300 Millionen Euro in Deutschland

Siemens investiert ins Backbone für KI-Rechenzentren

Siemens baut seine Fertigung für elektrische Schaltanlagen in Frankfurt und Offenbach massiv aus. Mit einem Investitionsvolumen von 300 Millionen Euro reagiert der Konzern auf die steigende Nachfrage aus KI-Rechenzentren, Industrie und E-Mobilität.

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Unter anderem profitiert das Schaltanlagenwerk in Frankfurt am Main von Siemens neuerlicher Millioneninvestition.

Siemens investiert 300 Millionen Euro in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten für elektrische Schaltanlagen in Deutschland. Der Konzern reagiert damit auf die weltweit steigende Nachfrage nach Energieverteilungstechnologien, die insbesondere durch den Boom von KI-Rechenzentren, die zunehmende Elektrifizierung der Industrie und den Ausbau der Elektromobilität getrieben wird.

Die Investition umfasst den Ausbau bestehender Werke in Frankfurt am Main sowie den Aufbau eines neuen Zulieferstandorts im benachbarten Offenbach. Die Bauarbeiten sollen im Juli 2026 beginnen, die Produktion in Offenbach ist ab Frühjahr 2027 geplant. Bis 2030 will Siemens in diesem Zusammenhang bis zu 700 neue Arbeitsplätze schaffen.

KI treibt Nachfrage nach Energieinfrastruktur

Im Fokus des Investments stehen elektrische Schaltanlagen, die eine zentrale Rolle bei der sicheren Verteilung und Steuerung von Strom in Fabriken, Industrieanlagen und Rechenzentren spielen. Gerade die rasante Verbreitung von KI-Anwendungen erhöht den Bedarf an leistungsfähiger Energieinfrastruktur.

Nach Angaben von Siemens verzeichnete die Sparte Smart Infrastructure im Geschäft mit Rechenzentren im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Rekord-Auftragsbestand beziehungsweise Auftragswert von 1,9 Milliarden Euro. Der Umsatz mit entsprechenden Technologien stieg im ersten Halbjahr 2026 um mehr als 45 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.

„Ob Rechenzentren, Elektromobilität oder industrielle Automatisierung – die Nachfrage nach intelligenter Elektrifizierung wächst weltweit“, sagt Siemens-CEO Roland Busch. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, investiere das Unternehmen gezielt in zusätzliche Fertigungskapazitäten.

Ausbau als Teil einer globalen Strategie

Die Investition in Deutschland ist Teil einer umfassenderen Kapazitätserweiterung. Bereits im März 2026 hatte Siemens Investitionen von 165 Millionen US-Dollar in seine US-Standorte angekündigt, um das Wachstum rund um KI-Anwendungen und Rechenzentren zu unterstützen.

Mit dem Ausbau in Frankfurt und Offenbach will der Konzern die weltweite Versorgung mit Schaltanlagen absichern. Dafür wird Siemens ein Gelände in Offenbach anmieten und dort künftig Vorfertigungsprozesse ansiedeln, die bislang am Stammwerk in Frankfurt durchgeführt werden. Parallel entsteht bis Oktober 2027 eine zusätzliche Produktionshalle in Frankfurt.

Rechenzentren werden strategischer Wachstumstreiber

Für Siemens entwickeln sich Rechenzentren zunehmend zu einem der wichtigsten Wachstumsmärkte. Die steigenden Leistungsanforderungen von KI-Modellen führen weltweit zu Investitionen in neue Rechenzentrumskapazitäten und damit auch in die zugehörige Stromversorgung.

Frankfurt spielt dabei eine zentrale Rolle. Der Standort produziert seit mehr als vier Jahrzehnten elektrische Schaltanlagen und gilt innerhalb des Konzerns als Kompetenzzentrum für gasisolierte Schaltanlagen. Darüber hinaus entwickelt und produziert Siemens dort F-Gas-freie Alternativen auf Basis der sogenannten „Clean Air“-Technologie.