Michael Steiner übergibt Porsche-Entwicklung an Jörg Bartels
Nach rund 25 Jahren bei Porsche beendet Michael Steiner im Mai 2027 seine Vorstandstätigkeit. Sein Nachfolger Jörg Bartels kommt von Mercedes-Benz und soll die Forschung und Entwicklung im Rahmen der langfristigen Konzernstrategie neu ausrichten.
Jörg Bartels (rechts) übernimmt im Mai 2027 die Leitung der Forschung und Entwicklung bei Porsche. Er folgt auf Michael Steiner (links), der das Ressort seit 2016 verantwortet.
Porsche / Collage
Porsche steht vor einem Wechsel an der Spitze der Forschung und Entwicklung. Michael Steiner wird seine Vorstandstätigkeit im Mai 2027 nach rund 25 Jahren bei dem Sportwagenhersteller beenden. Sein Nachfolger wird Jörg Bartels, der von Mercedes-Benz nach Zuffenhausen wechselt. Der 52-Jährige soll die technologische Neuausrichtung des Unternehmens weiterführen und die langfristige Entwicklungsstrategie umsetzen. Michael Steiner leitet seit 2016 das Vorstandsressort Forschung und Entwicklung bei Porsche. Im Jahr 2025 übernahm der heute 62-Jährige zusätzlich die Funktion des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden. Mit seinem Ausscheiden im Mai 2027 endet eine langjährige Tätigkeit in verschiedenen Führungspositionen des Automobilherstellers.
Sein Nachfolger Jörg Bartels verfügt über mehr als 26 Jahre Erfahrung in der Automobilindustrie. Bei Mercedes-Benz verantwortet er derzeit die weltweite Entwicklung sämtlicher Antriebssysteme. Zuvor war er unter anderem als President und CEO des chinesischen Gemeinschaftsunternehmens Beijing Benz Automotive tätig. Bartels bringt Erfahrung in der Entwicklung von Fahrzeugkomponenten, komplexen Systemen und vollständigen Fahrzeugplattformen mit. Zudem leitete er internationale Entwicklungsorganisationen in Europa und Asien.
Neue Entwicklungsstrategie bis 2035
Mit dem Führungswechsel verbindet Porsche die Fortsetzung seiner strategischen Neuausrichtung. Anfang Oktober 2026 hatte der Sportwagenbauer auf seinem Capital Markets Day die Strategie „Sportwagenschmiede ’35“ vorgestellt. An deren Ausarbeitung war Steiner maßgeblich beteiligt.
Bartels soll die langfristig angelegte Strategie künftig im Entwicklungsressort umsetzen und weiter ausgestalten. Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Michael Leiters werde der designierte Nachfolger die bereits eingeleitete Neuausrichtung der Forschung und Entwicklung fortführen. Der Übergang werde gemeinsam vorbereitet. Steiner und Leiters hätten den bevorstehenden Wechsel bereits miteinander abgestimmt, teilte der Konzern mit.
Steiner prägte Elektrifizierung und Fahrzeugentwicklung
Michael Steiner begann seine berufliche Laufbahn 1995 bei Mercedes-Benz und wechselte 2002 zu Porsche. Dort übernahm er zunächst die Leitung des Bereichs Innovationen, Konzepte und CAE. Es folgten Führungsaufgaben in der Panamera-Baureihe sowie in der Gesamtfahrzeugentwicklung und Qualität. Während seiner Zeit als Entwicklungsvorstand begleitete Steiner mehrere Modellgenerationen des Porsche 911. Zu den zentralen technologischen Entwicklungen seiner Amtszeit gehört der Taycan, das erste vollelektrische Serienfahrzeug der Marke mit 800-Volt-Architektur.
Auch das aktive Fahrwerkssystem Porsche Active Ride im Panamera sowie die Einführung des T-Hybrid-Antriebs in verschiedenen 911-Modellen fallen in seinen Verantwortungszeitraum. Von 2022 bis 2025 leitete Steiner zusätzlich die Konzernforschung und -entwicklung des Volkswagen-Konzerns. In dieser Funktion war er für zentrale Technologie- und Architekturthemen der Unternehmensgruppe zuständig.
Neben der Serienfahrzeugentwicklung war Steiners Amtszeit durch das Motorsportengagement der Marke geprägt. Porsche gewann 2017 zum dritten Mal in Folge das 24-Stunden-Rennen von Le Mans und sicherte sich im selben Jahr die Hersteller- und Fahrerweltmeisterschaft in der LMP1-Klasse der Langstrecken-Weltmeisterschaft. Auch der Einstieg in die vollelektrische Rennserie Formel E erfolgte während seiner Zeit als Entwicklungsvorstand. Dort gewann der Hersteller später Weltmeistertitel in der Fahrer- und Herstellerwertung.