Strengere Sicherheitsvorschriften
Diese Regeln fürs autonome Fahren gelten bald in China
China verschärft die gesetzlichen Vorgaben für automatisierte Fahrfunktionen: Neue Standards sollen L3 Systeme zu deutlich mehr Eigenständigkeit verpflichten. Zu den Vorgaben gehört auch ein spezielles Manöver.
China gilt als Vorreiternation in Sachen autonomes Fahren. Nun ziehen auch die Regulierungsbehörden nach.
Pony.ai
China verschärft die regulatorischen Anforderungen an
automatisierte Fahrfunktionen. Wie unter anderem CarNewsChina berichtet,
hat das chinesische Industrieministerium MIIT den Entwurf für die ersten
verpflichtenden Sicherheitsstandards für hochautomatisierte Fahrfunktionen
vorgestellt. Die Standards sollen am 1. Juli 2027 in Kraft treten und wurden am
Mitte Februar zur öffentlichen Konsultation freigegeben.
„Minimalrisikomanöver“ soll Sicherheit erhöhen
Der Entwurf „Intelligent Connected Vehicles – Safety
Requirements for Autonomous Driving Systems“ setzt die Sicherheitslatte für Level‑3‑Systeme
deutlich höher. Entsprechende Funktionen müssen laut MIIT künftig nicht nur
hochautomatisiertes Fahren ermöglichen, sondern auch eigenständig ein
sogenanntes „Minimalrisikomanöver“ durchführen, wenn Fahrer nach einer
Aufforderung zur Fahrübernahme nicht reagieren. Vorgesehen sind automatisierte
Spurwechsel sowie das sichere Abstellen des Fahrzeugs an einem Ort, der den
Verkehr nicht behindert und gleichzeitig Passagiere sowie andere
Verkehrsteilnehmer schützt.
Sicherheitsexperten sehen in den neuen Vorgaben ein
funktionales Heranrücken von L3‑Systemen in Richtung L4-Autonomie –
insbesondere im Hinblick auf die zentrale Frage, wie Fahrzeuge reagieren
sollen, wenn der Mensch nicht eingreifen kann.
Mobility + AI Conference 2026
Die strategische Dimension des autonomen Fahrens wird auch auf der Internationalen Fachkonferenz Mobility+AI am 14. und 15. April 2026 in München behandelt. Denn die globale Regel ist angekündigt – und mit ihr beginnt eine neue Phase der Industrialisierung des autonomen Fahrens.
Autonome Autos kriegen „Flugschreiber“
Zudem schreibt der Entwurf ein verpflichtendes
Datenaufzeichnungssystem (DSSAD) vor, vergleichbar mit dem Flugschreiber in
Flugzeugen. Das System muss dem seit Januar 2026 gültigen nationalen Standard
für Datenaufzeichnung entsprechen und soll detaillierte Fahrdaten erfassen, um
Unfallabläufe rekonstruieren zu können.
Der neue Standard soll den bislang freiwilligen Standard aus
dem Jahr 2024 vollständig ersetzen. Für bereits genehmigte Fahrzeuge ist eine Übergangsfrist
von 13 Monaten vorgesehen. Nicht‑konforme Systeme dürfen danach weder
produziert noch importiert oder verkauft werden.
Als Motivation für die Verschärfungen verweist das MIIT auf
mehrere schwere Unfälle autonomer Fahrzeuge weltweit – darunter Vorfälle mit
Waymo, Uber, Cruise und Toyota – sowie auf einen Unfall in China aus Dezember
2025, bei dem ein autonomes Hello‑Robotaxi in Zhuzhou einen Fußgänger erfasste,
der auf einer rutschigen Straße zu Boden gefallen war.
Wie die aktuelle Rechtslage in Deutschland aussieht,
erfahren Sie im folgenden Artikel: