OEM-Zusammenarbeit mit Behörden
Mercedes will mit Fahrzeugdaten Verkehrssicherheit erhöhen
Mercedes-Benz stellt anonymisierte Fahrzeugdaten für Infrastrukturprojekte bereit. Anwendungen in Baden-Württemberg und den Niederlanden sollen Straßenschäden, kritische Verkehrszeichen und Gefahrenstellen früher erkennen und Behörden bei der Instandhaltung unterstützen.
Mithilfe von anonymisierten Sensordaten aus vernetzten Mercedes-Fahrzeugen sollen Behörden unter anderem ein besseres Bild zum Zustand von Straßen bekommen.
Mercedes-Benz
Mercedes-Benz stellt anonymisierte Fahrzeugdaten für
Infrastrukturprojekte zur Verfügung, um Straßenzustände und Verkehrszeichen
digital zu erfassen. Zwei aktuelle Initiativen in Baden-Württemberg und den
Niederlanden zeigen, wie Fahrzeugdaten Behörden dabei unterstützen können,
Schäden früher zu erkennen und Maßnahmen gezielter zu planen.
Millionen Verkehrsteilnehmer sind täglich mit Schlaglöchern,
beschädigten Fahrbahnen oder uneinheitlicher Beschilderung konfrontiert.
Mercedes-Benz setzt hier auf die Auswertung von Sensordaten aus vernetzten
Fahrzeugen. Nach Angaben des Unternehmens werden die Informationen
ausschließlich anonymisiert und aggregiert verarbeitet. Rückschlüsse auf
einzelne Fahrzeuge oder Fahrerinnen und Fahrer seien nicht möglich.
Moderne Fahrzeuge erfassen bereits heute zahlreiche
Informationen über ihre Umgebung und den Straßenzustand. Diese Daten können
genutzt werden, um ein aktuelleres Bild der Verkehrsinfrastruktur zu erhalten
und potenzielle Problemstellen frühzeitig sichtbar zu machen.
Verkehrszeichenkataster für Baden-Württemberg
Ein konkretes Anwendungsbeispiel ist das digitale
Verkehrszeichenkataster (VZK) in Baden-Württemberg. Das Verkehrsministerium des
Landes nutzt anonymisierte Fahrzeugdaten von Mercedes-Benz, um einen digitalen
Grundbestand für die Erfassung und Verwaltung von Verkehrszeichen aufzubauen.
Ziel ist ein einheitliches Verfahren zur systematischen
Erfassung, Pflege und Auswertung amtlicher Verkehrszeichen über verschiedene
Straßenkategorien hinweg. Durch die Nutzung der Fahrzeugdaten sollen aufwendige
Ortsbegehungen und manuelle Erfassungsarbeiten reduziert werden.
Das Verkehrszeichenkataster wird als Open-Source-Lösung mit
standardisierten Schnittstellen bereitgestellt. Damit soll es auch für
Forschungsprojekte, Mobilitätsdienste und Anwendungen im Bereich der
intelligenten Verkehrssteuerung nutzbar sein.
Niederlande setzen Zusammenarbeit fort
Auch in den Niederlanden kommt die Technologie zum Einsatz.
Im Rahmen des Road-Monitor-Programms (ROMO) wurde die Mercedes-Benz
Connectivity Services GmbH als Innovationspartner für die nächste Projektphase
von 2026 bis 2029 ausgewählt.
Gemeinsam mit dem niederländischen Ministerium für
Infrastruktur und Wasserwirtschaft sowie dem Nationalen
Straßenverkehrsdatenportal (NDW) sollen Infrastrukturschäden,
Unfallschwerpunkte und kritische Straßenoberflächen identifiziert werden. Die
Erkenntnisse fließen in die Planung von Instandhaltungsmaßnahmen und
Winterdiensten ein. Das betrachtete Straßennetz umfasst dabei rund 130.000
Kilometer.
Anonymisierte Fahrzeugsignale als Datenquelle
Für Mercedes-Benz sind die Projekte ein Beispiel dafür, wie
Fahrzeugdaten über den Einsatz im einzelnen Fahrzeug hinaus genutzt werden
können. „Die Projekte zeigen eindrucksvoll, wie anonymisierte
Fahrzeugsignale einen konkreten Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten. Im
Austausch mit öffentlichen Institutionen und in internationalen Programmen wie
Road Monitor schaffen wir einen wichtigen Baustein dafür, Straßeninfrastruktur
intelligenter, sicherer und effizienter zu planen und zu betreiben“, sagt
Michael Drzymala, CEO der Mercedes-Benz Connectivity Services GmbH.
Die Beispiele aus Deutschland und den Niederlanden
verdeutlichen, wie vernetzte Fahrzeuge zunehmend zu mobilen Sensorplattformen
werden. Für Behörden könnten die Daten künftig eine zusätzliche Grundlage
schaffen, um Infrastrukturmaßnahmen datenbasiert zu priorisieren und Ressourcen
gezielter einzusetzen.