Autonomes Fahren im urbanen Verkehr
Mercedes bringt „Punkt-zu-Punkt“-Navigation nach Deutschland
Beim Stop-and-Go im Berufsverkehr die Hände nur noch pro forma am Lenkrad haben: Was in China längst Alltag ist, will der Stuttgarter Autobauer flächendeckend ab 2027 auch nach Deutschland bringen.
In den USA sind Mercedes-Fahrzeuge wie der CLA bereits mit dem Drive Pilot im urbanen Verkehr unterwegs.
Mercedes-Benz
Mercedes startet in die nächste Stufe des autonomen Fahrens: Wie bislang in China und den USA sollen die Autos der Schwaben zum Jahresende
auch in den ersten deutschen Städten mit dem Mercedes Drive Pilot nahezu
autonom durch den dichten Verkehr fahren können.
Das hat Entwicklungsvorstand Jörg Burzer angekündigt und den
Dienst ab 2027 flächendeckend für ganz Deutschland in Aussicht gestellt. Man
treibe das assistierte und automatisierte Fahren „in enger Abstimmung mit dem
Bundesverkehrsministerium“ voran, schrieb Burzer auf LinkedIn.
Bei der sogenannten Punkt-to-Punkt-Navigation bleibt der
Fahrer zwar in der Verantwortung und muss deshalb zumindest alle paar Sekunden
pro forma die Hände ans Steuer nehmen. Doch an sich übernimmt die Elektronik
die Führung des Fahrzeugs, auch in komplexen Situationen.
Stop-and-Go
oder Abbiegen? Alles möglich
Fußgängerüberwege, Ampelkreuzungen, Abbiegen oder
Stop-and-Go in der Rushhour sollen entsprechend ausgerüstete Mercedes-Fahrzeuge
künftig ohne Zutun des Fahrers bewältigen können. Mittelfristig sollen die
Autos auch die ersten und die letzten Meter etwa im Parkhaus übernehmen.
Technische Basis dafür sind die firmeneigene
Software-Architektur MB.OS sowie ein Netzwerk an Lidar- und Radarsensoren sowie
ein halbes Dutzend Kameras, die Mercedes in allen neuen Modellen bereits an
Bord hat: Fahrzeuge wie der neue CLA, der GLC oder die C-Klasse können deshalb
teilweise auch nachträglich per Over-the-Air-Update für den Dienst
freigeschaltet werden. Was das Angebot kostet, hat Mercedes noch nicht
beziffert.