Robotertaxi

Autonome Shuttles können in der kommenden Dekade auch preislich mit anderen Verkehrsträgern mithalten, so eine Analyse von McKinsey. (Bild: Adobe Stock / Lev Karavanov)

Damit lägen Roboshuttles etwa auf dem Preisniveau des öffentlichen Personennahverkehrs und etwa bei der Hälfte dessen, was Fahrgäste heute für Taxis oder Ridehailing ausgeben. Für einzelne Fahrgäste wäre die Fahrt mit einem autonomen Shuttle jedoch immer noch 20 Prozent teurer als die Fahrt im eigenen Auto.

„Die Robotaxi-Revolution nimmt wieder Fahrt auf“, sagt Kersten Heineke, Partner im Frankfurter Büro von McKinsey. Zwar seien zu Beginn der Pandemie einzelne Forschungsprojekte noch pausiert oder zurückgestellt worden. „Doch nun investieren vor allem die Technologieunternehmen wieder massiv in das autonome Fahren.“ Insgesamt flossen 2020 und 2021 mehr als 30 Milliarden Euro an externen Investments in diese Technologie.

Autonomes Fahren per Abo?

Eine Mehrheit der befragten Industrieexperten geht der Studie zufolge davon aus, dass autonomes Fahren auf Level vier bereits 2024 oder 2025 im Privat-Pkw verfügbar wird. Zwar sind für den Hochlauf der Technologie Investitionen in Höhe von 500 Millionen bis 1,5 Milliarden US-Dollar erforderlich. Mit den neuen Angeboten entstünden aber auch neue Monetarisierungsmöglichkeiten für OEMs, erklärt Andreas Tschiesner, Senior Partner bei McKinsey und Leiter der europäischen Automobilberatung.

Während die befragten Entscheider aus der Autobranche überwiegend von Geschäftsmodellen per Einmalzahlung ausgehen, erwarten Startups und Tech-Unternehmen eher Angebote in Form monatlicher Abo-Modelle.

Generell gehe die Industrie davon aus, dass breit verfügbare Robotaxi-Services im Jahr 2026 ausgerollt werden. „Gerade bei den Robotaxen werden wir in der zweiten Hälfte der 20er-Jahre massive Fortschritte sehen – die Kosten werden zwischen 2025 und 2030 um die Hälfte fallen“, so Heineke. Möglich mache dies günstigere Hardware, verbessertes Flottenmanagement sowie Skaleneffekte. „Trotzdem ist der Preissprung zwischen ersten Level-4-Funktionen wie dem Autobahnpiloten und fortgeschrittenen Level-4-Funktionen wie für das Robotaxi immer noch signifikant.“ Als größtes Hindernis der Entwicklung machen drei von fünf Befragten regulatorische Hürden aus.

„Das autonome Fahren wird für die geteilte Mobilität zum Game Changer“, erklärt auch Mobilitätsexperte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) gegenüber automotiveIT. „Autonome Fahrdienste werden neue Umsatzpotenziale heben und Mobilitätsakteure in die Gewinnzone führen.“ Dies gelinge jedoch nicht von heute auf morgen, die Entwicklung werde schrittweise verlaufen. Für autonome Sharing-Dienstleistungen seien Kompetenzen auf zwei Ebenen nötig, so Bratzel weiter: „Zum einen braucht es ein hochentwickeltes autonomes Fahrsystem mit leistungsfähiger Sensorik, Rechenkapazitäten und Kartendaten. Zum anderen bedarf es Skills für den Betrieb von Mobilitätsplattformen hinsichtlich des Nutzererlebnisses, der Kundendaten oder des Aufbaus entsprechender Operating-Zentren.“

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