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Ohne Open Source geht in der Autobranche kaum noch etwas – Allein bei BMW laufen rund 4.600 Red Hat OpenShift-Projekte.

| von Harald Weiss

Open Source ist längst hoffähig geworden. Vorbei sind die Zeiten, in denen der einstige CEO Steve Ballmer Linux noch als ein Krebsgeschwür abkanzelte. Spätestens seitdem Microsoft vor zwei Jahren für 7,5 Milliarden Dollar die Open Source Software-Entwicklungs-Plattform GitHub akquirierte, war klar, dass Microsoft sich von seinen alten Feindbildern verabschiedet hatte. „Wir sind heute der weltweit größte Contributer zur Open Source Gemeinde“, sagte Karl Davies-Barrett, Senior Cloud Solution Architect bei Microsoft Deutschland, jüngst auf einer Red Hat Veranstaltung. Auch die auf der Azure-Plattform bereitgestellten Open Source-Lösungen werden kontinuierlich ausgebaut. Inzwischen sind es über 50 Angebote, zu denen unter anderen Eclipse, WordPress, Hadoop, SUSE, Cloudera, Datadog und Docker gehören. Folglich steigen auch die Linux-basierten Anwendungen – so sind bereits 50 Prozent aller VMs in der Azure-Cloud Linux-VMs. „Wir haben Java, Tomcat, Docker Container, Red Hat Enterprise Linux, SUSE Linux und viele andere Open Source Tools in das DevTest Labor eingebracht – und sie alle funktionieren wunderbar“, sagt Peter Rothländer, Manager of Cloud Solutions bei der Daimler AG.

Neben Linux ist OpenShift das zentrale Angebot von Red Hat. Dabei handelt es sich um eine leistungsstarke Cloud-basierte Anwendungsplattform auf der App-Entwickler ihre Cloud-Anwendungen erstellen, testen, bereitstellen und ausführen können. Hierfür gibt es eine Reihe an Management- und Monitor-Tools, mit deren Hilfe sich Probleme in der Container-Infrastruktur erkennen und beheben lassen. Zur effizienten Container-Verwaltung gehört auch eine integrierte Registrierung von Private-Containern als Teil eines Kubernetes-Clusters oder als Einzelpaket. BMW ist einer von Red Hats Referenzkunden dieser Plattform. „OpenShift bietet den kompletten Stack und deckt alles ab, was unsere DevOps-Teams benötigen“, sagt Roland Bader, Product Owner der On-Premises Cloud bei BMW. Hierbei kann er auf stolze Zahlen verweisen: So ist deren On-Premises Cloud-Plattform weltweit in vier Locations mit 21 Clustern verfügbar. 4400 User arbeiten darauf in 4600 OpenShift-Projekten.

Was die aktuellen Trends in der Automobilbranche angeht so misst Rüdiger Laabs, zuständig für den Bereich Automotive bei Red Hat in Deutschland, dem Punkt der Kooperationen und Partnerschaften große Bedeutung zu. „Je mehr man über autonomes Fahren nachdenkt, umso mehr müssen viele Unternehmen zusammenarbeiten, denn diese Lösungen sind zu komplex, um sie effizient alleine zu lösen“, sagte er in einem Gespräch mit automotiveIT. Ein weiterer aktueller Trend ist seiner Meinung nach der zunehmende Einsatz von Multi-Hybrid-Cloud-Umgebungen (MHC). „Für das Managen von MHC-Umgebungen müssen die vorhandenen Lösungen permanent weiterentwickelt werden“, lautet sein Wunsch an die Open-Source-Gemeinde, die gerade hier durch ihre Offenheit, Flexibilität und Agilität punkten kann. Im Gegensatz zu Anbietern von proprietären Lösungen, die an starre Roadmaps gebunden sind, können Red Hat und die Open-Source-Community anforderungsspezifische Lösungen für aktuelle Herausforderungen in enger Kooperation konzipieren. „Die Community entscheidet, woran sie arbeitet und was demnächst angegangen werden soll“, ist sein nochmaliger Hinweis darauf, dass Open Source niemanden gehört.