Operational AI

Wie KI aus der Pilotfalle in die industrielle Skalierung kommt

KI ist gesetzt – Skalierung nicht. Der Kyndryl Readiness Report 2025 zeigt: Deutschlands Industrie investiert – doch Skalierung scheitert oft am Fundament. Drei Hebel, wie Werke und Logistikzentren den Sprung schaffen.

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Leere Produktionsstraße mit orangefarbenem Förderrahmen in heller Fabrikhalle
Raus aus der Pilotfalle: Wie KI in Smart Production & Logistics skaliert

KI zwischen Erwartungsdruck und Realität

Deutschlands Werke und Logistikzentren stehen unter doppeltem Druck: Künstliche Intelligenz soll kurzfristig Effizienz, Qualität und Stabilität erhöhen, gleichzeitig wachsen die Anforderungen an Datenhoheit, Resilienz und Compliance.

Der Kyndryl Readiness Report 2025 macht diese Spannung deutlich: 90 Prozent der deutschen Unternehmen erwarten, dass KI etablierte Jobs bereits in den kommenden zwölf Monaten grundlegend verändert. Gleichzeitig fühlen sich nur 26 Prozent ausreichend auf externe Risiken vorbereitet. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten und regulatorische Vorgaben: 81 Prozent äußern Sorgen zur Datenspeicherung in globalen Cloud‑Umgebungen, 66 Prozent haben ihre Cloud‑Strategie bereits angepasst.

Während der Hunger nach KI‑Lösungen ungebrochen ist, steigt der wirtschaftliche Druck. 62 Prozent der Befragten berichten von zunehmenden ROI‑Anforderungen – dennoch kommen viele Initiativen nicht über die Pilotphase hinaus.


Skalierung beginnt nicht beim Use Case

Für Smart Production & Logistics bedeutet das: Skalierung beginnt nicht mit dem nächsten KI‑Modell, sondern mit dem Fundament. Entscheidend sind integrierte Daten‑ und Prozessketten über Shopfloor, Instandhaltung, Qualitätsprüfung und Supply Chain hinweg.

Zentral ist dabei eine saubere IT/OT‑Kopplung. Maschinen‑, Sensor‑ und Steuerungsdaten aus der operativen Ebene (OT) müssen in Echtzeit, standardisiert und sicher in übergeordnete IT‑Systeme wie MES, ERP oder Analytics‑Plattformen integriert werden. Ergänzt um resiliente Netz‑ und Edge‑Strukturen sowie klare Governance‑Modelle wird KI vom punktuellen Assistenten zum operativen Taktgeber – mit messbaren Effekten auf Durchlaufzeiten, Ausschussquoten und Anlagenverfügbarkeit.

Drei Muster aus der Praxis

Wie sich KI jenseits von Piloten skalieren lässt, zeigen drei typische Anwendungsmuster:

  1. Qualitätssicherung in der Produktion: KI‑gestützte Modelle erkennen Prozessanomalien frühzeitig – etwa durch die Analyse akustischer Signale direkt aus der Fertigungslinie. Fehler lassen sich identifizieren, bevor sie Ausschuss oder Stillstände verursachen.
  2. Mehr Auskunftsfähigkeit in der Logistik: In der Logistik verbessert Generative AI die Transparenz spürbar. Ein Third‑Party‑Logistics‑Anbieter entwickelte gemeinsam mit Kyndryl innerhalb weniger Wochen einen Prototyp, der Anfragen in natürlicher Sprache automatisiert in Datenbankabfragen übersetzt und Reporting‑ sowie Serviceprozesse entlastet.
  3. Transparenz in globalen Fertigungsnetzwerken: In komplexen Multi‑Plant‑Umgebungen liefern KI‑gestützte Echtzeit‑Insights neue Transparenz. Störungen lassen sich schneller identifizieren, Abhängigkeiten zwischen Standorten besser verstehen und Produktionsnetzwerke gezielter steuern.

SAP als Beschleuniger

Ein zentraler Enabler für skalierbare KI bleibt SAP. Als RISE‑with‑SAP‑Partner unterstützt Kyndryl Unternehmen bei der Migration auf SAP S/4HANA Cloud Private Edition – von der Beratung über die Umsetzung bis hin zu Managed Services.

Für den Clean‑Core‑Ansatz kommen zunehmend agentische KI‑Werkzeuge zum Einsatz. In Zusammenarbeit mit Nova Intelligence lassen sich Dokumentation, Analyse, Modernisierung und Tests von Custom Code deutlich beschleunigen und Transformationen planbarer gestalten.


Fazit

Wer 2026 in Smart Production & Logistics mit KI führen will, muss die Pilotfalle verlassen. Der Schlüssel liegt in belastbaren Daten‑, Integrations‑ und Governance‑Schichten – und im gezielten Einsatz von KI dort, wo sie entlang der Wertschöpfungskette nachweisbaren wirtschaftlichen Mehrwert liefert.

 

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