Softwaredefinierte Entwicklung

PTC stärkt Catena-X im Engineering

PTC ist dem Catena-X Automotive Network beigetreten. Der Softwareanbieter will seine Engineering-Expertise einbringen, um Standards für Produkt-, Geometrie- und Softwaredaten praxisnäher in Entwicklungsprozesse von OEMs und Zulieferern zu überführen.

Digitale Darstellung einer vernetzten Fahrzeugentwicklung mit virtuellem Elektroauto, Produktionsanlage, Robotern und einem Ingenieur an einer holografischen Benutzeroberfläche.
PTC positioniert sich mit dem Catena-X-Beitritt näher an brancheneinheitlichen Datenstandards für Entwicklung und industrielle Umsetzung.

PTC ist dem Catena-X Automotive Network beigetreten. Der Softwareanbieter will seine Expertise im Digital Engineering einbringen, um offene, interoperable und souverän nutzbare Produktdaten in der Automobilindustrie weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Catena-X-Standards in realen Engineering-Umgebungen von OEMs und Zulieferern eingesetzt werden können.

Mit dem Beitritt verstärkt das Unternehmen sein Engagement für unternehmensübergreifende Datenräume in der automobilen Wertschöpfung. Ziel sei es, bestehende Standards so weiterzuentwickeln, dass sie sich in skalierbare Unternehmenslösungen überführen lassen. PTC sieht dabei vor allem Produkt-, Geometrie- und Softwaredaten aus der Entwicklung als zentrale Grundlage für einen verlässlichen Datenaustausch zwischen Unternehmen.

Catena-X soll Engineering-Daten nutzbar machen

Catena-X verfolgt den Anspruch, Automobilhersteller, Zulieferer und weitere Partner in einem offenen Datenökosystem miteinander zu verbinden. Der Fokus liegt auf standardisierten und sicheren Austauschprozessen, über die Informationen entlang der Wertschöpfungskette nutzbar werden sollen. Für die Entwicklungsbereiche der Branche geht es dabei unter anderem darum, komplexe Produktdaten in robuste Datenmodelle und Prozesse zu überführen.

PTC bringt in das Netzwerk Lösungen für Product Lifecycle Management, CAD und Application Lifecycle Management ein. Über diese Systeme lassen sich Daten nach Angaben des Unternehmens über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg strukturieren, versionieren und miteinander verknüpfen. Der britisch-amerikanische Softwareanbieter will damit dazu beitragen, Catena-X-Standards näher an konkrete Entwicklungs- und Engineering-Prozesse heranzuführen.

Relevanz für Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit

Zu den zentralen Anwendungsfällen zählen laut PTC der digitale Produktpass, der Product Carbon Footprint sowie Rückverfolgbarkeit und Qualitätsmanagement. Gerade in diesen Bereichen steigt der Bedarf an konsistenten und belastbaren Daten, die über Unternehmensgrenzen hinweg ausgetauscht werden können. Für Automobilhersteller und Zulieferer gewinnt diese Fähigkeit an Bedeutung, weil regulatorische Anforderungen, Nachhaltigkeitsziele und Softwareentwicklung zunehmend enger miteinander verknüpft sind.

Der Konzern verweist darauf, dass Produktentwicklung, Lieferketten, Nachhaltigkeit und Regulierung in einer zunehmend softwaredefinierten Automobilindustrie stärker zusammenwirken müssten. Catena-X biete hierfür einen Rahmen, um Komplexität im Datenaustausch besser beherrschbar zu machen.

PTC sieht Catena-X als Rahmen für Standardisierung

„Die Automobilindustrie ist zunehmend softwaredefiniert, deshalb müssen Produktentwicklung, Lieferketten, Nachhaltigkeit und Regulierung immer enger ineinandergreifen“, sagt Michele Del Mondo, Senior Director Global Advisor Automotive bei PTC. Catena-X schaffe den passenden Rahmen, um diese Komplexität zu beherrschen. PTC bringe seine Erfahrung im digitalen Engineering ein, um Produkt- und Softwaredaten sicher, standardisiert und skalierbar nutzbar zu machen und so die Standardisierung in der Automobilindustrie voranzutreiben.

Mit dem Beitritt positioniert sich PTC stärker im Umfeld branchenspezifischer Datenstandards. Für Catena-X bedeutet der Schritt einen weiteren Technologiepartner mit Fokus auf Entwicklungsdaten, Softwareprozesse und Produktlebenszyklen. Entscheidend dürfte nun sein, wie sich die Standards in bestehenden IT-Landschaften und Engineering-Prozessen von Herstellern und Zulieferern praktisch verankern lassen.