Martin Hofmann, der Ex-CIO des Volkswagen-Konzerns, gibt automotiveIT ein Interview

Martin Hofmann: „Personen, die mir nahe stehen, wissen seit geraumer Zeit von meinem Interesse, in die Tech-Branche zu wechseln.“ Bild: Claus Dick

| von Ralf Bretting

Herr Hofmann, Sie haben als CIO fast neun Jahre lang die Volkswagen Group IT geleitet. Was hat Sie dazu bewogen, von der Automobilindustrie in die Tech-Branche zu wechseln?
Die Transformationskraft von digitalen Technologien begleitet und fasziniert mich seit jeher. In meiner Zeit als Group-CIO bei Volkswagen hatte ich die einmalige Gelegenheit, mit vielen Technologie-Unternehmen zusammenzuarbeiten. Einige haben mich schwer beeindruckt – vor allem wenn sie auf komplett neue Ansätze und Geschäftsmodelle wie beispielsweise die Cloud setzen. Außerdem begeistert mich der starke Kundenfokus vieler Technologiekonzerne. Personen, die mir nahe stehen, wissen auch seit geraumer Zeit von meinem Interesse, in die Tech-Branche zu wechseln – neben der Automobilindustrie ist das für mich das wohl spannendste Feld. Mit Salesforce habe ich nun außerdem ein Unternehmen mit positiver Kultur und starken Werten gefunden, getragen von einem visionären CEO und einer Top-Führungsmannschaft.

Welche Aufgaben werden Sie bei Salesforce wahrnehmen? Was genau müssen wir uns unter der Zuständigkeit „Strategic Customers“ vorstellen?
Wir befinden uns in einer großen Zeit des Wandels, in der Innovation unerlässlich ist, um sowohl mit den Stakeholdern in Verbindung zu bleiben als auch der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Technologien wie künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen sind immens wichtig und müssen noch stärker auf die Agenda rücken. Ich werde meine neue Rolle bei Salesforce in der Beratung von Führungskräften auf Vorstandsebene ausgewählter strategischer Großkunden einnehmen und mit meiner Erfahrung aus 19 Jahren strategischer Geschäftsentwicklung und Business Transformation dabei helfen, ihr Geschäft auf Basis der Salesforce Customer 360 Plattform strategisch neu auszurichten. Ich werde aber auch als „Advokat“ – als Anwalt – Kunden und ihre Interessen innerhalb von Salesforce vertreten.

Die cloudbasierten CRM-Lösungen von Salesforce adressieren nicht nur OEMs und Zulieferer, sondern auch den Autohandel und Mobilitätsdienstleister. An welchen Stellen sehen Sie derzeit für die Themen Kundenerfahrung und Kundenbindung das größte Potenzial?
Die Automobilbranche hat in den letzten Jahren verstanden, dass es nicht nur auf das Produkt, sondern in erster Linie auch auf Kundenorientierung und individuelle Serviceleistungen ankommt. Neue Ansätze wie Abomodelle beispielsweise werden immer attraktiver und sind gefragt. Das ist genau der Punkt, an dem ich ansetzen möchte: Wir müssen stärker verstehen, wo die Kundenbedürfnisse liegen und unsere Kunden besser abholen. Darum geht es schließlich beim Thema Digitalisierung. Ich freue mich auf diese Aufgabe.

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