General Motors schmeißt zehn Prozent der IT-Belegschaft raus
GM trennt sich offenbar von Hunderten IT-Mitarbeitern. Der Umbau sei Teil einer strategischen Neuausrichtung hin zu KI, Cloud und datengetriebener Entwicklung. Deswegen sucht der US-Autobauer jetzt gezielt vor allem nach KI-Talenten.
GM will mit einem "Skill Swap" gezielt Mitarbeitende in neuen Technologiefeldern anheuern.
GM/Karl Nielsen
General Motors hat laut übereinstimmender Medienberichte weltweit
500 bis 600 Stellen in der IT gestrichen. Die Maßnahme betrifft vor allem
Angestellte und ist Teil eines umfassenden Umbaus der Organisation. Das Nachrichtenportal
Bloomberg berichtete zuerst über die Maßnahmen.
Der Konzern bestätigte die Einschnitte gegenüber der Presse und begründet sie mit der Transformation seiner IT-Strukturen. Ziel sei es, das
Unternehmen „besser für die Zukunft zu positionieren“. Die Benachrichtigung der betroffenen
Beschäftigten begann Anfang der Woche. Die Kürzungen erfolgen global und sind
eingebettet in ein breiteres Effizienzprogramm sowie Maßnahmen zur
Kostenkontrolle.
„Skills Swap“ statt klassischem Stellenabbau
Nach Informationen von TechCrunch handelt es sich
nicht um einen reinen Personalabbau, sondern um einen gezielten Austausch von
Kompetenzen. GM trennt sich demnach von IT-Fachkräften, deren Qualifikationen
nicht mehr den künftigen Anforderungen entsprechen, und schafft zugleich Raum
für neue Profile mit stärkerem Fokus auf künstliche Intelligenz.
Parallel laufen weiterhin Neueinstellungen in der IT.
Gesucht werden insbesondere Experten für: KI-native Softwareentwicklung, Data
Engineering und Analytics, cloudbasierte Architekturen, Entwicklung von
Modellen und KI-Agenten, Prompt Engineering und KI-Workflows.
Im Fokus stehen laut Bericht damit weniger Anwender von
KI-Tools als vielmehr Entwickler, die KI-Systeme von Grund auf konzipieren und
betreiben können.
Teil einer größeren Transformation
Die aktuellen Einschnitte sind kein Einzelfall. GM hat in
den vergangenen 18 Monaten wiederholt Stellen abgebaut, unter anderem im
Softwarebereich. Der Umbau geht einher mit strukturellen Veränderungen im
Management: Seit dem Einstieg von Chief Product Officer Sterling Anderson
arbeitet das Unternehmen daran, zuvor fragmentierte Software- und
Technologieeinheiten zu konsolidieren.
Gleichzeitig wurden gezielt Führungskräfte mit KI-Expertise
verpflichtet, um den technologischen Wandel voranzutreiben, schreibt
TechCrunch.
Signalwirkung für die Branche
Die Entwicklung bei GM steht exemplarisch für einen
breiteren Trend in der Industrie: Unternehmen passen ihre Belegschaften aktiv
an die Anforderungen einer stärker software- und KI-getriebenen Wertschöpfung
an.
Der Umbau der IT ist dabei weniger ein reines Sparprogramm
als vielmehr eine strategische Neujustierung – mit direkter Relevanz für
softwaredefinierte Fahrzeuge, datenbasierte Geschäftsmodelle und automatisierte
Entwicklungsprozesse.