Diese Autobauer finanzieren Wayves KI-Offensive
1,5 Milliarden Dollar, drei globale Autobauer und eine klare Botschaft: Autonomes Fahren wird zur Plattformfrage. Wir erklären, warum Mercedes, Nissan und Stellantis jetzt bei Wayve einsteigen und was das für die Machtverhältnisse im Markt bedeutet.
Wayve ist das erstes und bislang einziges Unternehmen für autonome Fahrzeuge, das innerhalb eines Jahres Zero-Shot-Fahrten in mehr als 500 Städten in Europa, Nordamerika und Japan durchgeführt hat.
Wayve
Wayve, das britische Startup für autonome Fahrtechnologie, hat sich in einer Finanzierungsrunde 1,5 Milliarden US-Dollar gesichert, um den Übergang von der Forschung zur globalen kommerziellen Nutzung seiner KI-Plattform zu markieren. Die neue Finanzierung bringt die Bewertung des Unternehmens auf 8,6 Milliarden USD und steht im Zeichen einer wachsenden branchenübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Software- und Fahrzeugherstellern.
Erstmals beteiligen sich führende Automobilhersteller direkt an einer Finanzierungsrunde von Wayve. Mercedes-Benz, Nissan und Stellantis investierten in die Serie-D-Runde, um die Entwicklung und Einführung autonomer Fahrsoftware in ihren jeweiligen Mobilitätsstrategien voranzutreiben. In der offiziellen Mitteilung heißt es, diese OEM-Beteiligungen würden die Weiterentwicklung von Wayves einheitlicher KI-Plattform unterstützen, die von L2+-„Hands-off“ bis zu L3/L4-„Eyes-off”-Funktionen reichen und über Marken, Fahrzeugtypen und Märkte hinweg skaliert werden soll. Wayve-Mitgründer und CEO Alex Kendall betont , dass der Kapitalzuwachs das Unternehmen in die Phase der skalierten kommerziellen Einführung bringe. „Mit 1,5 Milliarden USD gesichert bauen wir für einen adressierbaren Gesamtmarkt, der jedes Fahrzeug umfasst, das sich bewegt.“ Er unterstreicht zudem, dass autonome Mobilität nicht allein durch Robotaxi-Dienste skaliere, sondern durch eine vertrauenswürdige Plattform, die von Fahrzeugherstellern weltweit eingesetzt und kontinuierlich verbessert werden könne.
OEMs setzen auf skalierbare KI und beschleunigte Serienintegration
Die OEM-Investoren hoben ebenfalls die strategische Bedeutung der Zusammenarbeit hervor. „Diese Investition vertieft unsere Partnerschaft mit Wayve und unterstützt Nissans Pläne, das autonome Fahren mithilfe skalierbarer End-to-End-KI voranzubringen. Durch die Stärkung dieser Zusammenarbeit festigen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit im Bereich intelligenter Mobilität und unseren Fokus auf langfristige Wertschöpfung“, kommentiert beispielsweise Ivan Espinosa, Präsident und CEO von Nissan. Stellantis-CEO Antonio Filosa bezeichnete Wayves „embodied AI“-Ansatz und End-to-End-Lernarchitektur als wichtige Innovation, die gut zur Plattformstrategie von Stellantis passe und die Entwicklung sicherer sowie intuitiverer Fahrfunktionen weltweit unterstützen könne.
Wayve erklärt, dass bereits ab 2026 kommerzielle Robotaxi-Tests beginnen sollen und ab 2027 autonomes Fahren mit L2+-Fähigkeiten in Serienfahrzeugen zur Verfügung stehen wird, unterstützt durch die KI-Fahrsoftware, die direkt an OEMs lizenziert wird. Diese Technologie arbeite ohne hochdefinierte Karten und könne auf unterschiedlichen Fahrzeugplattformen und Sensorkonfigurationen laufen, was für die OEMs ein wirtschaftlich attraktives Modell zur Beschleunigung ihrer Autonomie-Roadmaps darstelle.
Mit dem Einstieg von Mercedes-Benz, Nissan und Stellantis in die Serie-D-Runde signalisiert die Branche, dass sich traditionelle Fahrzeughersteller zunehmend auf externe KI-Plattformen verlassen, um autonome Funktionen schneller und in größerer Vielfalt in ihre Modellprogramme zu integrieren. Diese strategischen Investments markieren einen bedeutenden Wandel im Verhältnis zwischen Automobilindustrie und Software-Ökosystemen für autonomes Fahren und könnten die Wettbewerbslandschaft nachhaltig verändern.