Moderne Werkstatttechnik

Mahle erweitert ADAS-Prüfung um Radartestsysteme

Mahle und Rohde & Schwarz haben ein Prüfsystem für ADAS-Sensoren entwickelt. Die Plattform soll Werkstätten, Herstellern und Prüforganisationen helfen, Radar- und Kamerasensoren nach Reparaturen standardisiert zu kontrollieren.

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Eine Person in Werkstattkleidung hält ein robustes Tablet vor einem grauen Fahrzeug. Im Hintergrund steht ein Kalibrieraufbau mit schwarz-weißen Markierungstafeln. Am Vorderrad des Autos ist Messzubehör angebracht. Die Szene zeigt eine technische Prüfung oder Kalibrierung von Fahrzeugsensoren in einer hellen Werkstattumgebung.
Mit einem Tablet steuert ein Techniker die Kalibrierung und Prüfung von Fahrerassistenzsensoren. Mahle und Rohde & Schwarz wollen solche Prozesse künftig stärker standardisieren.

Mahle und Rohde & Schwarz haben eine technische Anwendung zur Prüfung von Sensoren moderner Fahrerassistenzsysteme entwickelt. Die neue Plattform soll es ermöglichen, Radar- und Kamerasensoren nach Reparaturen zuverlässiger zu kontrollieren und die Ergebnisse nachvollziehbar zu dokumentieren. Kern der Lösung ist das Kalibriersystem „TechPRO Digital ADAS 2.0 Extra" von Mahle Lifecycle and Mobility. Dieses wurde um den Radar-Tester „R&S RadEsT" von Rohde & Schwarz erweitert. Nach Angaben der Unternehmen soll die Kombination klassische Kalibrierfunktionen mit messtechnischen Verfahren zur Prüfung von Radarsensoren verbinden.

 Die Entwicklung richtet sich an Kfz-Werkstätten, Reparaturbetriebe, Automobilhersteller und Prüforganisationen. Auch Versicherungen und Behörden könnten perspektivisch zu den Anwendern zählen. Mahle und Rohde & Schwarz sehen zudem Einsatzmöglichkeiten bei künftigen statischen Prüfungen von ADAS-Sensoren im Rahmen der Hauptuntersuchung. Bislang fehlten laut der Partner standardisierte Messverfahren, mit denen sich Fahrerassistenzsensoren nach Unfällen oder Reparaturen eindeutig überprüfen lassen. Das gilt insbesondere nach Arbeiten an Karosserieteilen, bei denen die Position oder Funktion von Sensoren beeinflusst werden kann. Die neue Plattform soll diese Lücke schließen.

Kalibrierung wird um Radarmesstechnik erweitert

Das Mahle-System nutzt integrierte Ultraschallsensoren, um die Fahrzeugpositionierung aus dem Innenraum heraus zu unterstützen. Hinzu kommen eine automatische Fahrzeugerkennung, laserbasierte Distanzmessung sowie eine motorisierte Verstellung der Zielsysteme. Ein Display-Hebesystem soll zudem die Ausrichtung bei höheren Fahrzeugen erleichtern.

Mit dem Radar-Tester von Rohde & Schwarz erhält die Plattform zusätzliche Prüffunktionen. Dazu zählen unter anderem Frequenz- und Polarisationserkennung, Leistungsmessung sowie Ziel- und Winkelsimulation bei Radarsensoren. Prüfer sollen dadurch kontrollieren können, ob Radarsensoren nach einer Reparatur korrekt ausgerichtet sind und innerhalb der vorgesehenen Spezifikation arbeiten. Für Werkstätten könnte die Lösung vor allem dort relevant werden, wo Reparaturqualität und Nachweisbarkeit stärker in den Mittelpunkt rücken. Nach Angaben der beiden Unternehmen liefert das System eine standardisierte und dokumentierte Bestätigung über den Zustand eines Fahrerassistenzsystems nach einer Instandsetzung.

Darüber hinaus soll die Plattform Qualitäts- und Leistungsprüfungen unterstützen. Dabei könnten korrekte und fehlerhafte Zustände gezielt simuliert werden. Die daraus entstehenden Messdaten sollen reproduzierbar und revisionssicher sein. Sie könnten damit künftig auch als Grundlage für Prüfverfahren, regulatorische Anforderungen oder Bewertungen durch Versicherungen dienen.

Premiere auf der TÜV MobiCon

Vorgestellt wird die gemeinsame Entwicklung am 11. Juni 2026 auf der TÜV MobiCon in Berlin. Mahle und Rohde & Schwarz positionieren die Lösung als Beitrag zu mehr Transparenz bei der Funktionsprüfung moderner Fahrerassistenzsysteme. Für den Reparatur- und Prüfmarkt gewinnt das Thema an Bedeutung, weil ADAS-Funktionen in neuen Fahrzeugen zunehmend komplexer werden und die korrekte Sensorik eine zentrale Voraussetzung für deren Betrieb bleibt.