Ausgezeichnet von automotiveIT

Die Gewinner der IT Team Awards

Mit den IT Team Awards zeichnet automotiveIT auch in diesem Jahr Teams aus, die IT als strategischen Treiber der Transformation in der Automobilindustrie etablieren. Im Mittelpunkt stehen Projekte, die durch messbaren Business Impact, innovative Technologien und nachhaltige organisatorische Veränderungen überzeugen.

Gruppenfoto auf der Bühne des automotiveIT-Kongresses: Zahlreiche Teilnehmende stehen nebeneinander, einige halten rote automotiveIT-Awards in den Händen. Im Hintergrund sind das große automotiveIT-Logo und der Schriftzug „JOIN IT. BE PART OF IT.“ zu sehen.
Mit den IT Team Awards zeichnet automotiveIT wie in den letzten Jahren IT-Teams aus, die IT als strategischen Treiber der Transformation in der Automobilindustrie etablieren, und würdigt Projekte mit messbarem Business Impact, innovativen technologischen Ansätzen und nachhaltigen organisatorischen Veränderungen. Ebenso zu sehen sind die drei prämierten Gewinner der Top 25 IT-Dienstleister aus dem jährlichen Ranking der automotiveIT.

ZF, Bertrandt und Aiorx heißen die Gewinner der automotiveIT IT Team Awards 2026. Bereits zum vierten Mal würdigt automotiveIT auf dem automotiveIT Kongress IT-Teams, die mit ihren Projekten die digitale Transformation der Automobilindustrie vorantreiben. In diesem Jahr wurden die Awards grundlegend weiterentwickelt: Im Fokus stehen nicht nur technologische Innovationen, sondern insbesondere ihr konkreter Mehrwert für Unternehmen, Geschäftsprozesse und die Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereichen.  Auch das Bewertungsverfahren wurde neu aufgestellt. Erstmals setzt sich das Ergebnis aus einer Fachjurybewertung (60 Prozent) und einem Community-Voting (40 Prozent) zusammen. Die Jury bewertete die eingereichten Projekte anhand der Kriterien strategischer Business Impact, Skalierbarkeit, Governance und Operating Model, Innovationsgrad sowie Übertragbarkeit.

Die IT Team Awards wurden 2026 erstmals in drei neuen Kategorien vergeben. Der Enterprise Excellence Award zeichnet Teams von Automobilherstellern und Tier-1-Zulieferern aus, die IT als strategischen Wertschöpfungsfaktor etablieren. Mit dem Ecosystem Excellence Award werden Technologiepartner und gemischte Teams gewürdigt, die OEMs und Zulieferer mit innovativen Lösungen und Plattformen unterstützen. Der Emerging Innovation Award richtet sich an junge Startups, deren Technologien das Potenzial haben, die Automobilindustrie nachhaltig zu verändern.

Sieger Enterprise Excellence: CorExpedia (ZF)

Mit der digitalen Plattform CorExpedia gewinnt ZF den IT Team Award 2026 in der Kategorie Enterprise Excellence. Das Projekt des Geschäftsbereichs ZF Aftermarket digitalisiert die Rückgabe gebrauchter Fahrzeugteile für die Wiederaufarbeitung und schafft damit einen weltweit einheitlichen Prozess für die sogenannte Reverse Logistics. Ziel ist es, bisher aufwendige und häufig manuelle Abläufe zu vereinfachen, die Transparenz für Kunden zu erhöhen und zugleich die Kreislaufwirtschaft zu stärken.

Über eine zentrale, geräteunabhängige Anwendung können autorisierte Partner Altteilrückgaben anmelden, Sendungen verfolgen, Bestände verwalten und den Status ihrer Erstattungen einsehen. CorExpedia ersetzt damit historisch gewachsene Einzellösungen und verbindet unterschiedliche Marken, Märkte und Geschäftsprozesse auf einer gemeinsamen Plattform. Weltweit sind nach Angaben von ZF bereits rund 5.700 Kunden angebunden. Die Lösung ist in Europa, Nord- und Südamerika sowie im asiatisch-pazifischen Raum im Einsatz.

Preisverleihung des Enterprise Excellence Awards beim automotiveIT Kongress 2026: Vier Personen stehen gemeinsam mit einer Moderatorin auf der Bühne. Eine Preisträgerin hält den roten IT Team Award für ZF Friedrichshafen Aftermarket in den Händen. Auf der Leinwand ist ZF als Gewinner zu sehen.
ZF Friedrichshafen Aftermarket gewinnt in diesem Jahr mit CorExpedia den Enterprise Excellence Award. Die Plattform automatisiert die Rückgabe gebrauchter Fahrzeugteile und stärkt die Kreislaufwirtschaft.

Technologisch setzt CorExpedia auf eine cloudnative Architektur, die unter anderem Salesforce, Microsoft Azure und die zentrale Datenplattform von ZF Aftermarket miteinander verbindet. Sieben ERP-Systeme, darunter SAP und BPCS, sind in die Plattform integriert. Über automatisierte Schnittstellen werden Daten ausgetauscht sowie Gutschriften und Zahlungen verarbeitet. Die einheitliche Datenbasis ermöglicht eine durchgängige Nachverfolgbarkeit des gesamten Rückgabeprozesses.

Der Business Impact zeigt sich insbesondere in der Prozessgeschwindigkeit. Laut ZF konnte die Bearbeitungszeit für Altteilrückgaben um 60 Prozent reduziert werden. Die Zeit bis zur Erstattung des Altteilwerts verkürzte sich um 85 Prozent, während 90 Prozent der zuvor notwendigen manuellen Prozessschritte entfallen. Gleichzeitig sorgt die digitale Sendungsverfolgung für vollständige Transparenz über den Rückgabestatus.

Neben der Effizienzsteigerung zahlt CorExpedia auf die Nachhaltigkeitsstrategie des Zulieferers ein. Indem gebrauchte Fahrzeugteile systematisch zurückgeführt und wiederaufbereitet werden, lassen sich wertvolle Materialien länger nutzen und Ressourcen schonen. Die Plattform schafft dafür die digitale Grundlage und verbindet wirtschaftliche Vorteile mit den Anforderungen einer stärker kreislauforientierten Wertschöpfung.

Auch organisatorisch setzt das Projekt auf eine enge Verzahnung von IT und Fachbereichen. Die Entwicklung erfolgt in agilen, funktionsübergreifenden Teams unter gemeinsamer Führung von IT und Business. Perspektivisch soll CorExpedia auf zusätzliche Regionen, Produktgruppen und Marken ausgeweitet werden. Zudem plant ZF, die Lösung unter dem Namen CoreService als eigenständiges Angebot für den gesamten Aftermarket zu positionieren.

Sieger Ecosystem Excellence: violis.io (Bertrandt)

Der IT Team Award in der Kategorie Ecosystem Excellence geht an Bertrandt für die virtuelle Testing-Plattform violis.io. Die Lösung adressiert eine zentrale Herausforderung der Entwicklung softwaredefinierter Fahrzeuge: Während die Komplexität der Fahrzeugsoftware kontinuierlich steigt, sind viele Test- und Absicherungsprozesse weiterhin von physischen Prüfständen und der Verfügbarkeit entsprechender Hardware abhängig. Das führt zu Wartezeiten, späten Fehlererkennungen und hohen Entwicklungskosten. violis.io verlagert einen wesentlichen Teil dieser Prozesse in virtuelle Umgebungen. Die cloudbasierte Plattform orchestriert virtuelle Steuergeräte, Restbussimulationen, Fahrzeugtopologien und etablierte Testwerkzeuge unterschiedlicher Hersteller. Durch eine modulare Containerarchitektur und offene Schnittstellen können verschiedene Systeme flexibel miteinander verbunden werden. Entwicklungs- und Testteams greifen entweder über eine Weboberfläche oder automatisiert über REST-APIs auf die Plattform zu.

Das Bertrandt-Team mit dem roten IT Team Award auf der Bühne des automotiveIT Kongresses 2026. Im Hintergrund zeigt eine Leinwand Bertrandt als Gewinner des Ecosystem Excellence Awards.
Bertrandt gewinnt auf dem automotiveIT Kongress mit der virtuellen Testing-Plattform violis.io den Ecosystem Excellence Award 2026. Die Lösung ermöglicht schnellere und flexiblere Softwaretests ohne physische Steuergeräte.

So können Softwaretests bereits in frühen Entwicklungsphasen und unabhängig von physischen Steuergeräten durchgeführt werden. In einem Kundenprojekt ließ sich die Testdurchlaufzeit nach Angaben von Bertrandt von zwölf auf zwei Stunden reduzieren. Auch parallele Tests und die direkte Einbindung in automatisierte Entwicklungsprozesse tragen dazu bei, Fehler früher zu erkennen und Entwicklungszyklen zu verkürzen.

Die Plattform befindet sich bereits im produktiven Einsatz. Drei Kunden nutzen violis.io in ihren jeweiligen Cloud-Umgebungen. Bei einem Kunden werden täglich mehr als 2.000 produktive Tests virtueller Steuergeräte durchgeführt, zudem sind dort sechs Fahrzeugsysteme integriert. Der Zugriff erfolgt international, mit Nutzungsschwerpunkten in Deutschland und Indien. Ein wesentliches Merkmal von violis.io ist die Herstellerunabhängigkeit. Statt auf proprietäre Testwerkzeuge zu setzen, integriert die Plattform bestehende Lösungen verschiedener Anbieter über offene Schnittstellen. OEMs und Zulieferer können so ihre vorhandenen Entwicklungswerkzeuge weiterverwenden und zugleich virtuelle Testkapazitäten flexibel skalieren.

Für Bertrandt markiert das Projekt darüber hinaus eine strategische Weiterentwicklung. Der klassische Engineering-Dienstleister erschließt mit violis.io ein neues Geschäftsfeld als Anbieter digitaler Plattformservices. Perspektivisch soll insbesondere das Software-as-a-Service-Angebot ausgebaut werden, damit auch kleinere Zulieferer ohne eigene umfangreiche IT-Infrastruktur virtuelle Tests durchführen können. Damit verbindet das Projekt technologische Innovation mit neuen skalierbaren Geschäftsmodellen.

Sieger Emerging Innovation: Pulsar (Aiorx)

Mit der KI-basierten Plattform Pulsar gewinnt Aiorx den IT Team Award 2026 in der Kategorie Emerging Innovation. Das junge Technologieunternehmen adressiert damit eine Herausforderung in der Entwicklung softwaredefinierter Fahrzeuge: die zunehmend komplexe Fehlersuche in vernetzten Softwaresystemen.

Moderne Fahrzeuge bestehen aus zahlreichen miteinander verbundenen Steuergeräten und Softwarekomponenten. Treten Fehler im Zusammenspiel unterschiedlicher Systeme auf, ist die Ursachenanalyse häufig aufwendig. Unterschiedliche Datenformate, unvollständige Dokumentationen und Systemgrenzen zwischen OEMs und Zulieferern erschweren es, Fehlerquellen eindeutig zu identifizieren. Hier setzt Pulsar an. Die Plattform analysiert große Mengen an Laufzeitdaten, darunter Traces und Logs, und rekonstruiert daraus das tatsächliche Verhalten komplexer Softwaresysteme. Auf dieser Grundlage entsteht ein sogenannter Dynamic Twin, der Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen einzelnen Komponenten sichtbar macht. KI-gestützte Analyseverfahren sollen auffällige Ereignisse erkennen, deren Ausbreitung nachvollziehen und mögliche Fehlerursachen automatisiert eingrenzen.

Anders als klassische Diagnoseansätze, die häufig auf vordefinierte Systemmodelle und manuelle Analysen angewiesen sind, soll Pulsar ein dynamisches Verständnis des realen Systemverhaltens ermöglichen. Besonders relevant ist dies bei Fehlern, die sich über mehrere Fahrzeugdomänen oder die Systemgrenzen unterschiedlicher Zulieferer hinweg ausbreiten.Das wirtschaftliche Potenzial ist erheblich. Nach Angaben von Aiorx dauert die Analyse komplexer Fehlerursachen bislang häufig zwischen einer und vier Wochen. Mit Pulsar soll sich dieser Prozess perspektivisch auf weniger als einen Tag verkürzen. Angestrebt wird eine Reduktion des Analyseaufwands um mehr als 90 Prozent. Bei diesen Kennzahlen handelt es sich allerdings um Zielwerte, die im weiteren Projektverlauf validiert werden müssen.

Die Plattform wird bereits in zwei Pilotprojekten erprobt: bei einem europäischen Tier-1-Zulieferer im Infotainment-Bereich und bei einem europäischen Automobilhersteller im Bereich Connectivity. Langfristig soll der Ansatz auf weitere Fahrzeugdomänen und komplexe, unternehmensübergreifende Systemlandschaften übertragen werden.

Mit Pulsar zeigt Aiorx, wie KI-gestützte Datenanalyse zu einem besseren Verständnis komplexer Fahrzeugsoftware beitragen kann. An die Stelle langwieriger manueller Fehlersuche soll eine weitgehend automatisierte Ursachenanalyse treten, die Entwicklungsprozesse beschleunigt und die Softwarequalität verbessert.

Das Team von AIORX Technology bei der Verleihung des Emerging Innovation Awards auf dem automotiveIT Kongress 2026. Eine Preisträgerin hält den roten IT Team Award, während auf der Leinwand das Unternehmen als Gewinner angezeigt wird.
Aiorx Technology gewinnt mit der KI-Plattform Pulsar den Emerging Innovation Award 2026. Die Lösung soll die Fehlersuche in komplexen Softwaresystemen deutlich beschleunigen.

Die Gewinner der IT Team Awards 2025: MHP, Cariad & KL Engineering

Auf dem automotiveIT Kongress 2025 werden zum dritten Mal die Teams prämiert, die mit ihren Projekten die Zukunft an der Schnittstelle von ITK- und Automobilindustrie entscheidend mitgestalten. Ausgezeichnet wurden dabei nicht nur technische Exzellenz und Innovationskraft, sondern vor allem auch die Fähigkeit, nachhaltige Impulse für Geschäftsmodelle, Unternehmenskultur und die Entwicklung des Software-definierten Fahrzeugs zu setzen. Gewählt haben unsere Leser in den Kategorien Business Impact, Culture und Software-defined Vehicle.

Kategorie Business Impact:  MHP & Porsche – CO2mpanion

Kategorie Culture: MHP & Porsche – Argus:  Agiles Coaching im Kontext Automatisiertes Fahren & Parken nach Level 2++

Kategorie Software-defined Vehicle: Cariad & KL Engineering LLC –Cloud Car Automated Testing (Cloud CAT)


Die Gewinner der IT Team Awards 2024

Im Jahr 2024 fand die Award-Verleihung zum zweiten Mal statt. Vergeben wurden die Preise in fünf unterschiedlichen Kategorien. Insgesamt gingen rund 141.000 Stimmen aus unserer Community zur Abstimmung für die Sieger der IT Team Awards ein.

Kategorie Business Impact: Digital Twin as a Service von Mercedes-Benz, Netallied Systems & HPE

Kategorie Culture: DigiKon 2024 von Audi 

Kategorie Smart Factory: Konzeptaufbau für Industrial Computer Vision von Audi

Kategorie Software-Defined Software: Digital Solution for Car Multiverse Integration von Cariad & KL Engineer

Kategorie Supply Chain: Catena-X-Plattform von Volkswagen und MHP

Die Gewinner der IT Team Awards 2023                                                                              

Auf dem 15. automotiveIT Kongress in Berlin wurden erstmals nicht nur die Top 25 IT-Dienstleister von uns mit einem Award ausgezeichnet, sondern auch die besten IT Teams und ihre innovativen Projekte.

Kategorie Diversity: Industrial Cloud Solutions von MHP

Kategorie Culture: One Log – eine Initiative des Volkswagen Konzerns

Kategorie Business Impact: Code Craft von BMW und Bearingpoint