Audi eröffnet neues Entwicklungszentrum in Shanghai
Audi baut seine Entwicklungspräsenz in China mit einem neuen Innovations- und Technologiezentrum in Shanghai aus. Im Fokus stehen KI, Fahrerassistenzsysteme und kürzere Entwicklungszyklen für die neue Submarke zusammen mit SAIC.
In Audis neuem Entwicklungszentrum sollen KI-Anwendungen und ADAS-Funktionen für die neue Submarke entstehen.
AUDI AG
Mit einem neuen Technologiezentrum in Shanghai will Audi seine Entwicklungs- und Innovationsaktivitäten in China ausbauen. Das neue AUDI Innovation & Technology Center (AITC) entsteht gemeinsam mit dem chinesischen Partner SAIC und soll künftig als zentraler Entwicklungshub für die China-Marke AUDI fungieren. Rund 300 Mitarbeitende werden dort an neuen Fahrzeugen arbeiten, von der Konzeptphase bis zur Serienreife.
Die Eröffnung des Entwicklungszentrums ist der nächste Schritt in Audis China-Strategie. Nachdem der Hersteller mit der speziell für den chinesischen Markt geschaffenen Marke AUDI einen Neustart eingeleitet hat, soll nun auch die Entwicklung stärker vor Ort erfolgen. Hintergrund ist der zunehmende Wettbewerbsdruck durch chinesische Hersteller, die Fahrzeuge deutlich schneller auf den Markt bringen und Softwarefunktionen eng an lokale Nutzerbedürfnisse anpassen.
Fokus auf Software, KI und Fahrerassistenz
Im Zentrum der Entwicklungsarbeit stehen künftig Fahrerassistenzsysteme, KI-Anwendungen und digitale Nutzererlebnisse. Audi plant unter anderem Funktionen für multimodale Interaktion, agentenbasierte Assistenzsysteme sowie personalisierte Fahrzeugfunktionen für chinesische Kunden. Zudem soll im AITC die nächste Generation der Advanced Digitized Platform (ADP) entstehen, die als technische Basis zukünftiger AUDI-Modelle dienen wird.
Für die Umsetzung setzt Audi auf eine enge Verzahnung mit dem chinesischen Technologieökosystem. Das Zentrum arbeitet mit einer führenden chinesischen KI- und Cloud-Plattform zusammen und untersucht, wie sich KI-Modelle bereits frühzeitig in die Fahrzeugarchitektur integrieren lassen.
Audi reagiert auf China-Dynamik
Dass Audi Entwicklungskapazitäten nach China verlagert, ist Teil eines grundsätzlichen Strategiewechsels. Bereits beim ersten Modell der neuen Marke, dem AUDI E5 Sportback, setzte der Hersteller auf eine speziell für China entwickelte Plattform sowie lokale Technologiepartner. Ziel war es, Entwicklungszeiten deutlich zu verkürzen und Funktionen für den chinesischen Markt schneller bereitzustellen.
„China ist ein Schlüsselmarkt für Audi und einer der dynamischsten Innovationsstandorte der Automobilindustrie. Wer hier erfolgreich sein will, muss nah an den Kunden entwickeln und neue Technologien schnell in überzeugende Produkte übersetzen“, sagt Audi-CEO Gernot Döllner. Mit dem neuen Technologiezentrum investiere das Unternehmen gezielt in seine langfristige Wettbewerbsfähigkeit im weltweit größten Automobilmarkt.
Auch Fred Schulze, CEO der Audi-SAIC-Kooperation und ehemaliger Leiter des werks Neckarsulm, verweist auf die Bedeutung lokaler Entwicklungsstrukturen: „AUDI wurde speziell für chinesische Kunden entwickelt. Mit dem neuen Technologiezentrum können wir ihre Erwartungen noch konsequenter in unsere Produkte übersetzen – von der ersten Idee über Software und Fahrerassistenz bis zu kontinuierlichen digitalen Updates.“
China wird zum Entwicklungsstandort
Mit dem AITC geht Audi einen ähnlichen Weg wie zahlreiche internationale Hersteller in China: Entwicklung, Softwareintegration und digitale Dienste entstehen zunehmend dort, wo die Fahrzeuge verkauft werden. Für die Marke AUDI bedeutet das kürzere Entscheidungswege, lokale Innovationspartnerschaften und eine stärkere Ausrichtung auf ein Marktumfeld, in dem Software, KI und digitale Kundenerlebnisse immer stärker über den Produkterfolg entscheiden.
Mit dem neuen Technologiezentrum investiert Audi auch in die Zukunft der noch jungen China-Marke AUDI. Als erstes Modell der speziell für den chinesischen Markt entwickelten Submarke kam Ende 2025 der AUDI E5 Sportback auf den Markt, 2026 folgte mit dem AUDI E7X ein vollelektrisches SUV. Ein drittes Modell in Form einer Limousine soll 2027 das Portfolio komplettieren.
Der kommerzielle Durchbruch lässt bislang jedoch auf sich warten. Die anfänglich vielversprechende Nachfrage nach dem AUDI E5 Sportback konnte nicht in nachhaltige Verkaufszahlen umgemünzt werden. Anders stellt sich die Situation beim AUDI E7X dar: Das SUV entwickelte sich deutlich dynamischer und erreichte laut Audi in den ersten 100 Tagen nach Marktstart 10.000 Verkäufe.
Ob daraus langfristig eine tragfähige Wachstumsstory entsteht, dürfte sich in den kommenden Jahren entscheiden. Das neue AUDI Innovation & Technology Center spielt dabei eine zentrale Rolle, weil es die Entwicklungszeiten verkürzen und die Fahrzeuge noch stärker an die Anforderungen chinesischer Kunden anpassen soll.