Traton öffnet Softwareplattform ONE OS für Technologiepartner
Traton will Red Hats In-Vehicle Operating System in ONE OS integrieren. Die Linux-basierte Plattform soll Software über mehrere Nutzfahrzeugmarken hinweg vereinheitlichen und Partnern die Entwicklung sowie Integration neuer Funktionen erleichtern.
Ronja SchmiedchenRonjaSchmiedchenRedaktion, Social Media & Moderation
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Traton will mit ONE OS eine gemeinsame Softwarebasis für die Nutzfahrzeuge seiner Marken Scania, MAN, International und Volkswagen Truck & Bus schaffen.Traton
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Traton will sein Software-Ökosystem rund um die Plattform Traton ONE OS erweitern und dafür enger mit externen Technologieanbietern zusammenarbeiten. Als ein Baustein ist die Integration des In-Vehicle Operating System von Red Hat vorgesehen. Linux soll damit als gemeinsame technologische Grundlage für künftige Nutzfahrzeuge des Konzerns weiter an Bedeutung gewinnen. ONE OS bildet die strategische Softwareplattform für kommende Fahrzeuggenerationen der Marken Scania, MAN, International und Volkswagen Truck & Bus. Der Nutzfahrzeughersteller verfolgt damit das Ziel, bislang stärker voneinander getrennte Softwareumgebungen über Marken und Fahrzeugplattformen hinweg zu vereinheitlichen. Die technische Basis soll aus sicherheitszertifizierter Linux-Technologie, offenen Komponenten und standardisierten Schnittstellen bestehen. Dadurch möchte die Gruppe ein gemeinsameres Entwicklungsumfeld für interne Teams, Zulieferer und externe Technologiepartner schaffen.
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Wie sich Softwareplattformen, IT-Architekturen und digitale Prozesse in der Automobilindustrie weiterentwickeln, ist auch Thema auf dem automotiveIT Kongress. Am 14. Oktober spricht dort unter anderem MAN-CIO André Wehner über die IT-Perspektive des Nutzfahrzeugherstellers. Damit knüpft sein Auftritt unmittelbar an Fragen an, die auch rund um Traton ONE OS relevant sind. Dazu zählen die Standardisierung von Software, die Zusammenarbeit mit Technologiepartnern und die wachsende Bedeutung der IT für softwaredefinierte Fahrzeuge. 🎫 Jetzt Ticket sichern!
Hinter der Strategie steht der zunehmende Softwareanteil moderner Nutzfahrzeuge. Funktionen werden immer häufiger während der Betriebsdauer weiterentwickelt und über Softwareaktualisierungen angepasst. Damit verändern sich auch die Anforderungen an Fahrzeugarchitekturen und Entwicklungsprozesse. Traton will deshalb die eigene Nutzfahrzeugentwicklung stärker mit offenen Technologien und externen Softwarelösungen verbinden.
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Nach Angaben des Unternehmens soll Linux eine skalierbare Grundlage bieten, auf der sich Anwendungen und neue Funktionen über verschiedene Modelle und Marken hinweg entwickeln lassen. „Linux bietet eine offene und skalierbare Basis für Traton ONE OS“, kommentiert Stefan Teuchert, Senior Vice President EE Platform bei Traton. „Durch die Zusammenarbeit mit Red Hat erleichtern wir es Technologiepartnern, mit unserer Softwareplattform zu arbeiten und neue Funktionen für künftige Nutzfahrzeuge beizusteuern.“
Für Zulieferer und Technologieunternehmen verspricht sich der Konzern von gemeinsamen technischen Grundlagen eine geringere Integrationskomplexität. Standardisierte Schnittstellen und containerbasierte Softwareansätze sollen dazu beitragen, Anwendungen leichter in unterschiedliche Fahrzeuge und digitale Dienste zu übertragen. Auch über den Entwicklungsprozess hinaus könnte die Architektur Auswirkungen haben. Nach Darstellung von Traton soll eine Linux-basierte Softwareumgebung die Wartung, Absicherung und Aktualisierung ausgewählter Fahrzeugfunktionen während des gesamten Lebenszyklus erleichtern.
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Red Hat betrachtet eine solche technische Basis als Voraussetzung für stärker softwaredefinierte Fahrzeuge. Francis Chow, Vice President and General Manager für das In-Vehicle Operating System bei dem Softwareanbieter, verweist dabei auf die Verbindung von schneller Softwareentwicklung und den hohen Zuverlässigkeitsanforderungen im Fahrzeug. Mit seinem In-Vehicle Operating System wolle Red Hat eine offene Linux-Grundlage bereitstellen, die sich sicherheitszertifizieren lasse. Zugleich sollen containerbasierte Technologien eine effizientere Integration von Softwarepartnern und eine breitere Verteilung von Aktualisierungen ermöglichen.
Traton behält Kontrolle über die Fahrzeugarchitektur
Trotz der geplanten Einbindung externer Technologie bleibt die Gesamtverantwortung für Traton ONE OS beim Nutzfahrzeugkonzern. Das Unternehmen verantwortet weiterhin die übergeordnete Softwarearchitektur sowie die Fahrzeugsicherheit und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben. Auch die Funktionen mit direktem Bezug zu den Kunden sollen unter der Kontrolle der Gruppe bleiben. Red Hat liefert damit einen Teil der technologischen Grundlage, übernimmt jedoch nicht die Steuerung der gesamten Fahrzeugplattform. Die Kooperation ist nach Angaben von Traton nicht exklusiv angelegt. Der Konzern will ONE OS vielmehr als Teil eines größeren Partnerökosystems für softwaregetriebene Nutzfahrzeuge entwickeln. Weitere Technologien und Anbieter können damit grundsätzlich ebenfalls in die Plattform eingebunden werden.