Ein Mitarbeiter von Uber Eats mit einem grünen Rucksack schiebt ein Fahrrad.

Der Geschäftszweig Delivery nimmt bei Uber eine immer höhere Bedeutung ein. (Bild: pixabay)

Im Fokus von Uber stehen die Nutzer. Bequem und einfach will das Unternehmen es ihnen machen – ob als deutlich billigeres Taxi oder als schneller Essenslieferant. Schaut man sich den Umsatz nach Geschäftsfeldern an, könnte die Zukunft des Unternehmens jedoch eher vom Kerngeschäft der Personenbeförderung wegführen. Im Pandemiejahr 2021 machte das Unternehmen 8,3 Milliarden US-Dollar Umsatz durch Essensbestellungen und nur noch 6,9 Milliarden durch Fahrten. Hinzu kommen konstante Anfeindungen und Proteste der Taxi-Lobby. Erst kürzlich formierten sich erneut Taxifahrer aus ganz Europa in Brüssel, um gegen die Geschäftspraktiken von Uber zu protestieren.


Inwieweit das US-Unternehmen sich noch in der Findungsphase und unter Erfolgsdruck befindet, verdeutlichte bereits der Verkauf der eigenen Entwicklungsabteilung ATG im Jahr 2020. Ursprünglich sollte sie autonome Robotaxis auf die Straße bringen. Doch vor dem Hintergrund der ohnehin ernüchternden Finanzzahlen war diese Vision wohl zu kostspielig.

Rückt Uber die Mobilität wieder in den Vordergrund?

Corona hat auch bei Uber einiges durcheinandergewirbelt. Ende letzten Jahres war der Bereich Mobility, zu dem Uber X sowie Pooling-, Chauffeur- und Mietwagen-Services gehören, deutlich abgeschlagen nur noch zweitbester Umsatzbringer. Immerhin – weltweit werden seit Jahresbeginn wieder mehr Fahrten gebucht. Im ersten Halbjahr dieses Jahres verbuchte Uber sogar 300 Millionen Fahrten mehr als im ersten Halbjahr 2019 und damit so viele wie nie zuvor.
Ob der Negativtrend damit ein Ende findet, ist angesichts der Verluste in den beiden ersten Quartalen 2022 jedoch völlig offen. Im Gegensatz zu der Frage, wodurch das Unternehmen am meisten Geld verdient, ist die Suche nach dem bislang lukrativsten Markt schnell abgeschlossen. Der wirtschaftliche Fokus liegt nach wie vor auf Nordamerika. 2021 machte Uber dort mehr als zehn Milliarden US-Dollar Umsatz, in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika waren es zusammen rund ein Drittel davon.

Uber hat in Deutschland weiterhin Probleme

In Deutschland spielt Uber noch immer eine fast unbedeutende Rolle. Laut Statista-Umfrage nutzten lediglich drei Prozent der Befragten zwischen April 2021 und März 2022 die App. Als Konsequenz fokussiert sich Uber Deutschland mehr und mehr auf Essenslieferungen. Aktuell gibt es Uber Eats bereits in rund 40 Städten, bis Ende des Jahres sollen 20 weitere dazukommen.
In Sachen Mobility geht es in Deutschland eher um die letzte Meile. Uber fährt seine Kunden dabei für einen Fixpreis von sechs Euro von der Endhaltestelle einer U-Bahn-Station nach Hause. Setzt man die Anzahl dieser Fahrten – 50.000 pro Jahr in Berlin – in Relation mit den 6,3 Milliarden Fahrten weltweit im Jahr 2021, wird deutlich, wie hoch der Stellenwert dieser Pilotprojekte für Ubers Gesamtausrichtung sein dürfte.

Neben den Hauptgeschäftsfeldern Mobility und Delivery drängt Über zudem in den Bereich Frachtlieferungen. Der Umsatz im Bereich Freight steigt seit 2019 (713 Millionen US-Dollar) stark an. 2021 generierte der US-Konzern bereits 2,1 Milliarden Euro Umsatz in dieser Sparte. Es scheint sich somit als klug zu erweisen, auch künftig je nach Region andere Schwerpunkte zu setzen. Am Ende zählen jedoch nur die nackten Zahlen – im Transport- und Logistikwesen sowieso. Und die sind trotz zuletzt positiver Entwicklung nach wie vor tiefrot. Allein im zweiten Quartal 2022 erzielte Uber ein operatives Ergebnis von minus 713 Millionen und einen Nettoverlust von 2,6 Milliarden US-Dollar.

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