Valeo und Zuken bündeln Kräfte bei Elektronikentwicklung
Valeo und Zuken wollen im gemeinsamen InnoLab eine offene Plattform für elektronisches Design entwickeln. KI-Agenten, EDA-Software und digitale Kontinuität sollen Entwicklungsprozesse beschleunigen und die Robustheit von Hardware-Designs verbessern.
Software, KI und Elektronikentwicklung rücken in der Automobilindustrie enger zusammen. Valeo und Zuken wollen dafür im gemeinsamen InnoLab eine offene Entwicklungsplattform aufbauen.
Valeo
Valeo und Zuken wollen ihre Zusammenarbeit in der elektronischen Entwicklung für die Automobilindustrie ausbauen. Der französische Mobilitätstechnologieanbieter und der japanische Spezialist für Electronic Design Automation (EDA) haben dazu eine strategische Partnerschaft vereinbart. Im Zentrum steht das gemeinsame Programm „Zuken Valeo InnoLab“, in dem eine offene und KI-gestützte Plattform für elektronisches Design entstehen soll.
Die Partner wollen dafür die KI-Architektur von Zuken mit den von Valeo entwickelten KI-Agenten sowie der Industrieexpertise des Automobilzulieferers verbinden. Ziel sei es, Entwicklungswerkzeuge und Ingenieure enger miteinander zu verzahnen und Aufgaben im Engineering stärker durch künstliche Intelligenz zu unterstützen. Nach Angaben der Unternehmen soll die Plattform dazu beitragen, Entwicklungszeiten in der Fahrzeugelektronik zu verkürzen und zugleich die Robustheit elektronischer Designs zu erhöhen. Dafür soll künstliche Intelligenz in mehrere Schritte des Entwicklungsprozesses integriert werden. Dazu zählen die frühe Architekturphase, die digitale Rückverfolgbarkeit, das Detaildesign sowie Platzierung und Routing auf physischer Ebene.
KI soll Entwicklungszeiten verkürzen
In der Architekturphase will Valeo den „System Planner“ von Zuken nutzen, um mithilfe generativer KI mehrere Designoptionen zu erstellen und nach verschiedenen Kriterien zu bewerten. Grundlage dafür sollen die Standards des französischen Konzerns sein. Im Detaildesign plant Valeo den Einsatz virtueller Copiloten. Diese sollen Ingenieure in Echtzeit bei der Lösungssuche, der Verifizierung von Hardware-Regeln und der Umsetzung technischer Vorgaben unterstützen. Parallel dazu entwickelt Zuken eigene KI-Funktionen, mit denen sich die Erstellung von Schaltplänen auf Basis standardisierter Valeo-Daten beschleunigen lassen soll.
„Für Valeo ist Zuken weit mehr
als ein Softwareanbieter; es ist ein echter Innovationspartner“, kommentiert Christophe Le Ligné, Vice
President Research and Development bei Valeo. „Die Stärke der KI-Roadmap von Zuken,
kombiniert mit der außergewöhnlichen Offenheit der Architektur, ermöglicht es
uns, unsere eigenen Tools für künstliche Intelligenz mit ihrer Plattform zu
kombinieren. Diese Win-Win-Partnerschaft ist der beste Weg, die
Herausforderungen zunehmender Komplexität in der Automobilindustrie zu
bewältigen, indem wir unsere Entwicklungszeiten drastisch verkürzen und
gleichzeitig eine hundertprozentige Robustheit sicherstellen.“
Offene Plattform für den Engineering-Prozess
Zuken bringt in die Partnerschaft unter anderem seine Lösungen „System Planner“, „Design Gateway “ und „ Design Force “ ein. Diese sollen für die KI-Agenten von Valeo geöffnet werden. Ryosuke Takagi, Executive Officer und General Manager der R&D Division bei Zuken, erklärte, die Zusammenarbeit mit Valeo hebe die eigene „Autonomous Brain“-Roadmap auf ein neues Niveau. Die Stärke von KI im Engineering liege in der Verbindung einer leistungsfähigen Softwareplattform mit industriellem Knowhow.
Ein wichtiger Bestandteil der gemeinsamen Arbeit ist die digitale Kontinuität. Die offene Plattform von Zuken soll in das Valeo-Ökosystem integriert werden und eine durchgängige Rückverfolgbarkeit entlang des Entwicklungsprozesses ermöglichen. Die Unternehmen verweisen dabei auf Anforderungen nach Automotive SPICE 4.0 für Hardware Engineering. Die KI-Prozesse von Valeo sollen Daten verarbeiten und daraus automatisierte Aktionen innerhalb der Plattform ableiten.
Fokus auf Platzierung und Routing
Auch bei der physischen Integration elektronischer Designs wollen die Partner KI stärker nutzen. Dafür soll die Design-Force-Engine von Zuken zum Einsatz kommen. Sie enthält nach Unternehmensangaben KI-basierte Algorithmen für Placement und Routing. Valeo will zudem das Software-Development-Kit von Zuken nutzen, um direkt innerhalb des Tools zu arbeiten und KI-Modelle auf die Anforderungen der Automobilindustrie auszurichten. Damit soll die Wahrscheinlichkeit steigen, dass Designs bereits in frühen Entwicklungsständen den geforderten Spezifikationen entsprechen.
Mit der Partnerschaft positionieren sich Valeo und Zuken in einem Entwicklungsfeld, das für softwaredefinierte Fahrzeuge, komplexe E/E-Architekturen und steigende Anforderungen an Hardware-Engineering zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Unternehmen wollen ihre Plattform im Rahmen des InnoLab schrittweise weiterentwickeln.