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| von Pascal Nagel

Osterhage: Aktuell befinden wir uns noch im Abschluss zu unserem Geschäftsjahr, das am 31. Mai endete. Entsprechend müssen wir uns mit der Bewertung des Gesamtjahres noch gedulden. Mit dem Neun-Monats-Ergebnis, das wir Ende Februar erreicht haben, sind wir jedenfalls zufrieden – wir konnten den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent auf rund 4,2 Milliarden Euro steigern. Beim operativen Ergebnis haben wir im gleichen Zeitraum um rund 14 Prozent auf 309 Millionen Euro zugelegt. Diese Zahlen zeigen: Hella ist auf Wachstumskurs – und das soll so bleiben. Wir setzen dazu weiterhin auf mehrere unterschiedliche Standbeine: im Automobilbereich auf Licht und Elektronik, auf die Versorgung von Handel und Werkstätten im Aftermarket sowie die Erstausrüstung von Spezialfahrzeugen und Industrielösungen.

automotiveIT: Herr Niehage, wenn wir Sie fragen, welchen Anteil die IT-Abteilungen am geschäftlichen Erfolg von Hella haben – wie lautet dann Ihre Antwort?

Niehage: Die Hella-Gruppe ist in den letzten Jahren immer globaler geworden und stark außerhalb Europas gewachsen. Damit hat sich die Art und Weise verändert, wie unsere Teams zusammenarbeiten. Zum Beispiel in unserem Entwicklungsnetzwerk: Standorte in Indien, China und Mexiko bringen heute gemeinsam mit Kollegen hier in Lippstadt neue Produkte auf den Weg. Ohne die Möglichkeiten, die moderne Informations- und Kommunikationstechnik bietet, wäre das nicht machbar. Die Zeiten, in denen in einem Raum Papier und Whiteboards beschrieben wurden, sind bei uns definitiv vorbei. Die IT legt die Basis für den Geschäftserfolg von Hella und ihre Rolle wird weiter wachsen. Das hat unlängst eine Umfrage in unseren Geschäftsbereichen bestätigt: Mit durchschnittlich 91 Prozent schätzen die Bereichsverantwortlichen die Relevanz der IT für das Business als sehr hoch ein.

automotiveIT: Die Wachstumsstrategie von Hella konzentriert sich vor allem auf die USA und China. Wie lange wird diese Rechnung noch aufgehen?

Osterhage: Erfreulicherweise wachsen wir auch in Europa. Deutschland ist stabil, Westeuropa meldet sich eindrucksvoll zurück. Dennoch haben Sie recht. Unsere Hauptwachstumsmärkte sind derzeit China und Nordamerika, die wieder auf Vorkrisenniveau sind und sich ordentlich entwickeln. Mit unserer Präsenz in Brasilien, Mexiko und in den Vereinigten Staaten hat Hella optimale Möglichkeiten, um die regionale Nachfrage in Amerika zu bedienen. Am stärksten aber wird die gesamte Branche derzeit von China getrieben. China ist mittlerweile der größte Automobilmarkt der Welt. Und für 2015 wird ein Absatz von 19 Millionen Neufahrzeugen prognostiziert. Selbst wenn sich das Wachstumstempo abkühlen sollte, erwarten wir dort eine weiterhin dynamische Geschäftsentwicklung. Entsprechend investieren wir im Rahmen unserer Globalisierungsinitiative in diese Märkte. Das bedeutet aber nicht, dass sich in Lippstadt nichts mehr tut – im Gegenteil: Wir bauen unsere Zentrale sukzessive zu einem starken Leitstandort aus, mit klaren Strukturen, die es uns ermöglichen, den Konzern als Ganzes zu steuern. Neue Technologien und Prozesse in der Produktion werden zum Beispiel immer am Standort Lippstadt entwickelt, getestet und industrialisiert, bevor wir sie global implementieren. Mit dieser Strategie ist Hella in den letzten Jahren gut gefahren.

automotiveIT: Welche Ansprüche leiten sich aus diesen globalen Geschäftsaktivitäten für die Unternehmens-IT ab?

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Das Interview führten: Ralf Bretting und Hilmar Dunker
Bild: Claus Dick