Nach 27 Jahren

Mobileye-Gründer Amnon Shashua kündigt Rückzug als CEO an

Mobileye-Gründer Amnon Shashua will nach 27 Jahren als CEO zurücktreten. Der ADAS- und Autonomous-Driving-Pionier sucht einen Nachfolger, während Shashua sich künftig auf KI, Robotik und langfristige Innovation konzentrieren will.

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Nach 27 Jahren an der Spitze von Mobileye plant Gründer Amnon Shashua den Rückzug als CEO. Künftig will er sich auf langfristige Technologie- und Innovationsprojekte konzentrieren.

Mobileye steht vor einem der bedeutendsten Führungswechsel seiner Unternehmensgeschichte. Gründer Prof. Amnon Shashua hat den Verwaltungsrat darüber informiert, nach der Ernennung eines Nachfolgers als Chief Executive Officer zurücktreten zu wollen. Bis zum Abschluss des Übergangsprozesses bleibt Shashua weiterhin CEO. Anschließend soll er dem Unternehmen als Director erhalten bleiben; zudem hat ihm der Verwaltungsrat den Vorsitz des Boards angeboten. 

Mit dem Schritt endet eine rund 27-jährige Ära an der Spitze des israelischen Technologieunternehmens. Seit der Gründung im Jahr 1999 entwickelte sich Mobileye zu einem der weltweit führenden Anbieter von Fahrerassistenztechnologien und solchen für automatisiertes Fahren. Nach Unternehmensangaben sind Mobileye-Systeme heute in mehr als 230 Millionen Fahrzeugen weltweit im Einsatz.

Fokus auf die nächste Ära der „Physical AI“

In einer persönlichen Stellungnahme auf LinkedIn bezeichnete Shashua Mobileye als sein „Lebenswerk“. Die Entscheidung sei nicht als Rückzug aus dem Unternehmen zu verstehen. Vielmehr wolle er sich künftig stärker auf langfristige Technologie- und Innovationsthemen konzentrieren.

„Heute treten wir in eine neue Ära der Physical AI ein, die ADAS, fortschrittliche Hands-free-Fahrsysteme, Robotaxis und humanoide Roboter umfasst“, schreibt Shashua. Mit dem Wachstum des Unternehmens seien zunehmend operative Exzellenz, Kommerzialisierung und globale Skalierung gefragt. Seine Stärke sehe er dagegen vor allem in der Entwicklung neuer Technologien und langfristiger Forschungsprogramme. Auch der Verwaltungsrat betont, dass es sich um eine geplante Nachfolgeregelung handelt. Mobileye werde nun mit Unterstützung einer Executive-Search-Beratung einen umfassenden Auswahlprozess für einen neuen CEO starten.

Mobileye expandiert über das klassische Automotive-Geschäft hinaus

Der angekündigte Führungswechsel erfolgt in einer Phase strategischer Neuausrichtung. Mobileye treibt derzeit mehrere Zukunftsprojekte voran, die über das traditionelle Geschäft mit Fahrerassistenzsystemen hinausgehen.

So kündigte das Unternehmen erst im Juni den Aufbau eines eigenen Robotaxi-Geschäfts in den USA an. Geplant ist zunächst eine Flotte von rund 100 Fahrzeugen in einer großen US-Metropolregion. Langfristig soll die Flotte auf etwa 17.000 Fahrzeuge wachsen. Dabei will Mobileye nicht nur die autonome Fahrtechnologie liefern, sondern gemeinsam mit seiner Tochtergesellschaft Moovit auch Flottenbetrieb, Mobilitätsplattform und Kundenschnittstelle kontrollieren.

Robotik rückt stärker in den Fokus

Parallel verstärkt Mobileye seine Aktivitäten im Bereich humanoider Robotik. Auch in der offiziellen Ankündigung wird dieser Bereich als eines der zukünftigen Innovationsfelder genannt, auf die sich Shashua nach seinem Rückzug aus dem operativen Geschäft verstärkt konzentrieren möchte. So könnten sich die Wege zwischen Unternehmen und Gründer weiterhin kreuzen.