Strategische Partnerschaft
Mercedes-Benz integriert Wayve AI Driver in kommende Modelle
Mercedes-Benz und Wayve vertiefen ihre Zusammenarbeit beim automatisierten Fahren. Der Wayve AI Driver soll in den kommenden zwei Jahren in künftige Modelle des Stuttgarter Automobilherstellers einziehen. Damit rückt die Technologie einen weiteren Schritt in Richtung Serieneinsatz.
Mercedes-Benz erprobt Fahrassistenzsysteme unter anderem in San Francisco. Künftig soll der Wayve AI Driver in die Fahrzeugarchitektur des Herstellers integriert werden und automatisierte Fahrfunktionen in weiteren Verkehrssituationen unterstützen.
Mercedes-Benz
Mercedes-Benz und das britische KI-Unternehmen Wayve haben eine Produktionsvereinbarung für den Einsatz des Wayve AI Driver geschlossen. Die Software soll in künftige Fahrzeuge des Stuttgarter Herstellers integriert werden. Nach Angaben der Unternehmen sollen erste Kunden innerhalb der kommenden zwei Jahre entsprechende Funktionen nutzen können. Vorgesehen ist eine Fahrassistenz, die Fahrten zwischen Start und Ziel sowohl im Stadtverkehr als auch auf Autobahnen unterstützen soll. Welche Baureihen die Technik erhalten werden, haben die Partner bisher nicht offiziell angekündigt. Auch ein konkretes Automatisierungslevel nach SAE-Klassifizierung wird bisher nicht genannt. Damit bleibt zunächst offen, in welchem funktionalen Umfang die Lösung zum Marktstart verfügbar sein wird.
Die Vereinbarung baut auf einer mehrjährigen technischen Kooperation zwischen Mercedes-Benz und Wayve auf. Anfang 2026 beteiligte sich der Automobilhersteller zudem an der Series-D-Finanzierungsrunde des Londoner Technologieunternehmens. Mit dem nun geschlossenen Abkommen erhält die bisherige Entwicklungsarbeit eine konkrete Perspektive für den Einsatz in Serienfahrzeugen. Im Zuge der bisherigen Zusammenarbeit wurde der Wayve AI Driver nach Unternehmensangaben bereits an die Produktionsarchitektur von Mercedes-Benz angebunden. Dabei kommt die Hardware des Fahrzeugherstellers zum Einsatz. Hinzu kommen das Betriebssystem MB.OS und die Kartenschnittstellen des Konzerns. Erprobungen der gemeinsamen technischen Basis fanden unter anderem in Stuttgart, London und San Francisco statt.
Wayve setzt auf lernende KI
Technologisch verfolgt der britische Entwickler einen datengetriebenen Ansatz. Das Unternehmen bezeichnet seine Architektur als AV2.0 und ordnet sie dem Bereich der sogenannten Embodied AI zu. Statt das Fahrverhalten vorrangig über fest programmierte Regeln und hochauflösende Karten abzubilden, soll das System Verkehrssituationen anhand trainierter KI-Modelle verarbeiten.
Wayve zufolge benötigt der AI Driver keine HD-Karten und soll sich auf neue Städte sowie unterschiedliche Verkehrsumgebungen übertragen lassen, ohne für jeden Einsatzort separat trainiert zu werden. Auch feste geografische Einsatzgrenzen seien für den grundlegenden Ansatz nicht erforderlich. Das Training der Modelle erfolgt nach Angaben des Anbieters auf KI-Infrastruktur von Nvidia, die über Microsoft Azure bereitgestellt wird. Diese Angaben beschreiben die technische Zielsetzung des Systems. Welche Funktionen Mercedes-Benz davon zum geplanten Serienstart freischalten wird und unter welchen regulatorischen Voraussetzungen dies geschehen kann, wurde bislang nicht konkretisiert.
Gemeinsame Plattform für mehrere Automatisierungsstufen
Wayve entwickelt den AI Driver nach eigenen Angaben als gemeinsame Softwarebasis für unterschiedliche Stufen der Fahrzeugautomatisierung. Das Spektrum soll von erweiterten Assistenzfunktionen bis zu fahrerlosen Anwendungen reichen. Die gleiche technologische Grundlage könne damit perspektivisch sowohl in Privatfahrzeugen als auch in Robotaxi-Anwendungen eingesetzt werden.
Aus der Vereinbarung mit Mercedes-Benz ergibt sich daraus jedoch keine Ankündigung eines fahrerlosen Serienfahrzeugs. Konkret zugesagt ist zunächst die Integration einer erweiterten Fahrassistenz für Fahrten im urbanen Umfeld und auf Autobahnen. Der Premiumhersteller will die Technologie nach eigenen Angaben perspektivisch in mehreren Märkten einsetzen.
Details zu Modellen und Marktstart bleiben offen
Mit dem Produktionsabkommen rückt die Kooperation von der Entwicklungsphase näher an einen kommerziellen Einsatz. Für die weitere Einordnung werden vor allem die konkret vorgesehenen Fahrzeugmodelle, der Funktionsumfang und das tatsächliche Automatisierungsniveau entscheidend sein. Diese Punkte lassen die Unternehmen in den aktuellen Ankündigungen noch offen. Fest steht bislang, dass der Wayve AI Driver innerhalb der kommenden zwei Jahre in ersten künftigen Mercedes-Benz-Fahrzeugen verfügbar werden soll. Die technische Einbindung in die bestehende Software- und Hardwarearchitektur des Herstellers ist nach Angaben der Partner bereits erprobt worden.