Mahnung vom NHTSA

US-Behörde warnt vor Edge Cases beim autonomen Fahren

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA fordert Entwickler fahrerloser Systeme zum raschen Handeln auf. Nach mehreren Zwischenfällen mit Rettungskräften sollen sie die Erkennung von Einsatzlagen verbessern und konkrete Lösungen vorlegen. 

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Ein Warndreieck mit der Aufschrift „Unfall“ steht auf einer Straße. Im unscharfen Hintergrund befinden sich mehrere Feuerwehrfahrzeuge und Einsatzkräfte.
Einsatzstellen stellen automatisierte Fahrsysteme vor komplexe Situationen. Die NHTSA fordert Entwickler auf, die Reaktion auf Rettungsfahrzeuge, Warnsignale und abgesperrte Bereiche zu verbessern.

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA erhöht den Druck auf Entwickler und Betreiber fahrerloser Fahrzeuge. In einem Schreiben vom 8. Juli fordert die Behörde die Unternehmen auf, Probleme bei der Interaktion autonomer Systeme mit Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten unverzüglich zu beheben.

Nach Angaben der Aufsicht habe sich in den vergangenen Monaten ein problematisches Muster gezeigt. Fahrerlose Fahrzeuge seien in aktive Einsatzstellen gefahren, hätten Zufahrtswege von Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeugen blockiert oder nicht angemessen auf Warnsignale reagiert.

Zu den von der NHTSA genannten Situationen zählen Begegnungen mit Blaulicht, Warnfackeln, Rauch, Feuer und Verkehrskegeln. Die Behörde bewertet eine unzureichende Reaktion auf solche Signale als funktionale Schwäche der jeweiligen Systeme. Einsatzorte seien keine seltenen Sonderfälle, sondern gehörten zum regulären Straßenverkehr.

Sicherheitsbehörde verlangt Priorisierung

Die Entwickler sollen ihre Ressourcen nach dem Willen der US-Behörde kurzfristig auf die sichere Bewältigung entsprechender Verkehrssituationen konzentrieren. Die Technik müsse Einsatzkräfte unterstützen und rechtzeitig aus deren Weg fahren. Eine Behinderung von Rettungsfahrzeugen könne nicht als geringfügiger Softwarefehler behandelt werden. Die Verkehrssicherheitsbehörde verweist darauf, dass bei Rettungseinsätzen jede Verzögerung Folgen haben könne. Auch menschliche Fahrer müssten in den USA mit Geld- oder Freiheitsstrafen rechnen, wenn sie Einsatzkräfte behinderten. Für automatisierte Fahrsysteme müssten deshalb vergleichbar hohe Anforderungen an das Verkehrsverhalten gelten.

Bis Ende Juli will die NHTSA Gespräche mit Anbietern fahrerloser Fahrsysteme führen. Dabei sollen die Unternehmen darlegen, mit welchen technischen und betrieblichen Maßnahmen sie auf die festgestellten Probleme reagieren wollen. Zugleich kündigte die Aufsicht an, ihre bestehenden Durchsetzungsbefugnisse zu nutzen, falls erhebliche Sicherheitsbedenken nicht ausgeräumt würden. Konkrete Verfahren, Fristen oder mögliche Sanktionen nennt das Schreiben nicht.

Förderung und Kontrolle sollen parallel laufen

Grundsätzlich hält die Behörde an ihrer Unterstützung für automatisierte Fahrzeugtechnik fest. Sie verweist auf das Potenzial der Systeme, menschliche Fehler zu reduzieren, die Zahl schwerer Verkehrsunfälle zu senken und die Mobilität von Menschen mit Behinderungen zu verbessern. Die NHTSA sieht ihre Aufgabe nach eigener Darstellung darin, technologische Entwicklung zu erleichtern und gleichzeitig die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Das Vertrauen der Öffentlichkeit müsse sich die Branche jedoch durch zuverlässig funktionierende Systeme erarbeiten.