale
Zwillinge erhöhen Qualität, Effizienz und Nachhaltigkeit bis hin zur
datenbasierten Reduktion des CO₂-Fußabdrucks in der Fertigung. Visionär bleiben
dagegen vollständig autonome Fahrzeuge (Level 5) oder KI-gesteuerte
Entwicklungsprozesse und Lieferketten. Sie sind technisch faszinierend, aber in
der Breite noch Zukunftsmusik, vor allem wegen regulatorischer Hürden und
Sicherheitsanforderungen.
SAP-Architektur stärkt Prozesse bei BMW
BMW meldet erfolgreiche Projekte in seiner Produktionslogistik und dem Finanzwesen.(Bild: BMW Group)
Im Rahmen der Initiative „RISE with SAP“ hat die BMW Group bereits 2023 einen umfassenden Transformationsprozess gestartet, mit dem Ziel einer Migration bestehender SAP-Systeme in eine moderne, cloudbasierte Architektur, die zugleich den verstärkten Einsatz von KI ermöglichen soll. Der OEM meldet nun erfolgreiche Projekte in seiner Produktionslogistik und dem Finanzwesen mit Blick auf den Aufbau einer neuen, cloudbasierten IT-Architektur. Im Rahmen der Partnerschaft mit SAP habe man zentrale Unternehmensprozesse auf eine serviceorientierte und cloudbasierte Plattform übertragen und erreiche damit ein neues Level an Effizienz, Qualität und Automatisierung, so BMW-CIO Alexander Buresch.
Gerade in der Produktion ermöglicht die sogenannte Prozesskette Teile (PKT) eine digitale Steuerung sämtlicher inhouse produzierter Komponenten sowie der von externen Zulieferern. Bislang wurde neben dem Mini-Werk Oxford auch das volumenstarke Werk in Regensburg erfolgreich auf die digitale Produktionslogistik umgestellt. Bis Ende des Jahres sollen das Stammwerk München sowie das neue Werk im ungarischen Debrecen folgen. Letzteres wird ab Ende des Jahres mit dem vollelektrischen BMW iX3 das erste Modell der Neuen Klasse produzieren. Als Teil der BMW iFactory wird die digitale Logsitik schrittweise weltweit an allen Produktionsstandorten eingeführt. Neben den Fahrzeugwerken werde man zukünftig auch die neuen Montagestandorte für die Hochvoltspeicher der sechsten Generation integrieren, ergänzt Michael Nikolaides, Leiter Produktionsnetzwerk, Logistik bei der BMW Group.
Contact Software und Unity pushen die Digitalisierung
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Die Managementberatung Unity und der Anbieter von offener StandardsoftwareContact Software verkünden eine Kooperation, mit der sie eigenem Bekunden zufolge eine Verbindung zwischen strategischer Prozessberatung und der konkreten Implementierung passender IT-Systeme schaffen. Man wolle diese Lücke schließen und Kunden aus verschiedenen Branchen eine ganzheitliche Digitalisierung ihrer Entwicklungsprozesse bieten, heißt es dazu. Die modulare Technologieplattform Contact Elements soll konkrete IT-Tools bereitstellen und Künstliche Intelligenz systematisch und anwendungsübergreifend einbetten.
Mit Code the Product bringe Unity einen Beratungsansatz mit, bei dem Produkte, genau wie Software, durchgängig digital entwickelt werden. Gemeinschaftlich könne man die bestmöglichen Lösungen für die Kunden entwickeln und implementieren. Der Weg zu Software-definierten Produkten erfordere PLM-Fähigkeiten neu zu orchestrieren, betont Patrick Müller, CCO bei Contact Software.
GlobalLogic und Volvo Cars vertiefen ihre Zusammenarbeit
Im Bereich Digital Engineering vertieft Volvo sein Teamwork mit GlobalLogic.(Bild: Volvo Cars)
Ziel der Zusammenarbeit sei es, gemeinsam eine neue Generation schnellerer, intelligenterer und skalierbarer digitaler Mobilitätserlebnisse und -lösungen zu entwickeln, betont man beim Anbieter im Bereich Digital Engineering, GlobalLogic. Das zur Hitachi-Gruppe gehörende Unternehmen bringt dazu sein globales Delivery-Modell in die Partnerschaft mit dem schwedischen Automobil-OEM ein. Eigenem Bekunden zufolge soll es technische Kompetenz mit tiefem Branchenwissen und skalierbaren, verteilten Teams verbinden, um softwarebasierte Lösungen entlang des gesamten Fahrzeuglebenszyklus zu entwickeln. Als bevorzugter Innovations- und Engineering-Partner bringe man über 20 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Fahrzeugsoftware sowie Plattformen für Connected Cars ein, heißt es im Team um Ramki Krishna, Group Vice President & General Manager, Mobility & Industrial bei GlobalLogic. 2024 wurde das Unternehmen mit dem Resilience Award auf der Volvo Cars Supplier Expo ausgezeichnet. Der Award zeichnet die Fähigkeit aus, nachhaltigen Mehrwert durch innovative Lösungen zu schaffen.