Markus Schrick, Xpeng

„Technologie muss in Deutschland anders erzählt werden“

Xpeng will in Deutschland aus der Nische: Mit mehr Modellen, wachsendem Händlernetz und vertrauensbildenden Maßnahmen soll der Absatz deutlich steigen. Für Deutschlandchef Markus Schrick ist dabei klar: Technologie muss erlebbar und alltagstauglich sein.

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Markus Schrick, Geschäftsführer der Xpeng Vertriebsregion Central Europe, will Xpengs Technologie-Versprechen in Deutschland mehr Sichtbarkeit verschaffen.

Xpeng gehört auf dem deutschen Automobilmarkt zu einer Reihe chinesischer Newcomer. Im vergangenen Jahr haben Sie hierzulande gut 3.000 Fahrzeuge abgesetzt. Das ist für Sie ein deutliches Plus, aber im Vergleich zu heimischen Marken immer noch sehr wenig. Was ist für Sie der entscheidende Hebel, die Verkäufe deutlich zu steigern?

Der wichtigste Hebel ist Sichtbarkeit kombiniert mit Vertrauen. Das vergangene Jahr war für uns das erste volle Geschäftsjahr in Deutschland, da ging es zunächst darum, anzukommen. Jetzt gehen wir in die Skalierung. Entscheidend sind dafür drei Faktoren: eine deutlich breitere Modellpalette, ein stark wachsendes Händlernetz und stabile Rahmenbedingungen bei Preisen und Restwerten. Wir setzen bewusst auf Vertragshändler mit E-Auto‑Expertise, die Nähe zum Kunden und Servicekompetenz sicherstellen. Mit fünf neuen Modellen allein 2026 und einer flächendeckenderen Präsenz schaffen wir die Grundlage, um aus einem Nischenanbieter herauszuwachsen.

Wie wichtig ist Ihnen der physische Handel und der direkte Draht zum Kunden vor Ort – vor allem als neuer tech‑affiner Player aus China?

 Der physische Handel ist für uns zentral. Gerade als neue Marke müssen wir Vertrauen aufbauen und das gelingt am besten über persönliche Beratung, Probefahrten und eine verlässliche Serviceinfrastruktur. Digitalisierung und Software‑Kompetenz sind Teil unserer DNA, ersetzen aber nicht den menschlichen Kontakt. Deshalb setzen wir in Deutschland bewusst auf ein starkes Vertragshändler‑Modell mit erfahrenen Partnern, die Elektromobilität erklären, Ängste nehmen und langfristige Kundenbeziehungen aufbauen können. Für uns ist der Handel kein Widerspruch zu einem Tech‑Ansatz, sondern dessen wichtigste Verlängerung ins reale Kundenerlebnis.

Xpeng gilt als technologischer Vorreiter, in China orientieren sich Größen wie Volkswagen an Ihrer Innovationsfähigkeit. Soll Xpeng auch in Deutschland durch das Technologieversprechen punkten oder legen Sie hier einen anderen Schwerpunkt?

Technologie ist unser Markenkern – auch in Deutschland. Aber sie muss hier anders erzählt werden. Es geht nicht darum, möglichst viele Features aufzuzählen, sondern darum, erlebbaren Nutzen zu schaffen: kurze Ladezeiten dank 800‑Volt‑Architektur, hohe Effizienz, intelligente Fahrerassistenz und ein Software‑Ansatz, der kontinuierlich besser wird. Wir wollen Technik entmystifizieren und sie alltagstauglich machen. Gerade auf dem anspruchsvollen deutschen Markt überzeugt am Ende nicht das Innovationsversprechen allein, sondern die Kombination aus technologischer Exzellenz, Qualität und Zuverlässigkeit.

In Deutschland sind Autokäufer und Flottenkunden immer noch reserviert, was das Thema Elektromobilität anbelangt. Lässt sich dieses Stimmungsbild durch ein technologisch verbessertes Produktportfolio verändern oder braucht es externe Impulse, Rahmenbedingungen wie Infrastruktur oder Strompreise zu verbessern?

Ein besseres Produkt ist Voraussetzung, aber nicht ausreichend. Moderne Elektrofahrzeuge entkräften viele der klassischen Vorbehalte wie bei Reichweite oder Ladezeit bereits heute. Trotzdem bleiben externe Faktoren entscheidend. Eine verlässliche Ladeinfrastruktur, wettbewerbsfähige Strompreise und klare politische Leitplanken sind notwendig, um Planungssicherheit zu schaffen, insbesondere für Flottenkunden. Als Hersteller können wir den technologischen Teil liefern und Vertrauen in die Elektromobilität aufbauen. Die breite Marktakzeptanz entsteht aber nur im Zusammenspiel von Industrie, Politik und Energieversorgern.