Der US-Ableger der VW-Mobilitätstochter Moia und Uber gehen
den nächsten Schritt auf dem Weg zum autonomen Ridehailing. In Los Angeles
haben die Partner mit der On‑Road-Validierung speziell entwickelter, autonomer
ID. Buzz-Fahrzeuge begonnen. Der Testbetrieb markiert die operative Phase der
strategischen Partnerschaft, die beide Unternehmen im April 2025 angekündigt
hatten.
Zum Einsatz kommt der ID. Buzz als Kernbestandteil von Moias
„Turnkey Solution“. Während der Erprobung sind die Fahrzeuge noch mit
Sicherheitsfahrern an Bord unterwegs, um die autonome Fahrfunktion im
Realverkehr zu überwachen.
Flotte soll deutlich wachsen
Wie Moia mitteilt, soll die Testflotte schrittweise auf mehr
als 100 autonome Fahrzeuge anwachsen. Perspektivisch wollen die beiden
Mobilitätsunternehmen sogar tausende Einheiten in mehreren US‑Metropolen
einsetzen. Erste kommerzielle Fahrten über die Uber-Plattform sind für Ende
2026 vorgesehen.
Moia-Chef Sascha Meyer sieht darin einen entscheidenden
Entwicklungsschritt: „Durch die Kombination von Moias schlüsselfertiger
autonomer Mobilitätslösung mit Ubers globalem Netzwerk entsteht ein
skalierbarer Pfad hin zu fahrerlosen Ridehailing-Services – zunächst in Los
Angeles, später in weiteren Märkten.“
Uber setzt auf industrielle Partnerschaften
Auch bei Uber hat das Projekt strategische Bedeutung. „Dieser
Meilenstein ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Start autonomer Fahrten
mit Moia“, sagt Sarfraz Maredia, Global Head of Autonomous Mobility &
Delivery bei Uber. Die Kombination aus dem autonomen ID. Buzz, Moias
Technologie und Ubers Plattform bilde die Grundlage, um autonome Fahrten einer
breiten Nutzerbasis zugänglich zu machen.
Bereits heute betreiben Moia und Uber gemeinsam eine
Leitstelle in Los Angeles für das tägliche Flottenmanagement.
Moia will neues Geschäftsmodell skalieren
Die jetzt angekündigten Tests in den USA sind freilich nicht
die ersten Gehversuche Moias in Sachen autonomes Fahren. VWs Mobilitätstochter sammelt
bereits seit längerem operative Erfahrungen mit der autonomen Version des ID.
Buzz in europäischen Städten, darunter Hamburg, München, Berlin und Oslo.
Dabei geht es Moia nicht nur um technologische Weiterentwicklung,
auch das Geschäftsmodell wurde grundlegend überarbeitet. Anstatt selbst
flächendeckend als Mobilitätsanbieter aufzutreten, positioniert sich MOIA
zunehmend als B2B-Plattformanbieter für autonome Mobilität – inklusive
Fahrzeug, Software, Flottenmanagement und Betriebs-Knowhow.
Mit dieser neuen „Turnkey Solution“ will Volkswagen über die
Tochter Moia Städten, Verkehrsbetrieben und Plattformen einen schlüsselfertigen
Zugang zu autonomen On-Demand-Diensten ermöglichen. Ziel ist es, autonome
Mobilität zu industrialisieren und skalierbar bereitzustellen – vergleichbar
mit den Plattformansätzen von Waymo oder Tesla, jedoch offen für
unterschiedliche Betreiber.
Uber als idealer Skalierungspartner
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Partnerschaft mit Uber
zusätzliche strategische Bedeutung. „Gemeinsam mit Uber bringen wir unsere
autonomen Fahrzeuge und unsere operative Expertise auf eine Plattform, die
Millionen von Menschen bereits nutzen und der sie vertrauen“, sagt Paul DeLong,
President of Commercialization bei Moia America. Los Angeles sei dafür ein
idealer Startpunkt – nicht nur wegen der Offenheit für neue Mobilitätskonzepte,
sondern auch als Blaupause für weitere US‑Märkte.
Für Moia ist Uber damit weniger klassischer Kunde als
vielmehr Multiplikator für ein neues Geschäftsmodell: Statt selbst Endkunden zu
akquirieren, liefert die VW-Tochter die technologische und operative Basis,
während etablierte Plattformen Reichweite, Nachfrage und Marktzugang
beisteuern. Genau darin sieht Volkswagen die Chance, sich im globalen
Robotaxi-Rennen gegen Tech‑Player wie Waymo und Tesla zu positionieren.