Datenbasierte Mobilität

Connected Cars stärkt Volkswagens Flottengeschäft

Mit der Partnerschaft zwischen Volkswagen und Connected Cars rückt der Nutzfahrzeugservice stärker in Richtung Echtzeitdiagnose. Fahrzeugdaten sollen helfen, Wartung besser zu planen und Ausfälle im Flottenbetrieb früher zu vermeiden.

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Volkswagen ID. Buzz fährt auf einer Landstraße. Türkise Cloud-Symbole und Datenlinien visualisieren die Vernetzung mehrerer Fahrzeuge.
Vernetzte Fahrzeuge liefern die Grundlage für neue Serviceangebote im Fuhrparkgeschäft von Volkswagen.

Volkswagen und Connected Cars arbeiten künftig bei der Digitalisierung von Nutzfahrzeugen zusammen. Die strategische Partnerschaft soll dazu beitragen, Servicedaten aus Flotten früher nutzbar zu machen und Wartungsprozesse stärker vorausschauend zu steuern. Nach Angaben der Unternehmen werden Telematiklösungen des dänischen Anbieters in das Flottenmanagementsystem Connect Pro des Wolfsburger Konzerns eingebunden. Werkstätten und Flottenverantwortliche sollen dadurch schneller Zugriff auf relevante Fahrzeugdaten erhalten.

Im Mittelpunkt der Kooperation steht die Frage, wie sich Ausfälle im gewerblichen Fuhrpark früher erkennen lassen. Die Lösung von Connected Cars soll Warnmeldungen, Fehlercodes und Betriebsdaten aus Volkswagen Nutzfahrzeugen in Echtzeit verfügbar machen. Dadurch könnten Werkstätten Wartungsbedarf erkennen, bevor daraus größere Defekte entstehen. Auch die Planung von Reparaturen soll erleichtert werden, etwa weil Ersatzteile rechtzeitig verfügbar gemacht und notwendige Unterlagen vorbereitet werden könnten.

Für Flottenbetreiber hätte ein solcher Ansatz vor allem praktische Bedeutung. Kürzere Standzeiten, besser planbare Werkstatttermine und ein transparenterer Fahrzeugzustand könnten die Betriebskosten senken. Volkswagen kann nach eigener Darstellung seine Geschäftskunden dadurch künftig proaktiver betreuen.

Neue Rolle für Händlerbetriebe

Die Zusammenarbeit verändert auch die Rolle der Händler und Servicepartner. Sie sollen nicht erst reagieren, wenn ein Fahrzeug bereits ausgefallen ist, sondern Kunden auf absehbare Wartungsfälle hinweisen können.  „Die Partnerschaft markiert einen entscheidenden Schritt bei der Neugestaltung des künftigen Fahrzeugservices. Wenn unsere Technologie direkt mit dem digitalen Ökosystem von Volkswagen verknüpft wird, können wir echte Predictive Maintenance liefern – also Service, bevor etwas ausfällt. Das versetzt Flottenbetreiber in die Lage, proaktiver zu handeln, indem sie potenzielle Probleme erkennen, bevor sie eskalieren", kommentiert Jesper Hill-Kjærsgaard, CEO von Connected Cars. Der Ansatz könnte Werkstätten helfen, Abläufe besser zu planen. Zugleich entstehen für Händler zusätzliche Kontaktpunkte mit Flottenkunden, etwa wenn Verschleißteile frühzeitig erkannt und passende Servicetermine angeboten werden.

Die Partnerschaft soll zunächst in ausgewählten europäischen Märkten eingeführt werden. Innerhalb von fünf Jahren ist laut der Unternehmen vorgesehen, das System in allen Nutzfahrzeugmärkten von Volkswagen vollständig zu implementieren. Damit setzt der Automobilhersteller auf einen Ausbau digitaler Dienstleistungen rund um den laufenden Fahrzeugbetrieb. Für Connected Cars bedeutet die Vereinbarung einen Zugang zu einem größeren europäischen Nutzfahrzeugnetzwerk. Das dänische Unternehmen ist seit 2016 auf digitale Diagnoselösungen für die Automobilbranche spezialisiert. Nach eigenen Angaben sind weltweit mehr als 300.000 Fahrzeuge über die Technologie des Anbieters vernetzt.

Daten rücken in den Mittelpunkt des Aftersales

Nach Einschätzung von David Bailey, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Birmingham Business School, spiegelt die Partnerschaft einen klaren Trend in der Branche wider: Immer mehr Kooperationen zwischen Technologieunternehmen und Fahrzeugherstellern entstehen, um datengetriebene Geschäftsmodelle zu entwickeln. „Wir erleben derzeit eine markante Entwicklung, bei der Technologieunternehmen und Automobilhersteller zunehmend zusammenarbeiten, um neue Lösungen zu entwickeln, die die Branche grundlegend verändern. Im Mittelpunkt standen in erster Linie Produktion und Verkauf von Fahrzeugen – heute rücken zunehmend Mobilitätsdienste, Konnektivität und Datenmonitoring in den Vordergrund,“ kommentiert Bailey.

Für Volkswagen und Connected Cars ist die Partnerschaft damit mehr als eine technische Integration. Sie zeigt, wie sich der Aftersales im Nutzfahrzeugbereich durch vernetzte Systeme, Echtzeitdiagnose und vorausschauende Wartung verändern könnte.