Weg frei trotz strenger China-Regeln
Volvo erhält US-Sondergenehmigung für vernetzte Fahrzeuge
Volvo bekommt in den USA grünes Licht für den Import und Verkauf vernetzter Fahrzeuge. Eine Sondergenehmigung der US-Regierung gemäß neuer Sicherheitsregeln könnte der Geely-Tochter so das Geschäft in einem zunehmend anspruchsvollen Marktumfeld sichern.
Volvo darf in Zukunft auch auf dem US-Markt Fahrzeuge mit Software mit chinesischen Anteilen verkaufen und importieren.
Volvo Cars
Volvo Cars hat von den US-Behörden eine spezielle
Genehmigung für den Import und Verkauf vernetzter Fahrzeuge erhalten. Die
Zustimmung erfolgt im Rahmen der US-Verordnung „Securing the Information and
Communications Technology and Services Supply Chain: Connected Vehicles“, die
das US-Handelsministerium Anfang 2025 veröffentlicht hatte und die den Einsatz
von Hard- und Software-Komponenten aus Staaten wie Russland oder China verbietet.
Volvo ist eine Tochtermarke des chinesischen Geely-Konzerns und nutzt auch
dessen Plattformen.
Im Vorfeld der erteilten Sondergenehmigung musste Volvo ein
individuelles Prüfverfahren mit dem Handelsministerium durchlaufen. Die
Entscheidung fiel nach intensiven Gesprächen über Corporate Governance,
Technologiearchitektur und Datensicherheitskonzepte des schwedischen OEMs.
USA bleiben Schlüsselmarkt für Volvo
Die Vereinigten Staaten zählen zu den größten Märkten für
Volvo Cars. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Werk in Charleston, South
Carolina, in das bislang mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar investiert wurden.
Über 2.000 Arbeitsplätze sind dort entstanden.
Weitere Investitionen sind bereits geplant: Bis 2030 sollen
zwei zusätzliche Modelle in South Carolina vom Band laufen. Neben der lokalen
Produktion stärkt Volvo auch seine organisatorische Präsenz, unter anderem mit
einem US-Hauptsitz in New Jersey.
Regulierung verschärft sich deutlich
Die Bedeutung der nun erteilten Sondergenehmigung wird vor
dem Hintergrund einer massiv verschärften US-Regulatorik deutlich. Mit der
sogenannten „Final Rule“ hat das Handelsministerium Anfang 2025 ein Regelwerk
verabschiedet, das den Einsatz chinesischer und russischer Hard- und Software
in vernetzten Fahrzeugen untersagt.
Konkret betreffen die Vorgaben zentrale Fahrzeugfunktionen
wie Telematiksysteme, Mobilfunkmodule oder Software für automatisierte
Fahrfunktionen. Software-Verbote greifen ab 2027, Hardware-Regeln folgen ab
Modelljahr 2030. Auch Hersteller mit engen Verbindungen zu China oder Russland
sollen ab 2027 keine vernetzten Fahrzeuge mehr in den USA verkaufen dürfen.
Die US-Regierung begründet die Maßnahmen mit
Sicherheitsbedenken: Moderne Fahrzeuge seien „Computer auf Rädern“, die
sensible Daten sammeln und potenziell angreifbar seien.
Auswirkungen auf globale Lieferketten
Für die internationale Automobilindustrie bedeuten die
US-Vorgaben tiefgreifende Anpassungen in der Lieferkette. OEMs müssen
sicherstellen, dass kritische Komponenten und Software nicht aus als
„gegnerisch“ definierten Staaten stammen.
Die Sondergenehmigung für Volvo zeigt, dass der Zugang zum
US-Markt weiterhin möglich ist – allerdings nur unter strengen Auflagen und
nach detaillierter Prüfung. Für Hersteller wird Compliance damit zunehmend zu
einem strategischen Differenzierungsfaktor.