Digitalisierung

Die Digitalisierung treibt die Autobranche in nahezu allen Bereichen um. Eines der zentralen Fokusthemen ist der Einsatz von KI. (Bild: Adobe Stock / Gorodenkoff)

78 Prozent der befragten Vertreter von Herstellern und Zulieferern geben in der Untersuchung an, dass ihre Organisation in diesem Jahr wirtschaftlich oder organisatorisch wachsen soll. Eine zentrale Rolle spielt dabei die IT, die in der Autoindustrie vor allem die Effizienz erhöhen, die Kundenansprache verbessern und Entwicklungszeiten für Services und Produkte verkürzen soll.

Im Bereich der Customer Experience planen Hersteller vor allem die Digitalisierung von Payment- und Bestellvorgängen, den Aufbau digitaler Showrooms sowie die stärkere Einbeziehung von Kundenfeedback in den Entwicklungsprozess. „Die Branche stellt sich derzeit auf das Kaufverhalten der jüngeren Zielgruppe ein, die ihre Fahrzeuge bevorzugt online konfigurieren und bestellen. Dazu gehört, die Konfiguration zu vereinfachen, Produkte und Services virtuell zu präsentieren und Ideen für neue individualisierbare Funktionen in enger Abstimmung mit der Zielgruppe zu entwickeln“, erklärt Ralf Blessmann, Leiter des Automotive-Sektors bei Capgemini Deutschland. „Es ist eine große Herausforderung, eine Marke virtuell ebenso stimmig und emotional zu präsentieren wie im Autohaus. Einige Hersteller haben das aber bereits erfolgreich auf den Weg gebracht.“

KI erweist sich als Wettbewerbsvorteil

Einen gewissen Vorsprung gegenüber anderen Industriezweigen kann die Autobranche auch beim Einsatz von KI für sich beanspruchen, so die Studie. Dies liege unter anderem am Ausbau entsprechender Initiativen in den vergangenen zwölf Monaten. Inzwischen nutzt rund jedes zweite Automotive-Unternehmen KI, im Vorjahr lag der Wert noch bei unter einem Drittel. In der gesamten Wirtschaft nutzen nur rund 40 Prozent intelligente Technologien intensiv oder sehr intensiv. In der Autobranche kommen entsprechende Lösungen vor allem in Sales und Marketing, der Automatisierung und der Simulation zum Einsatz.

Nachhaltigkeit rückt in den Fokus

Ein weiteres Ziel vieler Automobilunternehmen (72 Prozent) ist derzeit in der Senkung von Treibgasemissionen. Angestrebt wird eine Reduktion von durchschnittlich knapp einem Drittel in den kommenden fünf Jahren. In der Gesamtwirtschaft liegt der Anspruch mit 37 Prozent zwar höher, die Autobranche äußert sich allerdings zuversichtlicher, dass die geplante Reduktion auch realisiert werden kann. „Automobilhersteller müssen ja nicht nur ihre Produktion klimafreundlicher gestalten, sondern gleichzeitig auch ihre Produkte komplett umstellen, nämlich vom Verbrenner zum Elektroauto“, kommentiert Capgemini-Experte Blessmann. „Es gilt, Fahrzeuge insgesamt nachhaltig zu designen und zu produzieren, zum Beispiel durch den Verzicht auf Verbundstoffe und den Fokus auf komplettes Recycling von Material. Die Digitalisierung der Design-, Produktions- und Wartungsprozesse liefert in diesem Kontext einen wesentlichen Beitrag.“

Insgesamt sollen mehr als 40 Prozent der Einsparungen direkt oder indirekt über IT-Systeme erreicht werden. Unter anderem sollen digitale Prozessoptimierungen die Entwicklung umweltfreundlicher Produkte und Services unterstützen und die Routenplanung von Verkehrsmitteln effizienter machen. Bei letzterem Unterfangen setzen besonders viele Teilnehmende auf KI-Technologien, während etwa die Verringerung von Abfall und Ausschuss vornehmlich mit herkömmlichen Technologien optimiert werden soll. In der eigenen IT planen die von Capgemini befragten Automobilexperten Emissionsreduzierungen von rund zwölf Prozent. Möglich werde dies etwa durch die Verschlankungen der IT-Landschaft, effizientere Rechenzentren und die Auswahl nachhaltiger Cloudanbieter. Als größter Stellhebel für die Nachhaltigkeit im Unternehmen gilt den Automotive-Experten zufolge allerdings die Produktion. Nach dem Umstieg auf Elektrofahrzeuge gilt die Erhöhung der Recycling-Quote für die Befragten als zweitwichtigster Faktor zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen.

Capgemini Grafik
(Bild: Capgemini)

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