Online-Vertrieb Mercedes

Noch in diesem Jahr sollen insgesamt 38 Onlineshops den digitalen Fahrzeugverkauf von Mercedes-Benz spürbar ankurbeln. (Bild: Mercedes-Benz)

Bis Ende 2022 sollen global 38 Onlineshops für die Marke mit dem Stern an den Start gehen. Damit führt der OEM seinen eingeschlagenen Verjüngungskurs des Vertriebs weiter fort. Im vergangenen Jahr hat Mercedes-Benz in Schweden, Österreich, Indien und Südafrika ein Agenturmodell für seine Vertriebsstätten eingeführt und mit den Händlern neue Verträge geschlossen. Europäische Märkte in Deutschland, Spanien oder Belgien folgen. „In Deutschland haben alle unsere Händler dem neuen Modell zugestimmt und wollen mit uns den nächsten Schritt gehen“, betont Britta Seger, Vertriebsvorständen bei Mercedes-Benz.

Gleichwohl wird die Transformation der Händlerbetriebe nicht ganz ohne Reibungsverluste über die Bühne gehen. „Wir haben uns genau angesehen, welche Standorte wir in Zukunft noch brauchen. Das wird dazu führen, dass mit Blick auf die Verkaufsfläche 15 bis 20 Prozent in Deutschland bis zum Jahr 2028 verschwinden werden“, führt Seeger weiter aus. Dennoch müsse den Händlern aus Sicht der Vertriebsvorständin nicht bange werden, da eine effizientere Nutzung der verbleibenden Fläche für stabile Absatzzahlen sorgen werde.

Der Zweiklang aus digitaler und analoger Vertriebswelt soll bei den Stuttgartern auch in den nächsten Jahren noch den Verkauf dominieren. „Wir definieren unsere Online-Kanäle als moderne Schaufenster für unsere Produkte. Nach wie vor kommen unsere Kunden zu den stationären Händlern, jedoch durch ihre Online-Aktivitäten bereits gut informiert“, unterstreicht Britta Seeger.

Online-Autohäuser sollen Margen sichern

Neben prestigeträchtigen Standorten und lukrativen Showrooms in den Innenstädten großer Metropolen soll sich die Produktwelt von Mercedes-Benz vor allem im digitalen Raum von seiner besten Seite zeigen. „Ich würde so weit gehen und sagen, dass wir nun Online-Autohäuser bauen“, skizziert Seeger die zukünftige Marschroute.

Auf Vertriebsseite spüre man insbesondere in China, aber auch den USA eine starke Kundennachfrage, die dank moderner Verkaufskanäle weiter gefördert werden soll. Gleichwohl habe der Hersteller die Situation rund um die Versorgungsengpässe mit Halbleitern, fehlenden Kabelbäume durch den  Ukraine-Krieg und der restriktiven Corona-Politik in China jeden Tag genau im Auge, betont Seeger.

„In den vergangenen Monaten haben unsere Einkäufer einen Riesenjob gemacht und alles dafür gegeben, dass bestellte Fahrzeuge trotz aller widrigen Umstände gefertigt und ausgeliefert werden können“, verdeutlicht die Managerin. So werden die ersten Modelle des EQS noch bis zum Ende dieses Jahres ausgeliefert. Auch bei Plug-in-Hybriden bewertet Seeger die Liefersituation positiv.

Absatz von E-Autos verdreifacht sich

Für gute Verkaufszahlen sind insbesondere die vollelektrischen EQ-Modelle verantwortlich, die sich global im ersten Quartal des Jahres im Vergleich zum Vorjahresquartal verdreifacht haben. „Das Angebot schafft die Nachfrage – diesen Trend sehen wir ganz klar bei unseren E-Modellen“, so Seeger. Ein weiteres Verkaufsargument: In Zeiten der mannigfaltigen Versorgungsengpässe werden die E-Autos bei Mercedes-Benz bei Produktion und Auslieferung vorrangig behandelt.

In drei Jahren soll bereits jedes zweite verkaufte Fahrzeug mit dem Stern ein rein elektrisches Modell sein. Dafür intensiviert der OEM bis dahin die Elektrifizierung des Produktportfolios. 40 Milliarden Euro fließen in die elektrische Zukunft des Autobauers aus Sindelfingen.

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