BMW erweitert Level-2-Assistenz für den Stadtverkehr
BMW will ab 2027 weitere Fahrmanöver im Stadtverkehr teilautomatisiert unterstützen. Die Technik soll der Navigationsroute folgen und per Softwareupdate in mehrere Modellreihen kommen. Die erforderlichen Praxistests sind laut Hersteller abgeschlossen.
Ronja SchmiedchenRonjaSchmiedchenRedaktion, Social Media & Moderation
2 min
BMW kombiniert im Panoramic iDrive Navigationsdaten mit Informationen der Fahrerassistenz und der Fahrzeugumfelderfassung.BMW
Anzeige
BMW plant, seine navigationsgeführten Fahrerassistenzsysteme ab 2027 auf weitere Fahrsituationen im städtischen Verkehr auszuweiten. Die neuen Funktionen sollen zunächst in Deutschland eingeführt werden und unter anderem beim Abbiegen, bei Spurwechseln und beim Durchfahren von Kreisverkehren unterstützen. Voraussetzung ist eine aktive Zielführung über BMW Maps. Damit will der Münchner Automobilhersteller die bereits verfügbaren Funktionen seines Autobahn- und City Assistenten ergänzen. Künftig soll das System der geplanten Route über Autobahnen und Landstraßen bis in den Stadtverkehr folgen können. Das automatisierte Anhalten und Anfahren an Ampeln ist mit dem bisherigen City Assistenten in Deutschland bereits möglich.
Die geplante Erweiterung basiert auf der aktualisierten UN-Regelung Nr. 171 für Driver Control Assistance Systems (DCAS Serie 2). Dieser regulatorische Rahmen ermöglicht ab 2027 systeminitiierte Fahrmanöver im urbanen Raum. Nach Angaben von BMW hat ein unabhängiger technischer Dienst die erforderlichen Tests im realen Straßenverkehr bereits erfolgreich abgeschlossen.
Damit seien die technischen Voraussetzungen für die Genehmigung erfüllt. Die behördliche Bestätigung steht allerdings noch aus und wird Anfang 2027 erwartet. Die neuen Funktionen entsprechen weiterhin dem SAE Level 2. Die Verantwortung für die Fahraufgabe verbleibt somit vollständig beim Menschen. Fahrer müssen das Verkehrsgeschehen kontinuierlich überwachen und jederzeit eingreifen können. Das System kontrolliert deshalb, ob sich eine aufmerksame Person am Steuer befindet.
Anzeige
Symbiotic Drive ermöglicht kooperative Eingriffe
Mit Symbiotic Drive verknüpft der Hersteller teilautomatisierte Fahrmanöver mit manuellen Lenk-, Brems- und Beschleunigungseingriffen, ohne die Assistenz grundsätzlich deaktivieren zu müssen.BMW
Ein wesentlicher Bestandteil der erweiterten Assistenzfunktionen ist BMW Symbiotic Drive. Das Konzept erlaubt es, bei aktivierter Fahrerassistenz durch eigene Lenk-, Brems- oder Beschleunigungseingriffe Einfluss auf das Fahrverhalten zu nehmen. Der Hersteller verfolgt damit einen kooperativen Ansatz, bei dem die Unterstützung durch das System und die Bedienhandlungen des Fahrers ineinandergreifen sollen. Diese Funktionsweise kommt auch bei aktiven Sicherheitsanwendungen zum Einsatz.
Beim Spurhalteassistenten werden beispielsweise das Lenkverhalten und die Blickrichtung ausgewertet. Anhand dieser Informationen soll das Fahrzeug erkennen, ob ein Spurwechsel beabsichtigt ist. Warnungen und korrigierende Lenkeingriffe erfolgen laut BMW dann, wenn das System ein unbeabsichtigtes Verlassen der Fahrspur oder eine drohende Kollision erkennt.
Anzeige
Neue 3D-Ansicht zeigt geplante Fahrmanöver
Parallel zur funktionalen Erweiterung passt der Autobauer die Darstellung der Assistenzinformationen an. Im BMW Panoramic Vision erscheinen situationsabhängige Hinweise zum aktuellen Systemstatus und zu bevorstehenden automatisierten Manövern. Ergänzend führt das Unternehmen eine Navigationsansicht mit der Bezeichnung „BMW Maps mit Fahrerassistenz“ ein. Sie kombiniert die Routenführung mit Informationen über das erfasste Fahrzeugumfeld und die gerade aktiven Assistenzfunktionen.
Die Darstellung erfolgt in einer gemeinsamen 3D-Ansicht auf dem Zentraldisplay. Fahrer sollen dadurch erkennen können, welcher Navigationsschritt bevorsteht, welche Verkehrssituation das Fahrzeug erfasst und wie die Assistenz bei der Fahraufgabe unterstützt. Im Zuge der Entwicklung der urbanen Assistenzfunktionen hat der Konzern nach eigenen Angaben mehrere Patentanmeldungen eingereicht.
Die erforderliche Hardware ist laut BMW in den neuen Modellen iX3 und iX4 sowie in sämtlichen Varianten der 3er-, 7er- und X5-Baureihe serienmäßig verbaut. Die neuen Funktionen sollen daher auch nach dem Fahrzeugkauf aktiviert werden können. Die Bereitstellung der benötigten Software erfolgt drahtlos über Over-the-Air-Updates. Damit lassen sich die Assistenzfunktionen in entsprechend ausgestatteten Fahrzeugen ergänzen, ohne dass zusätzliche Hardware installiert werden muss.
Die Einführung ist zunächst für Deutschland vorgesehen. Weitere Märkte sollen schrittweise folgen. Einen konkreten Termin innerhalb des Jahres 2027 hat der Automobilhersteller bislang nicht genannt. Auch der Zeitplan für die internationale Verfügbarkeit steht noch aus.