| von Götz Fuchslocher

Manchem Kenner der Marke mag es vorkommen, als sei es erst kürzlich gewesen, als BMW mit einem Dreh-Drücksteller und einer digitalen Anzeige im Fahrzeug für Aufmerksamkeit sorgte. 20 Jahre sind seitdem vergangen, in denen der OEM mit dem ersten iDrive eine Art Grundstein für ein neues HMI-Erlebnis im Fahrzeug legte. Bis heute schaffte man den BMW-Mitarbeitern zufolge den Weg zu einem gesamthaften, intelligenten und auf den Menschen abgestimmten und multisensorischen Erlebnis. „Das neue BMW iDrive ist die persönliche Verbindung zwischen Mensch und Fahrzeug. Durch seine vollkommen intuitive Bedienung mit intelligenter Sprachbedienung, Curved Display-Touchfunktion und Head-Up-Display ist es das einfachste und sicherste Bediensystem in der Industrie“, sagt Frank Weber, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Entwicklung.

Grundlage für Generation acht ist das Operating System 8

Ob man beim OEM zu Recht in Superlativen schwelgt? Die Grundlage für die mittlerweile achte Generation bildet das sogenannte BMW Operating System 8, eine zentrale Steuereinheit und Softwareintegrationsplattform. Bei BMW spricht man von nichts Geringerem als „dem leistungsstärksten und umfangreichsten Technologie-Stack“, den man je entwickelt habe. Der Autohersteller entwickelt diesen seit 2013 komplett auf Linux und in Eigenregie. Die Philosophie dahinter ist, das Fahrzeug konsequent als digitale Plattform zu denken. Mit Blick auf das neue iDrive heißt es von Seiten BMWs, dass die Einführung einer neuen Generation des Operating Systems nicht mehr einer abgeschlossenen Entwicklung entspreche, sondern Basis sei für stetige Weiterentwicklungen während des Lebenszyklus. Das integrale Zusammenspiel aus Hard- und Software, die technischen Möglichkeiten von Remote Software-Upgrade und die agilen Entwicklungsprozesse im Unternehmen würden die Grundlage schaffen, um neue Funktionen in wenigen Wochen und Monaten direkt für den Kunden nutzbar zu machen. Remote Software-Upgrades führte BMW mit dem Operating System 7 ein, das 2018 an den Start ging.

Große Momente dank Ultra-Wideband Funktechnologie

Die präzise Lokalisierung zwischen Schlüssel und Fahrzeug beziehungsweise dem Smartphone macht die Gestaltung neuer Nutzererlebnisse möglich. „Great Entrance Moments“ nennt BMW das Erlebnis von der Annäherung bis zum Starten des Autos. Zentrale Technologie ist das sogenannte Ultra-Wideband Funktechnologie (UWB). Das Fahrzeug kann auf wenige Zentimeter genau erkennen, von wo sich der Fahrer nähert und in welcher Entfernung er sich befindet. Sobald eine Distanz von drei Metern unterschritten wird, beginnt das Fahrzeug zu erwachen und signalisiert dies durch ein ansteigendes und dynamisches Lichtspiel der Außenleuchten. Im Interieur wird ein sanftes und gedämpftes Licht aktiviert. Das Fahrzeug weist dem Kunden den Weg zum Einstiegsbereich. Mit dem Öffnen der Türen werden die Einstiegshilfe des Sitzes, die Flächen- und die Lenkradheizung aktiviert. Auf dem gesamten BMW Curved Display startet eine markentypische Willkommensanimation, die das Hochfahren des Systems begleitet.

iDrive soll persönliche Beziehung zum Fahrer schaffen

Die Neuerungen beim iDrive beginnen bereits beim Design. Mit einem gebogenen Display, dem sogenannten Curved Display, das den Anzeigenverbund zwischen Info Display und Control Display bildet, interpretiert der OEM die traditionelle und markentypische Fahrerorientierung. Es ist um den Piloten herum ausgerichtet, es kommen ein 12,3 Zoll großes Information Displays und ein Control Display mit einer Bildschirmdiagonale von 14,9 Zoll zum Einsatz. BMW zufolge verschmelzen sie zu einer einzigen Anzeigeneinheit. Das neue iDrive ist für eine bevorzugte Nutzung der Sprachbedienung und der Touchfunktion des Curved Displays konzipiert. Die Zahl der Tasten und Schalter wurde laut OEM um knapp die Hälfte reduziert. Gleichzeitig habe man Bedieninseln für relevante und oft genutzte Grundfunktionen dort beibehalten, wo Kunden diese erwarten, heißt es. Zentrales Bedienelement ist der Controller auf der Mittelkonsole. Ganz dem aktuellen Trend entsprechend ist er in Glasoptik gestaltet.

Anzeigen mit hoher Grafikauflösung mit 200 ppi

Beim Display sprechen die Entwickler von großzügigen Anzeigefläche mit markanten Formen, dynamischen Lichteffekten, einer hohen Farbtiefe und modernen Farbwelten. Möglich mache dies eine besonders hohe Grafikauflösung mit 200 ppi. Die umfassenden Individualisierungsmöglichkeiten für die Anzeigen im Displaybereich hinter dem Lenkrad lassen sich mithilfe der Funktionstasten am Lenkrad auswählen. Das Bediensystem in zwei Achsen ermöglicht über Drehen eine vertikale Listennavigation und einen Menüwechsel via Tastenkippen in der horizontalen Achse.

Entsprechend der persönlichen Vorlieben oder der jeweiligen Fahrsituation soll der Fahrer per Daumensteuerung in nur wenigen Bedienschritten zwischen drei Layout-Typen und unterschiedlichen Widgets wechseln können. Die Layout-Varianten heißen „Drive“, „Fokus“ sowie „Gallery“, diese stellen einmal mehr oder weniger fahrrelevante Informationen dar. Neu ist zudem die Struktur in Form von Widgets. Diese sind auf dem Homescreen nahtlos in einem Band aufgereiht. Inhalte in den Widgets sind auf die essenziellen Informationen reduziert und werden als Livebild dargestellt. In ihnen werden bereits häufig genutzte Funktionen angezeigt. Über eine Touchbedienung sind sie direkt aktivierbar.

Als ästhetisches Highlight bezeichnen die BMW-Leute den neu gestalteten Media Player, für den man ein aufs Wesentliche reduziertes Design gewählt hat. Ein Algorithmus liest das Farbmuster des Covers eines aktuell ausgewählten Musiktitels aus und überträgt es in einen dynamischen Farbverlauf auf die gesamte Anzeigefläche des Media Players.

Gestaltungsprinzip der Shy Tech und erweiterte Personalisierung

Einen weiteren Push gibt BMW dem Intelligent Personal Assistant mit auf den Weg. Ein maßgeblicher Teil der Informationen wird auf non-verbale Weise transportiert. Die neue Visualisierung durch Leuchtkugeln in verschiedenen Größen und Helligkeiten soll dem Assistenten mehr Raum und zusätzliche Ausdrucksmöglichkeiten verschaffen. Der persönliche Assistent kann aufgrund der gestiegenen Anzahl an Daten und Informationen kontextbezogen agieren. Er kann bei seinen Aktivitäten die Situation im Fahrzeug und in seiner Umgebung berücksichtigen, wenn es darum geht, wann und wie er mit den Insassen kommuniziert. BMW nennt das zugrundeliegende Prinzip Shy Tech. Wenn er angesprochen wird, visualisiert er sich in einer flüssigen und eingepassten Animation. BMW zufolge legt er sich angenehm über die Anzeigen, ohne relevante Informationen zu verdecken.

Dem Trend und Wunsch der Verbraucher zu personalisierten Angeboten folgend, lassen sich noch mehr personalisierte Einstellungen in der BMW ID speichern und zwischen Fahrzeugen übertragen. Durch die Vergabe einer PIN oder der Verknüpfung eines Schlüssels mit der BMW ID sind laut BMW die persönlichen Daten vor dem Zugriff anderer Fahrzeugnutzer geschützt.

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